Fallzahl Landau: 0 (Warnstufe Grün) Maßnahmenkonzept

Aktuelles

INFORMATIONEN  ZUR  AKTUELLEN  LAGE

  • Aus Gründen des Infektionsschutzes ist das Institut bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen.
    Bei sprechstundenrelevanten Fragen können Sie die Dozenten per E-Mail kontaktieren.
  • Beachten Sie bitte die Informationen der Hochschulleitung.
 
LEHRE 


  • Verbuchung von Studienleistungspunkten
    Bitte schicken Sie Ihre Laufzettel zusammen mit einem frankierten Rückumschlag ins Institut zu Händen von Carmen Dixon. 
    Zur Verbuchung im Modul 4 muss die Unterschrift des Dozenten zwingend bereits vorhanden sein.
  • Forschungskolloquium für Abschlussarbeiten im Bachelor und Master 
    jeweils von 18-20 Uhr
        • 11.5.21
        • 8.6.21
        • 22.6.21
        • 6.7.21
        • 20.7.21
    Die Veranstaltung findet mit BBB statt, Studierende erhalten auf Anfrage den Link..
SONSTIGES

  • Die Familienbildung im HEINRICH  PESCH  HAUS  Ludwigshafen sucht Verstärkung:
    Für die Kinderferienprogramme werden wieder qualifizierte Betreuer*innen gesucht.
    Kontakt: j.sand (at) familienbildung-ludwigshafen.de
    weitere Informationen  hier


  • Das Stipendienprogramm NicK vergibt Stipendien für Studierende kindheitspädagogischer Studiengänge.
    weitere Informationen  hier

 

DER  ARBEITSBEREICH  PÄDAGOGIK  DER  FRÜHEN  KINDHEIT  TRAUERT  UM

PROF.  DR.  SUSANNA  ROUX

Wir nehmen Abschied von Frau Prof. Dr. Susanna Roux. Mit ihrem Gehen verliert das Fach Pädagogik der frühen Kindheit im Allgemeinen und der Arbeitsbereich Pädagogik der frühen Kindheit am Campus Landau unserer Universität im Besonderen nicht nur eine verdiente Wissenschaftlerin, sondern auch eine außerordentlich geschätzte Kollegin, mit der wir uns persönlich sehr verbunden fühlten.

Obwohl Susanna Roux seit 2011 formal nicht mehr Mitglied der Universität Koblenz-Landau war, sondern Professorin für Elementarpädagogik an der PH Weingarten, gehörte sie doch bis zuletzt zu uns. Wenn wir nach der Corona-Krise ins Institut zurückkehren, werden wir ihr Postfach und ihren Schreibtisch vorfinden. Sie war an der Mehrzahl der Forschungsprojekte beteiligt, die am Arbeitsbereich Pädagogik der frühen Kindheit durchgeführt und beantragt wurden, und nahezu jeden Montag zu Projektbesprechungen bei uns.

Der berufliche Weg von Susanna Roux war sehr ungewöhnlich. Sie machte zuerst eine Ausbildung zur Erzieherin und entwickelte sich dann Schritt für Schritt weiter bis zur Professorin für Elementarpädagogik. Auf ihrem gesamten Lebensweg war sie dabei von der Universität Koblenz-Landau geprägt.

Susanna Roux studierte von 1990 bis 1994 Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Pädagogik der frühen Kindheit und Interkulturelle Bildung an unserer Universität und schloss dieses Studium mit dem Diplom ab. Direkt danach wurde sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf), ebenfalls am Campus Landau. Sie promovierte dort im DFG-Projekt „Externe Empirische Evaluation des Modellprojekts Kindersituationen“ mit einer Dissertation zu „Informationen von Kindern zur pädagogischen Qualität frühkindlicher Betreuungsumwelten“. Die Perspektive des Kindes, die pädagogische Qualität und die empirisch-quantitative Forschung waren bis zuletzt zentral für ihre wissenschaftliche Arbeit.

Von 2001 bis zu ihrem Ruf 2011 an die PH Weingarten als Professorin für Elementarbildung war Susanna Roux wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Pädagogik der frühen Kindheit am Institut für Bildung im Kindes- und Jugendalter in der August-Croissant-Straße.

Die Verbindung von Forschung, Lehre und Praxis war für sie ein zentrales Anliegen. Sie führte mit Gisela Kammermeyer am Campus Landau 14 gemeinsame und zwei eigene Forschungsprojekte durch. Sowohl beim Entwickeln, Einwerben und Durchführen der Forschungsprojekte als auch beim Verarbeiten der Ablehnungen war sie unverzichtbar. Sie war stets zuversichtlich und mutig, wenn es darum ging, ein Projekt auf den Weg zu bringen. Sie arbeitete auch noch in Zeiten der Krankheit mit beeindruckendem Engagement weiter. Wenn es Schwierigkeiten gab, blieb sie stets gelassen und argumentierte „Wir arbeiten nicht am offenen Herzen“. Sie war optimistisch und gab dem Team Kraft mit den Worten: „Es kommt nicht darauf an, was ist, sondern was werden kann“.

Susanna Roux prägte die Teamsitzungen, indem sie immer wieder auch durch Infragestellen sowie durch Perspektivwechsel die inhaltliche Diskussion voranbrachte. Sie legte sehr großen Wert auf Struktur und nahm die Organisation tatkräftig und zuverlässig in die Hand. Auch wenn die wissenschaftliche Qualität für sie oberste Priorität hatte, so war sie doch immer auch an den Menschen interessiert, mit denen sie zusammenarbeitete. So entwickelten sich im Team überaus geschätzte Beziehungen, die gemeinsame Arbeit im Team wurde dadurch sehr bereichert. Die Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses lag ihr besonders am Herzen. Es ging ihr bei diesem und auch bei sich selbst nicht nur um die Leistungs-, sondern auch um die Persönlichkeitsentwicklung. Eine Mitarbeiterin beschrieb Susanna Roux in ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit Gisela Kammermeyer mit den Worten: „Sie beide waren eine unfassbar energetische, mitreißende und innovative Dyade – vorbildhaft für uns Mitarbeiterinnen!“

Miteinander im Gespräch zu sein, war für sie von hohem Wert, und das spiegelte sich auch im Projekt „Mit Kindern im Gespräch“ wider, das von 2008 bis heute Schwerpunkt auch ihrer Forschung war. Mit dem Qualifizierungskonzept „Mit Kindern im Gespräch“, das im Rahmen eines DFG-Projekts evaluiert wurde und sich langfristig als wirksam erwies, werden in Rheinland-Pfalz aktuell alle Sprachförderkräfte in Kindertagesstätten fortgebildet. Mit unermüdlichem Einsatz engagierte sich Susanna Roux mit ihrem Team in Weingarten, mit dem ein enger Austausch besteht, – auch noch in den letzten Monaten der Krankheit – dafür, dass dieses Konzept auch in Baden-Württemberg eingesetzt wird. Dieses Projekt lag ihr besonders am Herzen, denn in diesem gelang es, vieles zu vereinen, was ihr wichtig war. Inhaltlich geht es um Qualität in Kindertagesstätten, um die Perspektive des Kindes und um Sprache. Die methodische Anlage ist gekennzeichnet durch summative Evaluation, Beobachtung, quantitative Forschung und Längsschnitt und zuletzt: Die Qualität der eigenen Forschung konnte Susanna Roux durch die Förderung der DFG belegen.

Als ehemalige Erzieherin ging es ihr jedoch nicht nur um Forschung auf hohem Level. Sie lenkte den Blick auch immer wieder auf die Frage, inwieweit die Forschung auch den pädagogischen Fachkräften in der Praxis dient, und wie Forschungserkenntnisse in die Lehre übertragen werden können.

Susanna Roux prägt den Teilstudiengang Pädagogik der frühen Kindheit am Campus Landau und darüber hinaus. Sie kannte die Geschichte dieses Studiengangs bestens und konnte diese Kenntnisse für die Weiterentwicklung nutzen. Sie war maßgeblich an der Konzipierung des heutigen Bachelor-/Masterstudiengangs beteiligt. Es wird wohl kaum Studierende der Pädagogik der frühen Kindheit – auch über Landau hinaus – geben, die den Namen Susanna Roux nicht kennen. Dies liegt daran, dass sie das erste Handbuch „Pädagogik der frühen Kindheit“ mit herausgegeben hat, das als Standardwerk des Faches gilt. Ihr letztes Werk wird vermutlich die Praxis in ähnlicher Weise prägen. Es handelt sich um ein neues Handbuch, in dem wissenschaftliche Erkenntnisse für die Praxis aufbereitet werden. Das Erscheinen dieses Handbuchs in den nächsten Tagen erlebt sie nun nicht mehr. 

Wir vermissen Susanna Roux in unserem Team mit ihrer humorvollen, direkten und pragmatischen, aber auch mitfühlenden Art. Wir wollen ihr und unser gemeinsames Werk – wie eine Mitarbeiterin es formulierte – mit Roux’scher Zuversicht, Überzeugungskraft und Kampfgeist weitertragen.

Das gesamte Team des Arbeitsbereichs Pädagogik der frühen Kindheit