MAppLab

Der Markt für mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets verzeichnet einen enormen Wachstum. Immer mehr Einheiten werden verkauft, immer mehr Personen nutzen das vielfältige Angebot an Applikationen und Programmen, dass diese Endgeräte bieten. Ebenso entdecken immer mehr Branchen und Wirtschaftszweige sowohl die Endgeräte als auch die Applikationen für sich und bieten vielfältige Produktlösungen im Bereich mobiler Endgeräte an. Dieser Trend wird sich fortsetzen und das Smartphone oder das Tablet wird in der Zukunft in vielen Lebensbereichen Einzug halten und den Benutzer unterstützen. Mobile Payment, Mobile Ticketing, Mobile Health, Mobile Politics, Mobile Government, Mobile Living – das sind die Stichwörter der kommenden IT-Generation. Wir untersuchen viele dieser Trends und versuchen im Labor für Mobile Applikationen (MAppLab) Prototypen und Ideen für eine Umsetzung der Schlagwörter in reale Produkte zu entwickeln. Dabei geht es in der Arbeitsgruppe ebenso darum, die Trends und Möglichkeiten kritisch und wissenschaftlich zu hinterfragen und eventuelle Grenzen hinsichtlich Technik, Praktikabilität und Datenschutz aufzuzeigen. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im MAppLab lassen sich in drei große Gruppen einteilen:

  • Mobile Systeme in der Gesundheit (mHealth)
  • Mobile Systeme in der Politik und Bürgerbeteiligung (mGov & mPart)
  • Unterstützung im Alltag durch mobile Systeme

Im Bereich mHealth wird beispielsweise erforscht, wie sich klassische Gesundheitstools wie ein Impfpass oder eine Krankenakte als Applikationen auf mobilen Endgeräten umsetzen lassen und welche Vorteile sich durch die neuen Funktionen von Smartphones und Tablets ergeben. Darüber hinaus wird eine Applikation zum Auffinden von Automatischen Externen Defibrillatoren (sog. „Laiendefibrillatoren“) entwickelt, die es im Notfall eines plötzlichen Herzstillstandes ermöglichen soll, dem Verunglückten zu helfen. Der Patientenkoffer ist ein System, welches die Videoüberwachung von Parkinson-Patienten ermöglicht und diesen somit viele Gänge zum Arzt erspart. Dieses System wird darüber hinaus auf weitere Einsatzszenarien hin untersucht. Eine Neuheit auf dem Markt der Applikationen könnte die Anwendung zur Unterstützung farbfehlsichtiger Menschen sein, die es ermöglicht, Farben zu erkennen, Farben zu markieren und die Ansicht farbfehlsichtiger Menschen zu simulieren. Auch an der Unterstützung von Allergikern durch entsprechende auf RFID-Technik basierender Applikationen wird intensiv geforscht und entwickelt.

Einen neuen großen Bereich nehmen Applikationen aus dem Bereich der Politik und der Bürgerpartizipation ein. Neben Anwendungsmöglichkeiten für den neuen elektronischen Personalausweis wird innerhalb eines EU-weiten Projektes ein System entwickelt, welches jeden interessierten Bürger in die Lage versetzen soll, politisch in Form von beispielsweise Wahlen, Petitionen oder Umfragen zu partizipieren. Datenschutz und Funktionalität sind hierbei wesentliche zu berücksichtigende Aspekte. Viele der oben genannten Gruppen verschmelzen natürlich miteinander. So sind standort- und kontextbasierte Systeme wie beispielsweise ein LBS-System zur kurzfristigen Befragung von Passanten auch im Rahmen von mobilen Partizipationsanwendungen einsetzbar. Ursprünglich wurde mit dem Projekt mGeoWiki ein System entwickelt, welches standortbasierte Informationen auf einer Karte abbildet und anzeigt. Dieses System ist in vielen realen Einsatzszenarien denkbar, die ebenfalls erforscht und analysiert werden.

Neben diesen beiden speziellen Themen werden aber auch allgemeine mobile Lösungen erforscht und entwickelt, die eine Person im Alltag oder in besonderen Situationen unterstützen soll. Eine auf RFID basierende Lösung zur Erkennung von Gefahrenstoffen in Produkten, die beispielsweise in großen Chemiefirmen zum Einsatz kommen könnte, wäre eines der Produkte, was zu nennen ist. Ein weiteres großes Gebiet stellt die Umsetzung des EU-Unfallberichtes als mobile Lösung sowohl für den am Unfall Beteiligten als auch für die Polizei dar. Die momentane Papierlösung dieses Unfallberichtes soll als Anwendung auf mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets zur Verfügung gestellt werden. Das Mobile Studentenportal letztendlich ermöglicht es den Studenten der Universität Koblenz die vielfältigen Informationen, die sie für ihr Studium brauchen, gebündelt in einer Applikation angezeigt zu bekommen. Sei es der Mensa-Speiseplan, der Busfahrplan, das Personenverzeichnis oder die Suche im Bestand der Universitätsbibliothek – alles ist schnell und einfach verfügbar.

Der ursprüngliche Fokus der Arbeitsgruppe lag bei der Vermittlung der Prozesse und der Technik bei der Kommunikation in Unternehmen. Da diese Kommunikation mehr und mehr mit Hilfe von über Telefon und Fax hinausgehender Technik erfolgte und zunehmend auch mobile Endgeräte zum Einsatz kamen, die wie oben dargestellt einen enormen Wachstumsmarkt darstellen, ist der Forschungsschwerpunkt der Arbeitsgruppe inzwischen sehr in Richtung der Entwicklung und Erforschung mobilen Anwendungen in allen Lebensbereichen des Menschen gewandert. Die Zukunft verspricht hier spannende und interessante Ansätze, wie Prozesse und Abhängigkeiten in vielen Branchen sich durch den Einsatz neuartiger Technik verändern können und die Arbeitsgruppe freut sich, mit ihren Ideen und Entwicklungen einen kleinen Beitrag dazu zu leisten.