Das Duell und die Gruppe – Effekte der gemeinsamen Rezeption von Fernsehdebatten

Johannes Schulte, Michaela Maier & Jürgen Maier

Seit der Einführung des Formats im Jahr 2002 haben sich TV-Duelle zwischen den beiden Kanzlerkandidaten der großen Parteien im Vorfeld von Bundestagswahlen in Deutschland etabliert. Als bedeutendstes Medienereignis in Wahlkämpfen ist es wahrscheinlich, dass Rezipienten das Format nicht nur alleine verfolgen, sondern häufig auch gemeinsam mit anderen Personen. Damit treten schon zum Zeitpunkt der Rezeption interpersonale Stimuli neben den ursprünglichen Medienstimulus, die einen Einfluss darauf ausüben können, wie Rezipienten die Fernsehdebatte verfolgen und bewerten.

Diesem Phänomen widmet sich das Projekt am Beispiel des TV-Duells zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück im Vorfeld der Bundestagswahl 2013: Im Zentrum steht dabei die Frage, welchen Einfluss ein sozialer Rezeptionskontext auf die Wirkung eines politischen Medienereignisses wie dem Kanzlerduell besitzt. Um diese zu beantworten werden Daten aus verschiedenen Quellen und Erhebungsverfahren (Befragung, Beobachtung) verknüpft, um ein möglichst vollständiges Bild über die Effekte der gemeinsamen Rezeption von Fernsehdebatten zu erhalten.