Hinweise zur Gestaltung von Hausarbeiten

page1image2376Aufbau der Arbeit

Der äußere Aufbau sollte wie folgt aussehen:

  • Deckblatt mit Titel, Name, Anschrift, Fächerverbindung und Semesterzahl des Autors, Name des Dozenten und Bezeichnung des Seminars. Der Titel sollte sich, aber ohne den Zusatz „Thema“ oder „Titel“, in der Mitte befinden und durch größere Schrifttype und Fettdruck hervorgehoben sein.
  • Inhaltsverzeichnis mit durchnummerierten Gliederungspunkten, ein Beispiel: 1. Einleitung, 2. Der Generationenkonflikt in Schillers Dramen, 2.1. Der Generationenkonflikt in Kabale und Liebe, 2.2...., 3. Der Generationenkonflikt als Motiv im Drama; 4. Zusammenfassung oder Schlussbemerkung. Seitenangaben (rechtsbündig) nicht vergessen!
  • Der Aufbau ist damit schon angesprochen, er folgt dem klassischen Dreischritt Einleitung, Hauptteil und Schluss, wobei die Einleitung das WAS (also das Thema, die Problemstellung, die zu untersuchen ist) und das WIE (mit welchen Mitteln, also mit welcher Methodik untersuche ich das Thema) erläutern soll. Der Hauptteil besteht aus der eigentlichen Analyse, sie sollte möglichst klar nach den Gesetzen der Logik strukturiert sein, also vom unwichtigeren zum wichtigsten voranschreiten.
  • Wenn man untergliedert, dann nicht nur in einen Gliederungspunkt, das ist unlogisch! (2. und 2.1. muss also mindestens 2.2. folgen.)
  • Die Zusammenfassung tut das, was ihre Bezeichnung sagt, sie schlägt einen Bogen zurück zur Einleitung und stellt dar, welche Ergebnisse nun erzielt worden sind. Man kann dies mit einem Ausblick verbinden, etwa indem man darauf hinweist, was nun weiter zu untersuchen wäre, wollte man alles in einen größeren Kontext stellen.
  • Das Literaturverzeichnis folgt meist als letzter Punkt. Hier sollte, nach Primär‐ und For‐ schungsliteratur gegliedert und danach alphabetisch geordnet, alles aufgelistet werden, was man für das Thema gelesen hat und für wesentlich hält, also nicht nur, was zitiert wurde. Dazu zählen aber nicht Hilfsmittel wie Enzyklopädien oder Lektürehilfen, schon gar nicht dubiose Internetseiten! Allgemeinwissen wird vorausgesetzt und muss nicht belegt werden. Entscheidend ist das Spezialwissen, das nachgewiesen werden muss.
  • Einen Anhang kann man in Ausnahmefällen hinzufügen, darin können sich beispielsweise, handelt es sich um eine Arbeit zur Gegenwartsliteratur, Rezensionen zu dem untersuchten literarischen Text befinden, die der Korrektor der Arbeit vermutlich noch nicht kennt, oder schwer zugängliche Primärtexte, beispielsweise solche sehr alten Datums, die sehr selten und schwer zu bekommen sind und die in Bibliotheken eingesehen und kopiert wurden, oder Kopien von Materialien aus Literaturarchiven.
  • Fußnoten (am Fuß der Seite) oder Anmerkungen (am Ende des Textes der Arbeit, vor dem Literaturverzeichnis) dienen nicht nur dazu, auf Belegstellen hinzuweisen, sie sollen auch den Haupttext entlasten. Es empfiehlt sich also, dort Gedanken unterzubringen, die den klaren Argumentationsgang des Haupttexts unterbrechen würden, auf die man aber dennoch nicht verzichten möchte.

Wie ist ein bibliographischer Nachweis aufgebaut?

  • Um dem Leser die Möglichkeit zu geben, alles nachzulesen und möglicherweise sogar nachzuprüfen, ist es notwendig, die wichtigsten Angaben zu den benutzten Quellen im Literaturverzeichnis nach einem bestimmten Schema unterzubringen. Man unterscheidet zwischen selbständigen und unselbständigen Publikationen, also zwischen Büchern und Beiträgen in Büchern oder Zeitschriften.
  • Es sollten bei ganzen Büchern folgende Angaben in dieser Reihenfolge enthalten sein: Vollständiger Name des Autors oder Herausgebers, der Autoren oder Herausgeber (bei alphabetischer Reihung: Name, Vorname; sonst: Vorname, Name; bei mehreren Autoren oder Herausgebern gilt die Umkehrung Name, Vorname nur für den ersten!),
    Titel des Buchs oder Aufsatzes (Haupt‐ und Untertitel),
    ggf. Auflage,
    Verlagsort,
    optional ist die Angabe des Verlags nach dem Verlagsort, abgetrennt durch Doppelpunkt, Jahr des Erscheinens,
    in Klammern dahinter ggf. Titel der Reihe, in der das Buch erschienen ist, mit – falls vorhanden – Bandnummer.
  • Bei Aufsätzen in Sammelbänden kommt zunächst: Name des Autors des Aufsatzes,
    Titel des Aufsatzes,
    „In:“
    dann Nachweis des Buches wie oben,
    Komma, Seitenzahl (von – bis).
    Bei Aufsätzen in Zeitschriften wird der Nachweis des Buches ersetzt durch: den Zeitschriftentitel,
    die Jahrgangsnummer,
    das Erscheinungsjahr,
    ggf. die Heftnummer.

Hier einige Beispiele, der Einfachheit halber aus eigener Werkstatt, wobei wie in einem Literaturverzeichnis, in dem sich weitere Namen finden, der Nachname vorangestellt ist; bei Einzelnachweisen steht ansonsten der Vorname zuerst:

  • Monographie:
    Neuhaus, Stefan: Literatur und nationale Einheit in Deutschland. Tübingen u. Basel: Francke 2002.
  • Sammelband:
    Neuhaus, Stefan, Rolf Selbmann u. Thorsten Unger (Hg.): Ernst Toller und die Weimarer Re‐ publik. Ein Autor im Spannungsfeld von Literatur und Politik. Würzburg: Königshausen & Neumann 1999 (Schriften der Ernst‐Toller‐Gesellschaft 1).
  • Beitrag zu einem Sammelband:
    Neuhaus, Stefan: Fontanes Bücher über Großbritannien. In: Christian Grawe u. Helmuth Nürnberger (Hg.): Fontane‐Handbuch. Stuttgart: Kröner 2000, S. 806‐818.
  • Zeitschriftenbeitrag:
    Neuhaus, Stefan: Schlechte Noten für den Schulmeister? Der Stand der Erich‐Kästner‐ Forschung. In: Literatur in Wissenschaft und Unterricht 32, Heft 1 (1999), S. 43‐71.
  • Internetbeitrag:
    Neuhaus, Stefan: Was macht Literatur preiswürdig? In: literaturkritik.at, Ausgabe Sommer 2012 (http://www.uibk.ac.at/literaturkritik/zeitschrift/1003103.html, abgerufen am 1.1.2013).
  • „Hg.“ steht für Herausgeber, manche schreiben auch „Hrsg.“. Man kann, muss aber nicht, zwischen Singular und Plural differenzieren, also bei mehreren Herausgebern „Hgg.“ schreiben; doch findet man dies immer seltener. In englischer Sprache steht dafür „ed.“ und „eds.“ (Plural) als Abkürzung von „editor/editors“, dem englischen Wort für Herausgeber.
  • Die Zitierkonventionen können je nach Fach oder nach Zeitschrift verschieden sein, am be‐ sten informiert man sich rechtzeitig vorher! Häufige Abweichungen gibt es bei der Inter‐ punktion, also ob und an welcher Stelle Punkt, Komma oder Doppelpunkt gebraucht wird, um die Bestandteile des Nachweises voneinander abzutrennen. Im Zweifelsfall sollte man sich für eine Variante entscheiden und diese Variante einheitlich auf alle Nachweise anwenden.

Checkliste

Allgemein:

  • getippt
  • Seitenzahl nach Vereinbarung (abhängig vom Modul und Dozenten), bei von mir betreuten Seminararbeiten in Modulen des Bachelor 10 Seiten Text (zzgl. Inhalts- und Literaturverzeichnis etc.), in Modulen des Masterstudiengangs 15 Seiten Text, bei Bachelor-Arbeiten 35 Seiten Text. Geringfügige Überschreitungen des Umfangs um einige wenige Seiten sind kein Problem und müssen nicht abgestimmt werden, Unterschreitungen und größere Überschreitungen sind aber vorher abzustimmen
  • 11- oder 12-Punkt-Schrift (Fußnoten 2 p kleiner, also 9 oder 10 p), Abstand 1 1⁄2‐zeilig, Fußnoten einzeilig, etwas größerer rechter Rand (mind. 1 cm mehr gegenüber Standardeinstellungen)
  • Literaturhinweise, Ergänzungen, Anmerkungen in Fuß‐ oder Endnoten (dienen zur Entlastung des Haupttextes!)
  • Fuß‐ oder Endnoten: Mit Großbuchstaben beginnen und mit Satzzeichen abschließen. Literaturhinweise nach gängigen Systemen. Ziele: Schnelle Auffindbarkeit im Literaturverzeichnis und Kürze! (Beispiele für Kurznachweise: Schiller (1990), S. 25. / Schiller: Maria Stuart, S. 25.)
  • Fehlerlosigkeit, korrektes Zitieren und Bibliographieren sind Voraussetzung für die Scheinvergabe!
  • Die Abgabe der Hausarbeiten erfolgt bis Ende des Semesters, für ein Seminar im Sommersemester bis 30.9., für ein Seminar im Wintersemester bis 31.3. 

Themenwahl:

  • Für den Seitenumfang nicht zu eng und nicht zu weit gefaßt
  • Das Thema der Arbeit ist mir in der Sprechstunde zu vereinbaren (Sprechstunde lt. Homepage und nach Vereinbarung). Arbeiten mit nicht abgesprochenen Themen werden nicht angenommen!

Gestaltung:

  • Äußerer Aufbau: Titelblatt / Inhaltsverzeichnis (mit Seitenzahlen!) / Einleitung / Analyseteil / Zusammenfassung / Literaturverzeichnis (ggf. als Teil eines Anhangs)
  • Innerer Aufbau: Die Einleitung skizziert das WAS und das WIE (Fragestellung bzw. Erkenntnisinteresse und Methode), die Analyse im Hauptteil dient der Fragestellung (KEINE Inhaltswiedergaben, KEINE Nacherzählung von Biographien o.ä.), die Zusammenfassung schlägt den Bogen zurück und fasst zusammen, WAS herausgefunden wurde
  • Gliederungspunkte nicht unter einer Seite
  • Absätze nicht zu kurz und nicht zu lang
  • Längere Zitate einrücken, einzeilig, etwas kleinere Schrift als der Haupttext

 

Vgl. auch:
Stefan Neuhaus: Grundriss der Literaturwissenschaft. 3. Aufl. Tübingen u. Basel: Francke 2009 (UTB 2477), Kap. 10 („Praktisches“).