Forschungsprogramm

Ziele der Graduiertenschule

Die übergeordnete Fragestellung der Graduiertenschule nach den Dynamiken der Pluralisierung und Normalisierung im Kontext der Herausforderung der Lebensführung lässt sich an mehreren Problemlagen verdeutlichen. Diese sind gleichermaßen für Philosophie, Pädagogik und angrenzende Wissenschaften von hoher Relevanz. Allerdings stehen die verschiedenen Fragen, die in den Einzelwissenschaften formuliert und debattiert werden, noch unverbunden nebeneinander. Eine intensiv geführte interdisziplinäre Diskussion steht noch aus.

Die Graduiertenschule will diese Lücke in der Forschung schließen: Die integrative Betrachtung und Vernetzung der einzelnen Debatten kann zu einem vertiefenden Verständnis der Problemlage führen. Die Forschungsarbeiten und die begleitenden Veranstaltungen in Form von Workshops, Tagungen sowie Kollegs diskutieren die Facetten der Thematik. Im Austausch mit angrenzenden Wissenschaften wird es somit möglich, die aktuellen Debatten zu analysieren und zu strukturieren.

Vor diesem Hintergrund werden sowohl erkenntnistheoretische Fragen erörtert als auch Fragestellungen diskutiert, die in den Bereich der Praktischen Philosophie fallen. Im Einzelnen können folgende Themen das Spektrum der Forschungsarbeit illustrieren: Wie kann vor dem Hintergrund einer einheitlichen Realität von einer Pluralität unterschiedlicher Wissenssysteme gesprochen werden? In welchem Verhältnis stehen verschiedene Formen der Wissensorganisation zueinander; und benötigen sie einen gemeinsamen Bezugspunkt, um Wahrheitsansprüche zu formulieren? Führt eine Pluralität von Wissensordnungen zu einem Relativismus? Wie lässt sich die Beziehung zwischen wissenschaftlichem Wissen, kulturellem Wissen und lebensweltlichem Wissen beschreiben und verstehen? Wie kann unter der Voraussetzung der Pluralität von Wissensordnungen, Orientierung entstehen? Unter welchen Bedingungen ist die Möglichkeit von Normalität angesichts einer pluralen Wissensverfassung denkbar?

Die Arbeit der Graduiertenschule ist geisteswissenschaftlich orientiert und leistet in diesem Sinne Grundlagenarbeit. Es werden Dissertationsprojekte gefördert, die die klassische und zeitgenössische Theoriebildung auf höchstem Niveau reflektieren.