Kooperationsvereinbarung mit Polizeipräsidium

Die zivile Sicherheit stärken Kooperationsvertrag zwischen Polizeipräsidium und Universität in Koblenz unterzeichnet

Erfolgreich arbeiten Wissenschaftler des Mathematischen Instituts der Universität Koblenz-Landau mit dem Polizeipräsidium Koblenz in Projekten zusammen. Universitätspräsident Prof. Dr. Roman Heiligenthal und Wolfgang Fromm, Präsident des Polizeipräsidiums Koblenz, unterzeichneten am 25. April 2016 eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Diese zielt darauf ab, die zivile Sicherheit zu erhöhen sowie Polizei und Wissenschaft stärker zu vernetzen.
Denn die Steuerung und Lenkung bzw. Beeinflussung von Menschenmassen und Verkehrsströmen stellt die Polizei immer wieder vor große Herausforderungen. Ob bei Großveranstaltungen wie Nature One, Rock am Ring, Rhein in Flammen oder Konzerten auf der Loreley – die An- und Abreise der Besucher ist stets ein kritischer Punkt. Schnell und sicher zur Veranstaltung hin und wieder weg zu kommen, ist der Anspruch eines jeden Einzelnen. Dies wird von der Polizei, regelmäßig unter Einbeziehung weiterer Beteiligter, zum Beispiel der jeweiligen Kommune oder dem Veranstalter, geplant und vorbereitet. Falls keine ausreichenden Erfahrungswerte vorliegen, gestaltet sich die Planung schwierig. Die Polizei selbst hat keine Möglichkeiten, entsprechende Verkehrsströme zu simulieren oder denkbare Szenarien zu berechnen.
Wichtige polizeiliche Fragen sind auch die nach vertretbaren Besucherzahlen auf dem jeweiligen Veranstaltungsgelände, der Konzeption der Fluchtwege oder der optimalen Evakuierung vieler Menschen in kürzester Zeit in Gefahrensituationen. Zwar ist die Polizei hierfür nicht originär verantwortlich  – in Rheinland-Pfalz sind dies die Veranstalter und Kommunen, doch sie steht im Notfall mit den Feuerwehr- und Rettungsdiensten an vorderster Front. Daher ist es für die Polizei wichtig, bestmöglich vorbereitet zu sein. Für eine rechnergestützte Überprüfung von Planungen, die auf Erfahrungswissen fußen, die Möglichkeit von Simulationen und komplexen Berechnungen sind in der Polizei jedoch weder Experten noch die notwendige Technik vorhanden.
Dies bietet in exzellenter Ausgestaltung die Universität Koblenz-Landau. Dort haben sich Mathematiker darauf spezialisiert, reale Situationen in mathematischen Modellen abzubilden. Eigenschaften dieser Modelle werden dann struktur-mathematisch untersucht, mit dem Ziel, reale Abläufe am Rechner zu simulieren und zu optimieren. Ob diese theoretischen Optimierungsansätze in der Realität umsetzbar sind, kann wiederum die Polizei prüfen und bewerten – und im besten Fall auch anwenden.
Für beide Kooperationspartner stellt sich die Zusammenarbeit als Gewinn dar. Das Polizeipräsidium Koblenz liefert reale Szenarien, Daten und Erfahrungswerte, die Universität verarbeitet diese in mathematischen Modellen und liefert Verbesserungsansätze oder bestätigt bisherige polizeiliche Planungen.

Kooperationsvereinbarung mit Polizeipräsidium

Mit ihrer Unterschrift der Kooperationsvereinbarung wollen Prof. Dr. Roman Heiligenthal als Präsident der Universität Koblenz-Landau und Wolfgang Fromm als Präsident des Polizeipräsidiums Koblenz die weitere gemeinsame Zusammenarbeit festigen und für innovative Forschungsprojekte aufstellen. Gemeinsame wissenschaftliche Arbeiten sollen die Kooperation ebenso mit Leben füllen wie der Austausch von Referenten und die Einrichtung eines gemeinsamen Arbeitskreises.
Als Koordinatoren der beiden Einrichtungen werden Prof. Dr. Stefan Ruzika vom Mathematischen Institut der Universität und Polizeirat Markus Oppenhäuser fungieren. Beide arbeiten seit 2011 in mehreren Projekten erfolgreich zusammen und wollen auch künftig die nunmehr formelle Kooperation der beiden Institutionen voranbringen.

 

Beitrag über die Kooperation zwischen Polizeipräsidium Koblenz und Universität Koblenz-Landau in der SWR-Sendung "Landesschau aktuell".


Datum der Meldung 26.04.2016 14:00