Übergreifende Forschungsthemen ("Cluster")

Momentan gibt es in Koblenz drei übergeordnete Forschungsthemen (sogenannte "Cluster"), innerhalb derer sich die Master-Studierenden ebenfalls verorten können:

Audio-Visuelle Kulturen

Zahlreiche Kollegen beschäftigen sich aus teils sehr unterschiedlicher Perspektive und Disziplin mit dem Gegenstand Bild bzw. Film in Geschichte und Gegenwart, in Theorie und Anwendung. Geeint sind die Ansätze in der Auffassung, dass (audio)visuelle Kommunikation - als vorgeblich "universelle" Modalität - eine immer größere gesellschaftliche Bedeutung erlangt und den aktuellen Kulturwandel in einer globalisierten Welt maßgeblich prägt. Umso wichtiger scheint es, die Spezifik (audio)visueller Kommunikation interdisziplinär zu verstehen und systematisch erfassen zu können.

Anglistik
Meyer Reflexivität im Film
Ethnologie
Ackermann, Gieser, Hackenfort Ethnologie der Ästhetik
Germanistik
Diekmannshenke+ Metten Analyse multimodaler Kommunikation an der Schnittstelle von Politik, Wissenschaft und Gesellschaft (in interkultureller Perspektive)
Liebert Metaphern und Blending multimodal (Video, Fotographie, hybride Formen)
Kunstwissenschaft
Grünewald Bild und Sprache im Comic
Lilkendey
Lohoff Wissenschaftliches Bild / Bildbearbeitung
Tavernier "Im Anfang war das Bild": Interkulturalität, Intermedialität, Edutainment
Funktion und Bedeutung des Bildes in den monotheistischen Religionen
Medienwissenschaft
Klemm + Ebert + Michel Analyse multimodaler Kommunikation an der Schnittstelle von Politik, Wissenschaft und Gesellschaft (in interkultureller Perspektive)
Musikwissenschaft und Musikpädagogik
Speck
Geschichte der Oper
Philosophie
Lüthe Bildtheorie

 

Selbstermächtigung

Der Begriff Selbstermächtigung hat sich in jüngster Zeit zu einem Deutungsbegriff für eine sich ausbreitende normativ-politische (Protest-) Einstellung in 'spätmodernen' Gesellschaften entwickelt. Er umreißt eine generelle Unzufriedenheit mit den institutionellen Rahmenbedingungen, den damit verbundenen Machthierarchien und der daraus resultierenden 'Entmündigung' des 'normalen Bürgers' und fordert - selbstbewusst und offensiv - dazu auf, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, seine individuellen Ansprüche nicht nur zu formulieren, sondern auch - aktiv - durch 'Selbsttätigkeit' umzusezten, auch wenn dies bedeutet, gegen die eingespielten Regeln und etablierten Strukturen der institutionellen Ordnung zu verstoßen. Nochmehr: Selbstermächtigung heißt zunehmend, die vorgegebenen Institutionen und damit die institutionelle Ordnung 'spätmoderner' Gesellschaften bewusst in Frage zu stellen und in letzter Konsequenz durch neue Formen der 'freien' Selbstorganisation zu überwinden. Prozesse der Autonomisierung finden sich in allen gesellschaftlichen Bereichen. im Bereich der Politik (Occupy, Anonymous, liquid democracy u.a.), der Gesundheit ("Dr. Google"), der Religiosität und Spiritualität ("Patchwork-Glaube", informelle Glaubensgemeinschaften, globale tribes) oder den neuen Medien, die zunehmend eine Ressource für autonome Praktiken bilden.

Germanistik
Liebert
  • Selbstermächtigte Religiosität und Spiritualität
  • Netzmedien als Ressource der Selbstermächtigung
  • Performances der Selbstermächtigung
Liebert/Neuhaus/Paulus/Schaffers Künstliche Identität - menschliche und robotische Reflexion
Geschichte
Geulen Selbstermächtigung und Demokratie 
im 20. Jahrhundert
Soziologie
Albrecht SelbstermächtigungApokalypse
Gebhardt Selbstermächtigung: Selbstermächtigte Religiosität und Spiritualität
Medienwissenschaft
Klemm + Ebert + Michel Der Bürger hat das Wort - Politische Selbstermächtigung in Twitter und Facebook?

 

Zur Homepage

 

Kulturelle Orientierung und Normative Bindung

Koordiniertes Forschungsprojekt im Rahmen der Forschungsinitiative III des Landes Rheinland-Pfalz an der Universität Koblenz-Landau in Kooperation der FB 2, 5 und 6 an beiden Campi:

Die kulturellen Tatsachen des Handelns, der Sprache, des Körpers und der gesellschaftlichen Ausdifferenzierung sowie Pluralisierung weisen eine innere Spannung zwischen faktischer Vorgegebenheit und normativem Anspruch auf, die sowohl die gesellschaftliche als auch die wissenschaftliche Diskussion herausfordert. Als Beispiele können die aktuellen Diskussionen um die Beschneidung, die Frage nach der Normierung von Sprache oder der Umgang mit Prozessen der gesellschaftlichen Ausdifferenzierung genannt werden. In all diesen Fällen finden Transformationsprozesse statt, die durch das Auseinandertreten oder auch Aufeinandertreffen von sozialen Vorgegebenheiten und Normativitätsansprüchen gekennzeichnet sind. Das Forschungsprojekt beschreibt diese Phänomene als Dimensionen der kulturellen Entwicklung und greift das angedeutete Spannungsfeld mit dem systematischen Ziel auf, die wissenschaftliche Theoriebildung in den beteiligten Disziplinen kooperativ weiterzuentwickeln und die gewonnenen Einsichten auch in die aktuellen gesellschaftlichen Debatten offensiv einzubringen. In diesem Sinne werden paradigmatische Fragestellungen der kulturellen Selbstverständigung (wie beispielsweise Ritualisierung und Identität, Bildung und Orientierung oder Sprache und Normierung) identifiziert, um sie in der interdisziplinären Diskussion zwischen Pädagogik, Philosophie, Theologie, Kulturwissenschaft sowie Literatur- und Sprachwissenschaft systematisch zu entfalten. Damit soll insbesondere ein adäquates Verständnis der normativen Dimension kultureller Erfahrung gewonnen und disziplinübergreifend konzeptualisiert werden.

Zur Homepage des Forschungsschwerpunktes

Beteiligte Personen