Arbeiten

Erstellung von Qualifikationsarbeiten

Arten von Qualifikationsarbeiten

Eine Studienarbeit dient wie auch eine Bachelor Thesis dazu, sich mit einem aktuellen Thema der Informatik oder der Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik selbständig über einen längeren Zeitraum (ca. drei Monate) auseinanderzusetzen. Gleichzeitig ist eine Studienarbeit wesentliche Vorbereitung für die spätere Anfertigung einer Diplomarbeit.

Die Diplomarbeit hat wie auch die Master Thesis eine herausragende Bedeutung. Sie gibt den Studierenden die Möglichkeit, vor dem Hintergrund der im Studium gewonnenen Einsichten ein größeres wissenschaftliches Thema intensiv zu untersuchen. Bei der Anfertigung der Arbeit ist neben den erwähnten formalen Richtlinien vor allem auf eine angemessene Sprache zu achten: Möglichst präzise (und grammatisch korrekt), aber auch in einem Stil gehalten, der den Leser anspricht --- schließlich zielt eine wissenschaftliche Arbeit nicht zuletzt auf einen Dialog mit dem Leser. Die Diplomarbeit ist damit ein wichtiger Beleg für die Qualifikation eines Kandidaten. Diesem Umstand sollte der Aufwand angepaßt sein. Dabei geht es weniger um die zeitliche Dauer (die nach der Prüfungsordnung zulässige Bearbeitungszeit beträgt höchstens sechs Monate mit einmaliger Verlängerungsmöglichkeit um drei Monate) als vielmehr um die Betonung des eigenen Anspruchs.

Die formalen Anforderungen an Aufbau und Gestaltung von Qualifikationsarbeiten sind im Leitfaden zur Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten dokumentiert.

Ausprägungen

Qualifikationsarbeiten können in zwei idealtypischen, einander nicht ausschließenden, Ausprägungsformen entstehen:

Modellierungsarbeiten sind entweder darauf gerichtet, Modellierungskonzepte zu entwerfen und/oder unter Anwendung eines Modellierungsansatzes einen bestimmten Realitätsbereich zu beschreiben. Dabei ist es wesentlich, daß die verwendeten Modellierungskonzepte und deren Anwendung sorgfältig analysiert werden. Es versteht sich von selbst, daß auch eine solche Ausrichtung ein intensives Literaturstudium nötig macht.

Implementierungsarbeiten dienen vor allem dazu, die Brauchbarkeit von zuvor entworfenen Modellen zu zeigen. Sie sind also Ergänzungen zu konzeptionellen Entwürfen, die in der Regel den wesentlichen wissenschaftlichen Wert einer solchen Arbeit ausmachen. Auch hier ist ein intensives Literaturstudium unumgänglich.

Auch wenn es hinsichtlich der Anforderungen deutliche Unterschiede zwischen Studien- und Diplomarbeiten gibt, ist es in beiden Fällen erforderlich, wichtige Kriterien zur Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten zu berücksichtigen. Neben sprachlichen und formalen Anforderungen (siehe Leitfaden zur Anfertigung von Seminar-, Studien- und Diplomarbeiten) ist dabei vor allem an das Bemühen zu denken, vom jeweils betrachteten Einzelfall zu abstrahieren, gehaltvolle Generalisierungen zu finden und Ausschau zu halten (genau das bedeutet Theoria im ursprünglichen Wortsinn) nach neuen Möglichkeiten, den ausgewählten Wirklichkeitsausschnitt zu betrachten und zu gestalten. Dabei kann sich das Thema einer Studien- oder Diplomarbeit durchaus in einem bestimmten Anwendungsfall konkretisieren (was bei Modellierungs- und vor allem bei Implementierungsarbeiten in der Regel der Fall sein wird). Ein solcher Anwendungsfall kann hypothetisch eingeführt werden oder aber real sein. Im zweiten Fall ist vor allem an die Untersuchung geeigneter Problemstellungen in einem Unternehmen zu denken. Daneben gibt es die Möglichkeit, bei der Gestaltung des Informationssystems des Instituts für Wirtschaftsinformatik mitzuwirken.

Procedere

Für alle Qualifikationsarbeiten am Institut für Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik ist folgendes Procedere vorgesehen:

  1. Zunächst sollte man sich Themenbereiche der Wirtschaftsinformatik suchen, für die man sich begeistern kann (Erkenntnis impliziert Interesse!).
  2. Auf dieser Grundlage können die am Institut vorliegenden Ideensammlungen ausgewertet werden.
  3. Nun ist zu klären, welcher Mitarbeiter (Professor oder Assistent) des Instituts als Betreuer in Frage kommt (neben den jeweils angebotenen Veranstaltungen bietet dazu das im WWW beschriebene Forschungsprofil einen Anhaltspunkt).
  4. Im Falle einer Diplomarbeit ist zu klären, welcher Professor des Fachbereichs Informatik als zweiter Betreuer und als Zweitgutachter fungieren soll. In Ausnahmefällen kann diese Funktion auch von einem Mitarbeiter des Instituts übernommen werden.
  5. Im Gespräch mit den Betreuern ist das Thema einzugrenzen und zu konkretisieren.
  6. In dieser Phase sollte das Literaturstudium beginnen mit dem Ziel, die Veröffentlichungen zu dem Thema möglichst vollständig zu erfassen.
  7. Die Arbeit wird selbständig angefertigt. Gespräche mit dem Betreuer sind wichtig und sollten mindestens einmal im Monat stattfinden, sollten sich aber auf die Klärung weniger wichtiger Schritte beschränken; diese Gespräche sollten durch schriftliche Vorlagen (einige Tage vorher einzureichen) unterstützt werden. Daneben besteht im Fall von Diplomarbeiten und Master Theses die Möglichkeit, den in der Arbeit verfolgten Ansatz im Diplomanden-Kolloquium zur Diskussion zu stellen.
  8. Mit der Abgabe der Arbeit ist beim Betreuer ein ca. halbseitiges Abstract einzureichen - entweder als ASCII-, MS-Word-, Framemaker- oder HTML-Datei. Dieses soll sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache formuliert sein. Zusätzlich muß die komplette Arbeit als MS-Word- oder PDF-Datei auf CD oder per E-Mail dem Betreuer zur Verfügung gestellt werden, um eine elektronische Veröffentlichung möglich zu machen.
  9. Die Erstellung einer Diplomarbeit oder einer Master Thesis verpflichtet zur Teilnahme am jeweiligen Diplomanden-Kolloquium. Die Studierenden stellen in dieser Veranstaltung den aktuellen Stand ihrer Arbeit regelmäßig vor. Dieser wird dann mit den anderen diskutiert und dem betreuenden Dozenten diskutiert, woraus sich wichtige Anregungen fuer die weitere Arbeit ergeben.

Externe Arbeiten

Studenten sind die wohl wichtigsten Vermittler zwischen Universität und Praxis. Deshalb sind Qualifikationsarbeiten, die in einem Unternehmen oder Behörden angesiedelt sind, durchaus zu begrüßen. Die Erfahrung zeigt allerdings, daß es mitunter eine Diskrepanz zwischen den Vorstellungen des Unternehmens oder der Behörde und den Anforderungen an die Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit gibt. Es ist immer notwendig und grundsätzlich vorrangig, den wissenschaftlichen Anforderungen zu genügen. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, daß Kooperation nur dann befriedigend funktioniert, wenn beide Seiten profitieren, also auch das Unternehmen. Es muß im Einzelfall --- mit dem Betreuer und ggfs. dem beteiligten Unternehmen --- entschieden werden, ob und wie ein solcher Konflikt überwunden werden kann.

In jedem Fall muss das Betreuungsverhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden an der Universität zu Stande gekommen sein, bevor irgend eine Verpflichtung gegenüber einem Unternehmen oder einer Behörde eingegangen wird. Am besten und reibungslosesten funktionieren solche Qualifikationsarbeiten, wenn sie in ein Kooperationsprojekt zwischen universitärer Arbeitsgruppe und externem Partner eingebunden sind.