Clara Christner M.A. bekommt als eine von zwei Preisträger*innen den Universitätspreis 2018 für ihre Masterarbeit “Relation between Populist Attitudes and Belief in Conspiracy Theories“ vom Freundeskreis der Universität Campus Landau verliehen

Die ehemalige KoMePol-Forschungsstipendiatin und jetzige wissenschaftliche Mitarbeiterin hat für ihre Masterarbeit “Relation between Populist Attitudes and Belief in Conspiracy Theories" den Universitätspreis 2018 vom Freundeskreis der Universität Campus Landau verliehen bekommen. Clara Christner untersucht in ihrer Masterarbeit den Zusammenhang populistischer Einstellungsdimensionen (Anti-Establishment Einstellungen, Forderungen nach mehr Volkssouveränität und dem Glauben an eine homogene Tugendhaftigkeit der Menschen) und den Facetten einer Verschwörungsmentalität (z.B. der Ansicht, dass Regierungen ihr Amt missbrauchen, böswillige globale Verschwörungen existieren und Informationen gezielt vor der Öffentlichkeit zurückgehalten werden) zusammenhängen. Weiter geht es um die Frage, ob den beiden Einstellungsstrukturen gemeinsame dispositionale Prädiktoren zugrunde liegen und inwieweit der Glaube an Verschwörungstheorien, neben populistischen Einstellungen, die Wahrscheinlichkeit der Wahl einer populistischen Partei (Alternative für Deutschland, Die Linke) vorhersagt.

Auf der Grundlage eine selbstständig geplanten und durchgeführten Onlinebefragung mit 243 Personen konnten diese Fragen beantwortet werden. Die erste Analyse zeigt, dass eine starke Assoziation zwischen Facetten von Verschwörungsmentalitäten, die von einem Fehlverhalten der Regierung ausgehen und den zwei Dimensionen populistischer Einstellungen Anti-Establishment-Einstellungen und den Forderungen nach mehr Volkssouveränität besteht. Bei der Bearbeitung der zweiten Forschungsfrage zeigt sich, dass fehlendes politisches Vertrauen ein gemeinsamer Prädiktor für populistische Einstellungen und Verschwörungsmentalitäten ist. Die Bearbeitung der dritten Hypothese (Voraussage der Wahl einer populistischen Partei) ergibt ein differenziertes Bild der Einflüsse der beiden Einstellungsstrukturen auf das Wahlverhalten: Eine Wahlentscheidung für eine der beiden Parteien wird vorrangig durch populistische Einstellungen beeinflusst, Verschwörungsmentalitäten haben darüber hinaus kaum zusätzliche Erklärungskraft. Im Detail zeigen die Ergebnisse, dass die Zustimmung für die AfD am stärksten bei Personen ist, die eine größere Volkssouveränität fordern und nur geringes politisches Vertrauen aufweisen. Die Wahrscheinlichkeit der Wahl der Partei Die Linke ist hingegen am größten bei Probanden, die der Homogenitäts-Dimension populistischer Einstellungen nicht zustimmen (d.h. die einer grundsätzlichen Homogenität der „einfachen Leute“ und damit assoziierten Stigmatisierung und Ausgrenzung spezifischer Gruppen nicht zustimmen) und die der Ansicht sind, dass Informationen gezielt vor der Öffentlichkeit zurückgehalten werden.

Alle Kolleginnen und Kollegen in KoMePol gratulieren Frau Christner ganz herzlich zu diesem Erfolg!


Datum der Meldung 27.01.2019 00:00
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