PASI

Ziel des Projet Agricole et Social Interuniversitaire (PASI, 1985 bis 2006) ist die Verbesserung der kleinbäuerlichen Agrarproduktion Rwandas auf der Grundlage einer an die ökologischen und sozioökonomischen Bedingungen angepassten, der Erhaltung und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit dienenden nachhaltigen Landnutzung. Mit Hilfe der Integration von Bäumen und Sträuchern in die Kulturflächen (Agroforstwirtschaft) und durch ein Wirtschaften in weitgehend geschlossenen Kreisläufen (Gründüngung und Gesteinsmehldüngung, Stallhaltung des Viehs, Kompostwirtschaft) mit hoher Biomasseproduktion soll eine allmähliche Regeneration und eine nachhaltige Stabilisierung der Bodenfruchtbarkeit bewirkt werden.

Angesichts der Tatsache, dass sich die Bevölkerung Rwandas weitaus schneller entwickelt als das Angebot von Erwerbsmöglichkeiten außerhalb des landwirtschaftlichen Sektors und dass die Degradation der natürlichen Ressourcen durch nicht standortgerechte Landnutzung in Rwanda schnell voranschreitet, ist die Weiterentwicklung nachhaltiger Landnutzungsmethoden von großer entwicklungspolitischer Bedeutung. Die Projektarbeit konzentriert sich auf Langzeituntersuchungen zur Optimierung tropischer Agroforstsysteme auf einem drei Hektar großen Versuchsfeld in unmittelbarer Nähe des Universitätscampus in Butare. Zugleich wird eine möglichst gute Kooperation in Forschung und Lehre und ein größtmöglicher akademischer Austausch zwischen deutschen und ruandischen Kollegen angestrebt. Hierzu tragen gemeinsame Forschungsprojekte zur Verbesserung nachhaltiger land- und forstwirtschaftlicher Methoden und Lehrveranstaltungen (Vorlesungen, Seminare, Übungen, Praktika, Geländeexkursionen) rwandischer und deutscher Dozenten mit Studierenden der Universitäten Butare, Koblenz-Landau und Mainz bei.

Bei den Langzeituntersuchungen zu tropischen Agroforstsystemen, die in vergleichbarer Intensität und Dauer weltweit nur an sehr wenigen Standorten durchgeführt werden, stehen folgende Fragen im Vordergrund:

  • Welche – insbesondere einheimischen – Baum- und Straucharten eignen sich für eine Integration in die Anbauparzellen (Holzzuwachs der Bäume, Produktion von Blattmasse von Bäumen und Leguminosenhecken, Einfluss auf die Nahrungskulturen, Nährstoffumsätze, ökonomischer Wert des Baumbestandes)?
  • Wie verändert sich die Bodenfruchtbarkeit auf einem bereits stark degradierten Standort durch die Integration unterschiedlicher Baum- und Straucharten und durch die Anwendung von Gründüngung, Mulch und Kompost?
  • Wie lässt sich die Fruchtbarkeit solcher stark degradierten Standorte durch eine Meliorationsdüngung mit Hilfe von Gesteinsmehlen (lokal verfügbare vulkanische Gesteinsmehle, Travertin, Rohphosphat) verbessern?
  • Wie lassen sich Oberflächenabfluss und Bodenabtrag (und damit irreversible Verluste an Nährstoffen und Organischer Substanz) in Agroforstsystemen wirksam verhindert; wie nachhaltig sind entsprechende Bodenschutz-maßnahmen?
  • Welche Aussagen lassen sich über Nährstofftransporte in ökologisch bewirtschafteten Anbausystemen erzielen: In welcher Größenordnung bewegen sich Stoffverluste durch Auswaschung, Bodenerosion und die Entnahme von Holz und landwirtschaftlichen Produkten, wieweit lassen sich diese durch biologische Nährstofffixierung (C, N) und Gesteinsmehldüngung kompensieren?

Die Ergebnisse des Projektes fließen unmittelbar in die Folgeprojekte PARES und APRECO ein. Das Projekt wurde über seine zwanzigjährige Laufzeit hinweg durch das Ministerium des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz mit insgesamt ca. 1,6 Mio. Euro gefördert.