Forschungsschwerpunkte

Forschungsschwerpunkte

„Freilebende Amöben als Parasiten und Wirte von potentiell pathogenen Mikroorganismen“

"Riesenviren" in freilebenden Amöben

In unserem Labor werden die sogenannten „Freilebenden Amöben“ als Parasiten für Mensch und Tier diagnostiziert und untersucht. Akanthamöbenkeratitis (vorwiegend bei Kontaktlinsenträgern) und unterschiedliche Meningoenzephalitiden sind die bekanntesten Krankheitsbilder beim Menschen. Hierzu nutzen wir zahlreiche unterschiedliche Methoden: Kulturelle Anzucht, Lichtmikroskopie, Fluoreszenzmikroskopie, Elektronenmikroskopie, Molekularbiologie (Multiplex-PCR und Sequenzierung). Akanthamöben (Acanthamoeba spp.), Ballamuthia mandrillaris sowie die "hirnfressende Amöbe" (brain eating amoeba) Naegleria fowleri gehören zu unserem Portfolio.

Neben ihrer Rolle als humanpathogene Parasiten, sind die freilebenden Amöben äußerst wichtig als Reservoire und Vektoren von sogenannten Endozytobionten. Unter diesen finden sich wiederum zahlreiche Infektionserreger von Mensch und Tier. Viren, Bakterien, Pilze und andere Eukaryonten überleben innerhalb der Amöben, einige vermehren sich sogar. Die bekannteste Assoziation zwischen Amöben und intrazellulären Mikroorganismen ist wohl die Proliferation von Legionellen in den freilebenden Amöben, die für die Verbreitung der Legionellen eine zentrale Rolle spielt.

 

Laufende Studien (Themenblöcke)

  • Evaluierung  transportfähiger Mikroskope für die med. parasitologische und mikrobiologische Diagnostik.
  • Evaluierung einer Satelliten-gestützten mobilen Kommunikationseinheit mit mikroskopischer Komponente für die Infektkettenaufklärung.
  • Wirkung von Desinfektionsmitteln und UVC- Strahlung auf freilebende Amöben  
  • Legionellen in verschiedenen freilebenden Amöben (inkl. Mitteltestung)
  • Riesenviren (Pandoraviren, Mimiviren) in freilebenden Amöben

 

Externe Kooperationen

Intensive Kooperationen bestehen unter anderem mit dem Labor für Med. Parasitologie im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz (Abteilung XXI; Med. Mikrobiologie) (teilweise in Personalunion) sowie dem Tropenmedizinischen Institut der Universität La Laguna, Spanien (inkl. ERASMUS). Weitere Kooperationen bestehen "anlassbezogen" mit zahlreichen Institutionen bzw. Experten der Parasitologie bzw. Mikrobiologie und Zoologie.