mPart II - mobile Partizipation der BürgerInnen mit Schutz der Privatsphäre

Rüdiger Grimm, J. Felix Hampe, Maria A. Wimmer & Sabrina Scherer

Im Fokus des Projektes steht die Untersuchung technologischer Entwicklungen zur politischen Partizipation mit mobilen Endgeräten. Der Untersuchungsgegenstand umfasst erstens das Vertrauen in eine funktionierende, nicht missbräuchlich gesteuerte Technologie, insbesondere das Vertrauen, hierbei in seiner Privatsphäre geschützt zu bleiben und die Technologie daher unbefangen nutzen zu können. Zweitens umfasst er das Vertrauen in die politischen Einflussmöglichkeiten, die mit der Nutzung dieser Technologien verbunden sind.

Die Beteiligung von BürgerInnen an politischen Entscheidungsfindungsprozessen hat durch die Verbreitung des Internets in den letzten Jahren stark zugenommen. Sowohl auf europäischer als auch auf nationaler und regionaler Ebene wurden in den vergangenen fünf Jahren eine Vielzahl an E-Partizipationsprojekten ins Leben gerufen, um BürgerInnen und Bürgerinitiativen über digitale Kommunikationswege in den politischen Diskussionsprozess einzubinden. Die hohen Erwartungen bzgl. der Verbreitung von E-Partizipation sind jedoch nicht erfüllt worden. Im Rahmen des Projekts wird untersucht inwieweit Vertrauen diese Entwicklungen beeinflusst (hat).

Ziel des mPart-Projekts ist es mit der Methode des Design Research leistungsfähige mobile Endgeräte in E-Partizipationsportale zu integrieren, sodass BürgerInnen sich ortsungebunden in politische Konsultationen und Mitbestimmungsvorhaben aktiv einbringen bzw. sich über die laufenden Diskussionen informieren können. Der Schutz der Privatsphäre in mPartizipation (kurz „mPrivacy“) stellt dabei eine besondere Herausforderung dar. Im Rahmen von mPartizipation bewegen sich große Mengen personenbezogener Daten durchs Netz. Der mögliche Missbrauch dieser Daten gefährdet das Vertrauen von NutzerInnen in diese Technik als Instrument der politischen Interaktion. Um das zu verhindern, ist mPrivacy grundständig in mPartizipation mitzugestalten. Für diesen Aspekt des Projektes wird eine Architektur zum Schutz der Privatsphäre sowie ihrer prototypischen Implementierung in einem konkreten Anwendungskontext von mobilen Bürgerkonsultationen eingeführt bzw. weiterentwickelt.

Ausgehend von der Entwicklung solcher Systemlösungen sollen diese in konkreten Kontexten eingeführt werden. Geplant ist dabei auch eine Evaluation der wahrgenommenen Wirkung auf das Vertrauen in die Nützlichkeit diese Technologien für effektive politische Kommunikationsprozesse.

Im Rahmen dieser Forschungsarbeiten wird zunächst ein Vertrauens-Modell für E-Partizipation entwickelt. Ausgehend von diesem Modell wird untersucht, inwiefern das Vertrauen in moderne Technologien zur elektronischen Interaktion einen Beitrag zum Verständnis politischer Kommunikation mit neuen Medien liefert – also der Einfluss von Vertrauen auf E-Partizipation (bzw. mobile Partizipation). Desweiteren wird untersucht wie sich Vertrauen durch politische Partizipation mit elektronischen Medien verändern kann. Es ist wichtig diese Fragestellungen zu untersuchen um Maßnahmen zur Erhöhung von Vertrauen bzw. Verminderung von Misstrauen identifizieren und umsetzen zu können. Aus einer solchen Untersuchung ist es möglich, Empfehlungen und Maßnahmen zur Erhöhung des Vertrauens in E-Partizipation relevant für die Entwicklung technischer Werkzeuge als auch die Projektdurchführung ableiten zu können.