Ziele und Konzepte des Forschungsschwerpunkts „Kommunikation, Medien und Politik“

Ziel des Forschungsschwerpunkts ist es, einen innovativen Beitrag zur Grundlagenforschung auf dem Gebiet der politischen Kommunikationsforschung zu leisten. Im Kern geht es dabei um die individuelle Wahrnehmung und Verarbeitung politischer Kommunikationsinhalte sowie um Wechselwirkungen dieser Verarbeitungsprozesse mit politischen und technischen Strukturen und Rahmenbedingungen. Besondere Berücksichtigung findet die Rolle neuer, webbasierter, interaktiver Informationsangebote. An dieser Schnittstelle forschen an der Universität Koblenz-Landau Arbeitsgruppen aus den Fachbereichen Kultur- und Sozialwissenschaften, Psychologie (inkl. Kommunikationspsychologie) und Informatik. Im Forschungsschwerpunkt sollen die bislang innerhalb der einzelnen Disziplinen angesiedelten Kompetenzen gebündelt werden. Durch die Institutionalisierung interdisziplinärer Forschungsaktivitäten sollen neue Perspektiven auf aktuelle Fragestellungen der politischen Kommunikationsforschung eröffnet werden, in denen individuelle Prädispositionen sowie Wahrnehmungs-, Verarbeitungs- und Handlungsmuster eine zentrale Rolle spielen.

Der Forschungsschwerpunkt verfolgt demnach einen mikroanalytischen Ansatz. Rezipientenaktivitäten und individuelle Informationsverarbeitungsprozesse stehen im Vordergrund des Forschungsinteresses. Die bei der Datenerhebung und -analyse eingesetzten Methoden sind vielfältig; experimentellen Designs und quantitativen Methoden kommt jedoch eine besondere Bedeutung zu. Ebenso stehen Theorien, Ansätze und Konzepte der Medien-, Wahrnehmungs-, Kognitions-, Emotions- und Sozialpsychologie im Fokus, wenn es um die Beschreibung und Erklärung von empirischen Zusammenhängen geht. Gleichzeitig wird jedoch auch den realweltlichen Rahmenbedingungen Rechnung getragen, unter denen politische Kommunikation stattfindet. Rezeption und Verarbeitung politischer Informationen werden nicht ausschließlich unter Laborbedingungen analysiert, sondern auch im Kontext gesellschaftlicher und institutioneller Strukturen der im politischen Raum agierenden Personen und Organisationen, realer Ereignisse und technischer Rahmenbedingungen untersucht. Dies ermöglicht Aussagen über den Einfluss solcher Kontexte auf die Nutzung, Wahrnehmung und Wirkung politischer Informationen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für das politische System.

Unter dieser Maßgabe arbeiten 23 WissenschaftlerInnen aus der Politikwissenschaft, der Kommunikationswissenschaft, der Psychologie und der Informatik in zehn Teilprojekten eng zusammen. Alle Teilprojekte beschäftigen sich mit unterschiedlichen Aspekten Politischer  Kommunikation, beispielsweise Politischer Kommunikation via Smartphone, Personalisierung Politischer Kommunikation oder Motive der Nutzung Sozialer Medien für Politische Kommunikation (zu den Teilprojekten).  Neben der Arbeit an den Teilprojekten steht die gemeinsame Erarbeitung und Weiterentwicklung von Konzepten im Vordergrund, die für die Politische Kommunikation im Zeitalter webbasierter Medien wesentlich sind. Ein Beispiel hierfür ist das Konzept von Vertrauen, das in allen beteiligten Disziplinen eine wichtige Rolle spielt. Basierend auf diesen Aktivitäten soll der Forschungsschwerpunkt langfristig in eine DFG-Forschergruppe überführt werden.