Netzwerk Lehrkräfte mit Migrationshintergrund

Das 2. Treffen des Netzwerks "Lehrkräfte mit Migrationshintergrund"

Das im Oktober 2015 auf Initiative des Zentrums für Lehrerbildung gegründete Netzwerk „Lehrkräfte mit Migrationshintergrund“ traf sich am 21. April 2016 zum zweiten Mal am Campus Koblenz. Das Gründungstreffen hatte das Potenzial eines solchen Netzwerks aufgezeigt, und durch den Austausch der beteiligten Lehrkräfte wurde der Bedarf für eine zukünftige Netzwerkarbeit geäußert. Dabei hatte sich herausgestellt, dass den TeilnehmerInnen die Themen „Arbeit mit Flüchtlingen“, „mehr Migranten im Lehrerberuf“ und „kulturbedingte Probleme in der Schulpraxis und der Elternarbeit“ besonders wichtig sind. Mit dem zweiten Treffen sollten in diesen Bereichen Arbeitsgrundlagen geschaffen werden.

Allgemeine Anregungen für die Netzwerkarbeit gab die Landeskoordinatorin des Netzwerkes „Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“ aus Nordrhein-Westfalen, Frau Anica Ispirova. Aus der langjährigen Erfahrung dieses Netzwerks empfahl sie, Mitglieder vor allem projektbezogen zu gewinnen und die Netzwerkarbeit vor allem in der Anfangsphase durch intensive Öffentlichkeitsarbeit zu begleiten.

Schließlich erarbeiteten die TeilnehmerInnen in drei Gruppen Vorschläge, mit welchen Projekten das Netzwerk die drängendsten Themen aufnehmen könnte. Für die Arbeit mit Flüchtlingen und andere Herausforderungen der interkulturellen Schulpraxis wünschen sich die Lehrkräfte vor allem Unterstützung durch mehrsprachige Kommunikationsmittel und einen Erfahrungsaustausch über den Umgang mit sehr heterogenen Lernergruppen und überforderten Eltern. Als Projekte wurden ein Online-Forum mit Materialienpool und gemeinsam organisierte Fortbildungen und Informationsveranstaltungen vorgeschlagen. Letztere sind auch der sinnvollste Weg, um mehr SchülerInnen mit Migrationshintergrund für den Lehrerberuf zu interessieren. Dabei kommt Lehrkräften, aber auch Lehramtsstudierenden, die ebenfalls Migrationserfahrungen besitzen, eine besondere Bedeutung als Vertrauens- und Vorbildpersonen zu. Etwa auf speziellen Informationstagen können sie authentisch und positiv auf den Lehrerberuf aufmerksam machen. Für beide Projektbereiche dient das Netzwerk als hilfreiches Austausch- und Koordinationsforum.

Auch für den dritten Themenbereich, die schulpraktischen und interkulturellen Schwierigkeiten, kann das Netzwerk effektive Unterstützung leisten. Besonders betroffen sind hier Lehrkräfte, die mit Fachunterricht in der Herkunftssprache (HSU) betraut sind. Sie sind oft an Ganztagsschulen tätig und müssen sich dabei regelmäßig untereinander sowohl als FachlehrerInnen vertreten wie auch außerhalb des Unterrichts als VermittlerInnen unterstützen. Durch die landesweite Netzwerkvermittlung könnte für diese Lehrkräfte eine deutliche Entlastung geschaffen werden. Mit den Wünschen nach einem Materialienpool, gemeinsam gestalteten Informationsveranstaltungen zur Flüchtlingsarbeit und zum Lehrerberuf und der personellen Vernetzung sind die Grundlagen für erste Netzwerkprojekte geschaffen. Das Zentrum für Lehrerbildung wird anfangs weiterhin die Gesamtkoordination übernehmen.

(Karsten Münchhoff)

 

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Das 1. Treffen des Netzwerks "Lehrkräfte mit Migrationshintergrund"

 

Das Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) der Universität Koblenz-Landau am Campus Koblenz hat in Kooperation mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) des Landes das Netzwerk „Lehrkräfte mit Migrationshintergrund“ gegründet. Über 20 Lehrkräfte aus ganz Rheinland-Pfalz nahmen an dem ersten Treffen des Netzwerks am Campus Koblenz teil.

Das Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) der Universität Koblenz-Landau am Campus Koblenz hat in Kooperation mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) des Landes das Netzwerk „Lehrkräfte mit Migrationshintergrund“ gegründet. Zum ersten Treffen des Netzwerks kamen jetzt über 20 Lehrkräfte aus ganz Rheinland-Pfalz an den Campus Koblenz.

Das Zentrum für Lehrerbildung der Universität in Koblenz gründete ein Netzwerk für Lehrkräfte mit Migrationshintergrund. Foto: Universität Koblenz-Landau

„In Zeiten einer wachsenden Heterogenität der Schülerschaft ist die Zusammenarbeit mit Lehrkräften mit Migrationshintergrund eine wichtige Erfahrungsquelle, die auch großes Potential für die Lehrkräfteausbildung hat“, erklärt Professor Dr. Hans-Stefan Siller, Leiter des ZfL. Aufgrund eigener Erfahrungen mit mehreren Kulturen und Sprachen können diese Lehrerinnen und Lehrer Situationen und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund gut nachvollziehen. Auch ihre Kenntnisse der Herkunftssprachen ermöglichen einen Zugang zur Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler. Auf dieser Grundlage eröffnet sich eine Chance für die Identifikation der Schülerinnen und Schüler mit diesen Lehrkräften als Bezugspersonen.

Eine sehr aktuelle Herausforderung für die Schulen ist die Integration von Schülerinnen und Schülern aus Flüchtlingsfamilien. Diese Schülerinnen und Schüler haben unterschiedlich gelagerte Schulerfahrungen in den jeweiligen Heimatländern gesammelt. In diesem Zusammenhang weisen die Lehrkräfte mit Migrationshintergrund eine Expertise und wichtige Erfahrungen auf, die von den Schulkollegien bereits häufig genutzt werden, betont Siller.

Das jetzt gegründete Netzwerk will einen Rahmen für einen strukturierten Austausch zu gemeinsamen Anliegen schaffen und gemeinsame Aktivitäten koordinieren. Die Gruppe der Lehrkräfte mit Migrationshintergrund, die mit den vielfältigen Aufgaben im Zusammenhang mit den heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sind, soll mit der Netzwerkarbeit gestärkt und weiter qualifiziert werden. Durch die Vernetzung sollen sie auch entlastet werden. Geeignete Ansprechpartnerinnen und -partner für spezifische Bedürfnisse können identifiziert werden und die Lehrkräfte können sich über das Netzwerk untereinander effektiver austauschen.

Der so angelegte konstruktive und langfristige Austausch zwischen den Beteiligten wird durch das Zentrum für Lehrerbildung am Campus Koblenz koordiniert. Gemeinsame Aktivitäten und inhaltlich relevante Veranstaltungen sind bereits in Planung. „Sehr erfreulich ist das große Interesse an diesem Netzwerk seitens der Lehrkräfte“, sagt Dr. Lina Pilypaitytė, Geschäftsführerin des ZfL. Ihre wertvollen Erfahrungen seien auch für die Universität von großem Interesse, da sie zur Weiterentwicklung der Lehrerbildung genutzt werden könnten.

 

Ansprechpartnerin:
Dr. Lina Pilypaitytė
Universität Koblenz-Landau
Campus Koblenz
Geschäftsführende Beauftragte
Zentrum für Lehrerbildung
Universitätsstr. 1
56070 Koblenz
Tel.: 0261 287 2908
E-Mail: pilypaityte@uni-koblenz.de