Politische Meinungsbildung im Internet: Erfolgreicher Workshop und Podiumsdiskussion in den Demokratiewochen

Wie können wir sicherstellen, dass wir uns trotz Social Bots und Fake News im Internet ein unverfälschtes Meinungsbild der Poltik machen können? Dazu diskutierten im Rahmen der Koblenzer Demokratiewochen Jugend, Wissenschaft, Politik und Pädagogik.

vlnr: Tale Meis (Jugendrat Koblenz), Esther Detzel (Koblenzer Jugendbüro), Dr. Ulrich Wechselberger (Moderation), Landtagspräsident Hendrik Hering, Prof. Dr. Maria Wimmer (Fachbereich Informatik, Uni Koblenz-Landau)

vlnr: Tale Meis (Jugendrat Koblenz), Esther Detzel (Koblenzer Jugendbüro), Dr. Ulrich Wechselberger (Moderation), Landtagspräsident Hendrik Hering, Prof. Dr. Maria Wimmer (Fachbereich Informatik, Uni Koblenz-Landau)

Ausgangspunkt war ein Workshop mit Jugendlichen und Studierenden am Koblenzer Campus. Prof. Staab aus dem Fachbereich Informatik berichtete über Social Bots. Das sind Computerprogramme, die zuweilen im Auftrag von Menschen Ideologien, Falschinformation und Hass im Internet verbreiten. Jprof. Rothmund aus dem Fachbereich Psychologie erklärte, dass sich Menschen bei der politischen Meinungsbildung im Internet Fake News besonders dann unkritisch akzeptieren, wenn diese mit ihren Zielen, Bedürfnisse und Meinungen konform sind. Abschließend diskutierten die Teilnehmer in Kleingruppen, welche technischen Verfahren und persönlichen Handlungsprinzipien helfen können, im Internet zu einem objektiveren Meinungsbild zu gelangen.

Diese Frage wurden bei der Podiumsdiskussion in der Koblenzer Altstadt aufgegriffen. Landtagspräsident Hendrik Hering, Informatik-Professorin Maria Wimmer, Jugendratsvorsitzende Tale Meis und Jugendbüroleiterin Esther Detzel waren sich einig: Verbote und Regulierung können nicht die Antwort auf Social Bots und Fake News sein. "Wir brauchen gut informierte Bürgerinnen und Bürger, die (Falsch-)Meldungen kritisch und reflektiert hinterfragen", so Landtagspräsident Hering. Welche Rollen Technik und Pädagogik dabei spielen könnten diskutierten die Anwesenden aus den Perspektiven der Politik, Forschung, Jugendvertretung und Pädagogik.

Workshop und Podiumsdiskussion wurden angeboten vom Forschungsschwerpunkt E-Democracy an der Universität Koblenz-Landau. Ein interdisziplinär besetztes Wissenschaftlerteam untersucht dort, wie man mit Big Data und Digitalisierung die Demokratie von morgen gestalten kann und entwickeln ein interdisziplinäres Verständnis der Wirkmechanismen unserer Demokratie in Zeiten der Digitalisierung.
Mehr zum Projekt unter http://west.uni-koblenz.de/de/research/e-democracy

 


Foto: Miriam Voigt


Datum der Meldung 15.06.2018 20:00