Computerlinguistik

Die Arbeitsgruppe "Natürlichsprachliche Künstliche Intelligenz" am Institut für Computervisualistik beschäftigt sich mit verschiedenen Themen aus den Forschungsgebieten syntaktischen Analyse und Generierung natürlicher Sprache.

Im Bereich der Grundlagenforschung zu syntaktischen Grammatikformalismen arbeiten wir am Formalismus der Performance Grammar (PG). Diese Entwicklungen finden in enger Kooperation mit Prof. Dr. Gerard Kempen (University of Leiden und Max Planck Institute in Nijmegen, Niederlande) statt.

Wir arbeiten sowohl am Parsing, als auch an der (Paraphrasen-)Generierung mit PG. Die Entwicklungsarbeiten an der Grammatik werden von Corpusstudien geleitet, die die Diskrepanz zwischen Grammatikalität und Frequenz von Satzkonstruktionen aufzeigen. Die Beobachtungen setzen wir in entsprechende Grammatikkonstruktionen in PG um.

Ein weiterer Themenschwerpunkt liegt bei dem linguistischen Phänomen der Koordination. Wir haben eine Generierungskomponente von Ellisionen in koordinierten Satzkonstruktionen für das Deutsche und das Niederländische entwickelt (cf. ELLEIPO). Diese Komponente wird gerade in enger Zusammenahrbeit mit Prof. Dr. Mare Koit und Prof. Dr. Haldur Oim (beide von der Universität Tartu, Estland) auf die estnische Sprache übertragen. Dabei konnten wir verblüffende Ähnlichkeiten feststellen, obwohl das Estnische einer anderen Sprachfamilie, nämlich den finnugrischen Sprachen, angehört.

Auf der Basis der PG-Analyse- und Generierungskomponente werden derzeit beschriebenen Anwendungen realisiert.  Im Kooperationsprojekt "Empirische Unterrichtsforschung" im Rahmen des Hochschulsonderprogramms "Wissen schafft Zukunft" an der Universität Koblenz-Landau haben wir mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ingmar Hosenfeld (Campus Landau) ein gemeinsames Projekt auf dem Gebiet der Analyse und Förderung der Schreibfähigkeit von GrundschülerInnen. In diesem Bereich haben wir zwei E-Learning-Systeme entwickelt (cf. die Satzfee) und ein Schreibunterstützungssystem für FremdsprachlerInnen des Deutschen.

Weiterhin wird im Rahmen des EU-Projektes COGAIN an der effizienten Texteingabe auf reduzierten bzw. mehrdeutigen Tastaturen zur Computerunterstützten Kommunikation gearbeitet, die nicht-sprechenden Menschen mit schweren motorischen Störungen eine effiziente, freie Kommunikation erlaubt.