Forschungsmethoden

Zeit/Ort

  • Mo 10 A 213, Mi 14 K 208

Konstituierende Sitzung

  • 23. April 2007

Dozent

  • Klaus G. Troitzsch

Zielgruppe

  • Studierende der Master-Studiengänge Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement im Sommersemester des ersten Studienjahrs (neue Prüfungsordnung)

Leistungsnachweis

  • Gruppenpräsentation
  • falls die Präsentation als nicht ausreichend bewertet wird: mündliche Prüfung

Zugehörige Veranstaltung

  • keine

Weitere Info und und Link zum Foliensatz

Überblick

Ziel dieses Moduls (WIKT06), das sich an die Studierenden im ersten Jahr der Masterstudiengänge Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement richtet und im Sommersemester angeboten werden soll, ist eine vertiefte Behandlung der wissenschaftstheoretischen Grundlagen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Am Ende des Moduls sollen die Studierenden die wesentlichen wissenschaftstheoretischen Kontroversen in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften nachvollzogen haben und mit den miteinander konkurrierenden Interpretationen des Wissenschaftsbegriffs unter Ökonomen und Sozialwissenschaftlern vertraut sein.

Die Veranstaltung endet am 27. Juni 2007, um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Gelegenheit zu geben, an den Modulen der Sommerakademie teilzunehmen. Der Vorlesungsteil wird sich voraussichtlich über die ersten fünf Wochen (17. bis 21. KW) erstrecken, der Übungsteil, in dem die Ausarbeitungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorgestellt werden sollen, folgt dann in den vier Wochen nach Pfingsten (die genaue Aufteilung zwischen Vorlesungs- und Übungsteil erfolgt erst am 23. April 2007, wenn absehbar ist, wie viele Termine für Präsentationen erforderlich sind). Die insgesamt 18 Doppelstunden, die für Vorlesungs- und Übungsteil zur Verfügung stehen, entsprechen den drei SWS für V2+Ü1.

Übersicht

Die Terminangaben sind sehr vorläufig, in eckigen Klammern stehen erste Literaturhinweise.

  • Vorlesungsteil (23.04.-23.05., 27.06.)
    1. Einleitung und Überblick (23.04./25.04.)
    2. Paradigmen der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Forschung (30.04.) [Popper] [Apel]
    3. Strukturalistische Rekonstruktion von Theorien (02.05.)
    4. Systemtheorien (07.05.) [Bunge]
    5. Methoden: Reaktivität, Reliabilität (09.05.)
    6. Methoden: Validität, Validierung (14.05.)
    7. Garbage Can Model (16.05.)
    8. Historische Forschung / hermeneutische Methoden in der Wirtschaftsinformatik (21.05.)
    9. ... (23.05.)
  • Übungsteil (6. bis 25. Juni 2007) --- in diesem Teil sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils zu dritt (ausnahmsweise auch zu zweit oder zu viert) eines der folgenden Themen bearbeiten (in Klammern die Namen der Bearbeiterinnen und Bearbeiter):
    1. Grounded Theory (Braun / Kahle / Zaggl, 06.06.2007)
    2. Forschung in der Wirtschaftsinformatik durch Prototypenentwicklung (Malinowsky / Bühler / Sprotte, 11.06.2007)
    3. Experimentelle Forschung (Fehrenz / Frantz / Rutenbeck, 11.06.2007)
    4. Aktionsforschung (Sauerwein / Pfingsten, 13.06.2007)
    5. Ethnographische Forschung (Böhm / Zug / Koch / Seebahn, 13.06.2007)
    6. Konzeptuelle Forschung / Concept Mapping (Chen / Xu, 13.06.2007)
    7. Methodenforschung (Mensch / Sattel / Ould Edahane / Nyankiye, 18.06.2007)
    8. Fallstudienforschung (Preuss / Gross / Pausch, 18.06.2007)
    9. Prognose / Delphi-Studien (Dewender / Müller / Pham, 20.06.2007)
    10. Begleitforschung / Evaluationsforschung (Gäde / Wahl / Zenz / Ahl / Trappe, 20.06.2007)
    11. Beobachtende Methoden (Börner / Szabelski / Thommes, 25.06.2007)
    12. Surveys (Klinkner / Kougras / Ring, 27.06.2007)
    13. Simulation (Boos / Jahn / Schinhofen, 27.06.2007)

Jede Gruppe präsentiert in etwa 45 Minuten zunächst eine allgemeine Charakterisierung des jeweiligen Ansatzes bzw. der jeweiligen Methode, stellt dann an einem Beispiel aus der Literatur eine möglichst typische Anwendung des Ansatzes oder der Methode vor und würdigt abschließend die Ergebnisse des Beispiels im Hinblick auf Vor- und Nachteile der Methode bzw. des Ansatzes. Eine wesentliche Aufgabe besteht darin, geeignete Literatur zum jeweiligen Ansatz bzw. zur Methode zu finden, sowohl was die allgemeine Charakterisierung angeht, als auch, was das vorzustellende Beispiel angeht. Die unten angegebene Literatur (insbesondere die letzten sechs Titel) ist dazu in vielen Fällen ein geeigneter Ausgangspunkt, das Internet eröffnet weitere Suchmöglichkeiten, letztlich soll aber nur Literatur zitiert werden, die auch gedruckt oder langfristig und unveränderlich elektronisch verfügbar ist (elektronische Zeitschriften sind selbstverständlich als Quellen willkommen, täglich sich ändernde Quellen wie Wikipedia können zur Suche nach Quellen verwendet werden, sind aber selbst keine Quellen).

Literatur

  • Karl R. Popper: Logik der Forschung
  • Paul Feyerabend: Wider den Methodenzwang
  • Karl-Otto Apel: Die Erkären-Verstehen-Kontroverse
  • Mario Bunge: Treatise on Basic Philosophy
  • Ernst Topitsch, ed.: Logik der Sozialwissenschaften
  • Ulrich Frank, ed.: Wissenschaftstheorie in Ökonomie und Wirtschaftsinformatik
  • Ulrich Frank: Towards a Pluralistic Conception of Research Methods in Information System Research
  • Raymond-Alain Thietart, ed.: Doing Management Research
  • Paul Brewerton and Lynne Millward: Organizational Research Methods
  • Phil Johnson and Joanne Duberley: Understanding Management Research
  • Mark Easterby-Smith et al.: Management Research. An Introduction

Alle Bücher sind im Bibliothekskatalog unter Angabe des Autorennamens leicht zu finden (mit Ausnahme der beiden Werke von Ulrich Frank)