Exkursionsbericht Hamburg 2019

„Moin Moin“ und „Ahoi!“

Vom 19. bis 23. August 2019 ging es für 16 Studierende des Fachs Geographie im Rahmen des Modul 3 hoch in den Norden. Die Aufgabe der Studierenden bestand darin, ganz in „Lehrer-Manier“, zu einem vorgegebenen Thema an einem bestimmten Standort ein didaktisch stimmiges Konzept zu entwerfen und eine Tagessequenz (fast) in Eigenregie zu planen. Die Gruppe fand sich gegen Mittag des ersten Tages in ihrer Unterkunft der „Superbude“ im vielseitigen und sehr zentral gelegenen Hamburger Schanzenviertel ein. Dort wurden sie von Dr. Rüdiger Klein, akademischer Mitarbeiter der Uni Koblenz und Leiter der Exkursion, empfangen.

Nach ersten organisatorischen Fragen ging es auch schon auf zum ersten Standort, der ganz im Zeichen des Hamburger Hafens als „Dreh- und Angelpunkt für den Welthandel“ stand. Es ging in Richtung der berühmten Landungsbrücken, natürlich nicht, ohne den Elbtunnel zu besichtigen. Mit der Fähre ging es weiter in Richtung des Stage-Theaters, in welchem das weltbekannte Musical „König der Löwen“ aufgeführt wird. Von dort aus hatte die Gruppe einen fantastischen Blick auf die Elbphilharmonie und konnte erste „Hafen-Luft“ schnuppern.

Beeindruckend waren vor allem die riesigen Containerschiffe, die Waren aus aller Welt nach Hamburg bringen. Mit informativen Arbeitsblättern lernte die Gruppe so den Hafen besser kennen und beendete den Abend mit einem gemütlichen Abendessen beim Italiener.

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Am nächsten Tag ging es früh weiter. (Fast) ausgeschlafen kräftigten sich die Koblenzer Studierenden beim Frühstück, denn an diesem Tag hieß es, sich körperlich zu betätigen. Mit ausgeliehenen E-Bikes radelte die Gruppe zunächst wieder zu den Landungsbrücken, von denen es mit der Fähre nach Finkenwerder ging. Dort angekommen, fuhr die Gruppe noch einige Kilometer mit dem Rad, bevor es informativ wurde. Im Airbus-Werk nahmen die Studierenden an einer Führung teil, bei der sämtliche Schritte des Flugzeugbaus anschaulich beschrieben und hautnah gezeigt wurden. Anschließend wurden die E-Bikes wieder aktiviert und nach einer kurzen Mittagspause besuchte die Gruppe das „Alte Land“, welches bekannt für seine riesigen Obstplantagen ist. Besonders schön war der Ort Jork, den die Studierenden ganz im Rahmen einer konstruktivistischen Exkursionsmethode erkunden durften. Am Nachmittag, mit knapp 50 Kilometern auf dem Tacho, fuhren die Studierenden wieder in Richtung „Superbude“ und ließen den Tag ausklingen.

Aber auch der Mittwoch wurde interessant und unglaublich informativ gestaltet. Die Mittwochs-Gruppe hatte einen Experten, Diplom Geograph Marco Möllgarth, engagiert, der die Gruppe durch die zentrale und westliche Hafen-City führte und die dort entstehenden futuristischen und architektonischen Highlights hervorhob und Genaueres zu den baulichen Maßnahmen des neu entstehenden Stadtteils erklären konnte.

Nach einer kurzen Mittagspause ging es weiter nach Wilhelmsburg, ein Stadtteil, der gegenteiliger nicht sein könnte. Arbeitslosigkeit, Leerstand und verfallene Gebäude einerseits auf der anderen Seite das Reiherstiegviertel, in dem es ganz anders aussah. Die Internationale Bauausstellung (IBA) hat dafür gesorgt, dass modernste Gebäude und Infrastruktur entstanden und die Menschen durch visionäre Bauten angelockt wurden. All das galt es zu mittels Befragungen, Kartierungen und so weiter zu erkunden. Gemeinsam besuchte man vor Ort abschließend die Ausstellung im Wälderhaus in Wilhelmsburg und beendete den Tag schließlich in verschiedenen Kleingruppen mit einem gemütlichen Abendessen.

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Der nächste Tag startete etwas später als gewohnt, da der Standort, den es an diesem Tag zu besichtigen galt, in unmittelbarer Nähe zur Unterkunft lag: das Schanzenviertel. Mit seinen hippen Cafés, bunter Streetart, kleinen Boutiquen und unzähligen Restaurants wohl der beste Ort, um den in der Geographie prägenden Prozess der Gentrifizierung anschaulich zu untersuchen. Gleichzeitig sollte aber auch ein politischer Aspekt miteinbezogen werden, denn erst 2017, anlässlich des G20 Gipfels, kam es zu massiven Ausschreitungen in den Straßen, über die die Gruppe nun unbedacht schlendern konnte. Die Studierenden sollten mit ihren Smartphones in Kleingruppen, unter Berücksichtigung der gegebenen Aufgabenstellung, verschiedene Aspekte fotografisch festhalten. Zusätzlich sollte auf einer Karte markiert werden, an welchen Orten man sich sicher fühlt und an welchen eher nicht, um so herauszufinden, wie sich die Raumstruktur öffentlicher Orte auf das individuelle Sicherheitsgefühl auswirkt.

Anschließend wurden die Fotos dann in Form eines Museumsrundgangs im Plenum angeschaut und die im Vorhinein aufgestellten Hypothesen kritisch bestätigt oder modifiziert. Im Anschluss folgte „on top“ eine geleitete Führung eines „waschechten“ Hamburgers, Bernhard, der die Gruppe an weitere geographisch interessante Orte des Schanzenviertels führte und tolle Informationen preisgab. Der Abend wurde in Form einer geführten „Nachtwächter-Tour“ gestaltet, an der der Großteil der Studierenden teilnahm, um so Hamburg auch einmal bei Nacht kennenzulernen. Nachtwächter Paul führte die Koblenzerinnen und Koblenzer durch die grell beleuchteten Hamburger Gassen und erzählte viel Wissenswertes über die Hamburger Geschichte

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Den Abschluss der Exkursion bildete ein grandioser Ausflug in das „Miniaturen Wunderland“ in der Hamburger Speicherstadt. In Kleingruppen durften die Studierenden die mit Liebe zum Detail gebauten, nachgebildeten Welten bestaunen und die Ausstellung mit thematisch passenden Seiten aus Erdkundebüchern vergleichen. Nach eingehender Analyse war man sich einig, dass der Besuch dieses Museums in jedem Fall lohnt aber auch intensiv im Schulunterricht zuvor vorbereitet werden muss.

Zum Schluss fanden sich alle Teilnehmenden noch einmal zu einer kurzen Abschlussrunde zusammen, bei denen jede Gruppe von Herrn Dr. Klein ihr individuelles Feedback zur Planung und Durchführung des jeweiligen Tages erhielt.

Ein großes Dankeschön gilt hier Herrn Dr. Klein, der mit großer Mühe, viel Engagement und Kompetenz eine großartige Exkursion auf die Beine gestellt und den Studierenden so die Stadt Hamburg nähergebracht hat.

 

Text: Alina Walscheid