Hinweise zur Gestaltung von Referaten

 

  • Erstes Gebot: Du sollst nicht schwafeln!

Eine möglichst gute Vorbereitung legt im Idealfall die Grundlage für ein gut durchstrukturiertes und fundiertes Referat. Gute Vorbereitung heißt: Die zum Thema gehörende Primär‐ und Sekundärliteratur so gründlich lesen, dass sie auch verstanden wird; eine Gliederung für das Referat entwickeln; Inhaltsangaben von Primärtexten vermeiden oder so kurz wie möglich halten; nicht an der Forschungsliteratur kleben, sondern auf bestimmte Einseitigkeiten durch methodische Voraussetzungen, auf Brüche in der Argumentation, auf Defizite bei den Ergebnissen aufmerksam machen; eigene Analyseergebnisse zur Diskussion stellen.

 

  • Zweites Gebot: Du sollst Deine Zuhörer nicht langweilen!

Wie mache ich das? Zum Beispiel so: Nicht nur vom Blatt ablesen, sondern immer wieder ins Publikum sehen und Blickkontakte mit möglichst vielen ZuhörerInnen herstellen; die Möglichkeiten des Seminarraums nutzen, also gegebenenfalls Tafelbilder, Präsentationen via Beamer und auch Tondokumente oder Filmausschnitte integrieren (sollte aber nicht zuviel und muss nicht zwanghaft sein, da es sonst aufgesetzt wirkt und kontraproduktiv ist); einen originellen Einstieg wählen; mit einer bündigen Formulierung den eigentlichen Vortrag abschließen und dann offene Fragen ans Publikum stellen, um dieses zu einer Diskussion anzuregen; nicht zu lange vortragen! Ein Gruppenreferat sollte 20 Min. dauern und 30 Min. auf keinen Fall überschreiten, auch wenn der/dem Einzelnen dann evtl. nur 5 Min. für ihr/sein Teilreferat bleiben. Im Vortrag eine unverdauliche Informationsballung vermeiden. Das Wesentliche gilt es vom Unwesentlichen zu trennen, möglicherweise Unwesentliches sollte man erst gar nicht vortragen. Dazu zählt Selbstverständliches wie das, was jeder in einem Lexikon oder Handbuch selber nachlesen kann. Als Quellen sind solide wissenschaftliche Publikationen zu wählen, Vorsicht vor Schülerhilfen oder unzuverlässigen Internetquellen!

 

  • Drittes Gebot: Du sollst Mitstudenten und Dozenten ehren!

Das geht zunächst durch die Einhaltung der ersten beiden Gebote. Darüber hinaus ist zu beachten: Weder unangenehme Unterwürfigkeit noch nicht weniger grauenvolle Großspurigkeit an den Tag legen. Man sollte eine Präsentation oder ein Thesenpapier erstellen, das die wichtigsten Punkte des Referats zusammenfasst und Informationen aufnehmen kann, die man dann nicht mehr mündlich erzählen muss (Entlastung des Referenten). Konzentration auf des Wesentliche bedeutet aber nicht, dass einige wenige kryptische Satzteile ausreichen. Damit alles nachvollziehbar bleibt, sollte auch die wichtigste benutzte Forschungsliteratur bibliographisch erfasst werden und am Ende der Präsentation / des Thesenpapiers stehen. Dem Dozenten sollte alles, was vorbereitet wurde, in der Sprechstunde oder zu einem vereinbarten Termin rechtzeitig (mindestens eine Woche!) vor dem Referat vorgelegt werden, um grobe Fehler zu vermeiden, von denen niemand frei ist.


Referatsituationen kann und sollte man üben. So hat Mami, Papi oder Lebensgefährte wohl nichts dagegen, Testperson zu sein, der man das fertige Referat vorträgt. Dabei ist nicht nur die Wirkung, sondern auch die Zeit zu messen.
In Gruppen sollte eine/r als Zeitgeber/in fungieren und die Einhaltung der Zeit pro Person kontrollieren.


Im Zweifelsfall nachfragen, in der Sprechstunde oder unter neuhaus@uni‐koblenz.de.