Veranstaltungen des Lehrbereichs

Sommersemester 2019

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Manuela Boatcă
Universität Freiburg

Vergessene Europas. Lehrstücke aus der Karibik
16. Juli 2019, 18 Uhr
Campus Koblenz, Raum E 312

Entgegen gängiger Konzepte von Europa, in denen nur der Westen des Kontinents immer mitgemeint ist, dessen geografische und historische Definitionen aber ungenau bleiben, schlägt der Vortrag eine umfassendere Vorstellung von Europa als kreolisiertem Raum vor. Diese berücksichtigt die regionalen Verflechtungen, die der europäische Kolonialismus und Imperialismus seit dem 16. Jahrhundert hervorgebracht haben, und denkt Europa von seinen unbestätigten Grenzen im Atlantik und im karibischen Meer neu. Um zu zeigen, wie "Kreolisierung" als Begriff, der ursprünglich für die Karibik geprägt wurde, zu einem anderen Verständnis von Europa bis heute beiträgt, werden die Geschichte und das Konzept des "karibischen Europa" genutzt, um einen zuvor entwickelten Begriff von "multiplen und ungleichen Europas" zu beleuchten. Der Vortrag argumentiert schließlich, dass ein Umdenken Europas von seinen atlantischen und karibischen Grenzen okzidentalistische Vorstellungen von Europäität, dem modernen Nationalstaat sowie von damit zusammenhängenden Konzepten wie Staatsbürgerschaft, Souveränität und Modernität erfolgreich in Frage stellt.

PLAKAT

 

Vortrag und Diskussion mit Inga Nüthen
Universität Marburg

Politik, Macht, Geschlecht. Ansatzpunkte für ein queer_feministisches Politikverständnis 
09. Juli 2019, 18 Uhr
Campus Koblenz, Raum E 312

Die Frage danach, wovon die Rede ist, wenn wir über „Politik“ sprechen, ist in queer_feministischen Theorien und Bewegungen auf vielfältige Weise beantwortet worden. Ergebnis der damit verbundenen, durchaus auch kontroversen Auseinandersetzungen ist nicht ein Verständnis von Politik, sondern eine Gleichzeitigkeit verschiedener Politikkonzepte. Wie lassen sich vor dem Hintergrund dieses Befundes Ansatzpunkte für einen queer_feministischen Politikbegriff finden? Anhand der Verbindung von Politik und Macht möchte eine Dimension des Begriffsfeldes „Politik“ herausarbeiten und für eine mehrdimensionale, queer_feministische Annäherung an den Begriff „Politik“ plädieren.

PLAKAT

 

*ENTFÄLLT*

Vortrag und Diskussion mit Dr. Barbara Lüthi
Universität Köln

Contentious Moves: Die Freedom Riders in den USA, Australien und Palästina. Eine transnationale Studie
04. Juni 2019, 18 Uhr
Campus Koblenz, Raum E 312

Der Vortrag thematisiert anhand des Beispiels der Freedom Riders als Teil der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den 1960er Jahren die in der Gegenwart und Vergangenheit aktuelle Frage von den Ungleichheiten und Politiken der Mobilität für verschiedene soziale Gruppen. Das Projekt fragt einerseits  aus einer transnationalen Perspektive wie das Wissen, die Bilder und Praktiken der Freedom Riders über Zeit und Raum in anderen Ländern adaptiert, übersetzt und verändert wurde. Andererseits analysiert es die „constellations of mobility“ als jeweils historische und geographische Formationen von Bewegung in spezifischen Räumen.

PLAKAT

 

Buchvorstellung und Diskussion mit Dr. Aline Oloff
Technische Universität Berlin

Die Sprache der Befreiung. Frauenbewegung im postkolonialen Frankreich
14. Mai 2019, 18 Uhr
Campus Koblenz, Raum E 312

Die weiße Frauenbewegung in Frankreich ist geprägt von einer Sprachlosigkeit, die vor allem Rassismus und die auf die Gegenwart ausstrahlende koloniale Vergangenheit betrifft – eine Sprachlosigkeit, die sich in der aktuellen Identitätskrise der postkolonialen Gesellschaft als fatal erweist. Im Vortrag werden die Formen des (Nicht-)Sprechens von Rassismus und Kolonialgeschichte im feministischen Befreiungsdiskurs seit den frühen 1970er Jahren nachgezeichnet und in ihren Effekten für Aktivismus wie Theorieentwicklung diskutiert.

PLAKAT

 

Vortrag und Diskussion mit Dr. Ove Sutter,
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn

Kulturelle Politiken der zivilgesellschaftlichen Flüchtlingshilfe
07. Mai 2019, 18 Uhr
Campus Koblenz, E 312

In den Migrationsbewegungen von 2015 engagierte sich eine große Anzahl ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer in der humanitären Versorgung von Flüchtenden entlang der Fluchtrouten durch Europa. Der Vortrag geht entlang eines ethnografischen Beispiels der Frage nach, wie Flüchtlingshelfer_innen im Zuge ihres Engagegemts kulturelle Praktiken einsetzten, um Fragen der Teilhabe am Gemeinwesen auszuhandeln. Damit einhergehend wird diskutiert, welchen Beitrag die empirische Kulturanalyse zur Erforschung zivilgesellschaftlichen Engagements leisten kann.

PLAKAT

 

Wintersemester 2018/19

Podiumsdiskussion mit Anne Spiegel,
Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz in Rheinland-Pfalz

Emine Aslan,
Bloggerin und (Netz-)Aktivistin

Katharina Hajek 
Politikwissenschaftlerin, Institut für Kulturwissenschaft, Universität Koblenz-Landau

Viola Dombrowski 
Erziehungswissenschaftlerin, Institut für Soziologie, Universität Koblenz-Landau

100 Jahre Frauenwahlrecht – Jubiläum eines Versprechens
31. Januar 2019, 18 Uhr
Campus Koblenz, Raum D239

Vor 100 Jahren wurde in Deutschland das aktive und passive Wahlrecht für Frauen erkämpft. Schon damals war die Forderung nach gleichen politischen Rechten für Frauen mit weitergehenden Forderungen, etwa nach gleicher Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen, guten Arbeitsbedingungen und körperlicher Selbstbestimmung verbunden. Wenngleich die Einführung des Frauenwahlrechts ein wichtiger Meilenstein war, stellt dieses Datum vielmehr den Auftakt zu einer langen Geschichte an Kämpfen mit dem Ziel der umfassenden Gleichstellung, Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Teilhabe von Frauen dar. In der Diskussion soll aus vielfältiger, (netz-)aktivistischer, parteipolitischer und wissenschaftlicher, Perspektive der Frage nachgegangen werden, wo gegenwärtig  Herausforderungen, aber auch Hindernisse für diese Ziele liegen und wie sie dennoch erreicht werden können.

Die Veranstaltung wurde organisiert vom Fachbereich 1 (Bildungswissenschaften) und Fachbereich 2 (Philologie/Kulturwissenschaften) der Universität Koblenz-Landau.

PLAKAT

 

Filmreihe "100 Jahre Frauenwahlrecht – Jubiläum eines Versprechens"
Im Kontext dieses Jubiläums und der Diskussionsrunde luden die Veranstalterinnen vorab zu zwei Filmvorführungen im Januar ein. Die gezeigten Spielfilme präsentierten den Kampf der Protagonistinnen für die Einführung des Frauenwahlrechts in Großbritannien und der Schweiz. Der Eintritt war frei.

„HIMMELSCHREIENDE UNGERECHTIGKEIT“
17. Januar 2019, 18.30 Uhr
Campus Koblenz, M 201

von Regisseurin Petra Biondina Volpe, CH 2017, 96 Minuten
mit Marie Leuenberger und Maximilian Simonischek

Schweiz, 1971: Hausfrau Nora (Marie Leuenberger) lebt bescheiden mit ihrer Familie in einem Appenzeller Dorf. Die Dynamiken der 68er-Bewegung reichen bisher nicht in die ländliche Idylle. Dann jedoch möchte Nora wieder berufstätig werden. Als ihr Mann Hans (Max Simonischek) ihr diesen Wunsch jedoch rechtmäßig abschlägt, streikt sie im Haushalt und beginnt sich leidenschaftlich für Frauenrechte zu engagieren. Dabei muss sie vor allem Männer überzeugen: denn diese sollen am 7. Februar 1971 über eine mögliche Einführung des Frauenwahlrechts abstimmen…

„VOTES FOR WOMEN“
10. Januar 2019, 18.30 Uhr
Campus Koblenz, M 201

von Regisseurin Sarah Gavron, GB 2015, 106 Minuten
mit Carey Mulligan, Meryl Streep und Helena Bonham Carter

Großbritannien, 1912: Die junge Mutter Maud (Carey Mulligan) gerät zufällig in einen Aufstand der Suffragetten. Während sie zunächst von dieser zunehmend militant agierenden Frauenbewegung abgeschreckt ist, identifiziert sie sich schließlich nach einer Rede der Suffragetten-Anführerin Emmeline Pankhurst (Meryl Streep) sehr stark mit diesen. Im Kampf für die Einführung des Frauenwahlrechts werden Maud und ihre Mitstreiterinnen immer drastischer und müssen schon bald um ihre Jobs, Familien und sogar ihr Leben fürchten.

 

Sommersemester 2018

Vortrag und Diskussion mit Dr. Christine Unrau
Käte Hamburger Kolleg/ Centre for Global Cooperation Research an der Universität Duisburg-Essen

Gefühl für eine andere Welt. Emotionen und politisches Engagement in der Globalisierungskritik
03. Juli 2018, 18 Uhr
Campus Koblenz, Raum E 312

»Eine andere Welt ist möglich« – so lautet das Credo der Globalisierungskritik, die sich als Gegenbewegung zur neoliberalen Umgestaltung der Welt formiert hat. Darin liegt ein Appell zum politischen Engagement und eine Kritik am Rückzug ins Private, Gemütliche und Überschaubare. Doch wie könnte diese andere Welt aussehen und warum sollte man sich dafür engagieren, sie Realität werden zu lassen? Eine der Antworten, die die Globalisierungskritik auf diese Frage gibt, lautet: aus Liebe, Mitleid und Empörung. Der Vortrag untersucht das Verhältnis von Emotionen und politischem Engagement in der Globalisierungskritik und fragt dabei auch nach den Widersprüchen, Ambivalenzen und blinden Flecken.

PLAKAT

 

Vortrag und Diskussion mit Saad Ali Khan
Quaid-I-Azam University, Islamabad

Sufi Women: The Sufi Gender Paradigm and praxis in South Asia
28. Juni 2018, 12 Uhr
Campus Koblenz, Raum E 312

In his talk, Saad Ali Khan analyses the articulation and understanding of gender within Sufism and how it impacts the social practice of Sufi culture in South Asia. He argues that cultural factors like patriarchy and (constructions of) masculinity, the promotion of orthodox and reformist versions of religion, and Sufis’ involvement in politics have over the period of time led to the decline of women's active participation within the Sufi culture. However, the presence of Sufi women in contemporary times also challenges the prevalent stereotypical notions of women's role and position within society and points to the resurgence of women's role as Sufi Shykhas (teachers, guides).

PLAKAT

 

DFG-Projekt: Diversität, Macht und Gerechtigkeit. Transkulturelle Perspektiven
Leitung: Dr. Franziska Dübgen und Prof. Dr. Ina Kerner
Laufzeit: seit 01. April 2018

LINK ZUM PROJEKT

 

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Dirk Jörke
Technische Universität Darmstadt

Populismus verstehen, nicht verurteilen.
08. Mai 2018, 18 Uhr
Campus Koblenz, Raum E 312

Populistische Parteien erweisen sich immer mehr als eine Herausforderung westlicher Demokratien. Vor allem ein Populismus, der sich gegen liberale Grundrechte wendet und Minderheiten abwertet, hat zum Teil hysterische Reaktionen hervorgerufen. Die These des Vortrages ist demgegenüber, dass eine moralistische Verurteilung nicht nur den Populisten in die Hände spielt, sondern auch zu einer weiteren Spaltung westlicher Gesellschaften beiträgt. Dagegen gilt es, die Ursachen der gegenwärtigen Welle des Populismus zu verstehen.

PLAKAT

 

Wintersemester 2017/18

Vortrag und Diskussion mit Nadija Samour
Transformative Justice Kollektiv Berlin

Transformative Justice
02. Februar 2018, 16 Uhr
Campus Koblenz, Raum E 314

Dass Gefängnisse und andere carcerale Einrichtungen kaum zur Lösung gesellschaftlicher Konflikte beitragen, sondern eher zu noch mehr Gewalt führen, wird vermehrt diskutiert. Zugleich scheint es, als wäre die Institution Gefängnis kaum noch wegzudenken. Einige Berliner Organisierte und Aktivist*innen wollen sich mit dieser Auffassung nicht anfreunden, sondern die Alternativen zum Gefängnis greifbarer machen. Angestoßen durch das Transformative Justice Kollektiv Berlin ist das Toolkit für Aktivist*innen mit dem Titel "Was macht uns wirklich sicher?" entstanden.

PLAKAT

 

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst
Universität zu Köln

Decolonize Germany? (Post)Koloniale Spurensuche in der Heimat zwischen Lokalgeschichte, Politik, Wissenschaft und "Öffentlichkeit"
10. Januar 2018, 16 Uhr
Campus Koblenz, Raum D 239

Seit 2005 sind in zahlreichen Städten Initiativen entstanden, die sich mit der lokalen Verankerung und Verortung von Kolonialismus auseinandersetzen. Die Beschäftigung mit dem „Kolonialismus vor Ort“ war von Beginn an vor allem von zivilgesellschaftlichen und politischen Zielsetzungen geprägt. Inzwischen hat das Thema vereinzelt auch die Universitäten erreicht, da vor allem „vor Ort“ untersucht werden kann, wie die kolonialen Diskurse, Mentalitäten und Praktiken im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und in der NS-Zeit wirkten, wie weit und tief sie in die deutsche Gesellschaft eindrangen und wie sie in der Gegenwart fortwirken. Der Vortrag betrachtet das „postkoloniale Projekt“ mit regionalem Fokus. Dadurch wird deutlich, dass vor allem zwischen den politischen und zivilgesellschaftlichen Zielsetzungen und Aufgaben und der Wahrnehmung des Kolonialismus und seiner Folgen in der „Öffentlichkeit“ ein nicht zu leugnendes Spannungsfeld besteht.

PLAKAT