Jascha Hook, M.Ed.

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Seit 2018

Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Koblenz-Landau, Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft, Arbeitsbereich Historische Bildungsforschung

2011-2017

Studium der Fächer Sozialkunde und katholische Religionslehre für das Lehramt an Gymnasien an der Universität Koblenz-Landau und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Dissertationsprojekt:

Professionswissen und Lebensgeschichten von Politiklehrerinnen und -lehrern der Kriegskindergeneration


Die Geschichte der politischen Bildung als Schulfach in der Bundesrepublik Deutschland beginnt vergleichsweise spät. Entgegen der offiziellen Einführung in den 1950er Jahren konsolidiert sich der schulische Politikunterricht erst in den 1960er Jahren mit der beginnenden Fachlehrerausbildung (Detjen 2013). Allerdings sind die ersten Fachlehrenden angesichts der spärlichen Bemühungen um die Aufarbeitung der Fachgeschichte bislang gänzlich unbeachtet geblieben (Busch/Grammes 2018).

            Dabei ist das Fach seit Anfang an gerade von einer Lehrerschaft getragen worden, deren Lebensgeschichten enorm durch politische Erfahrungen geprägt sind. So wissen wir nur wenig von den Lehrerinnen und Lehrern, die als Generation der Kriegskinder zwischen 1933 und 1945 geboren sind, zumeist in den 1960er Jahren an den mittlerweile eingerichteten Lehrstühlen Politik studiert und das Fach seitdem über veränderungsreiche Zeiten begleitet haben.

            Ausgehend von der professionstheoretischen Einsicht um die enge Verbindung zwischen Lebensgeschichte und Lehrerhandeln sollen die professionellen Deutungen und Handlungen dieser Lehrerschaft rekonstruiert und in Beziehung zu ihren biographischen Erfahrungen gesetzt werden. Inwiefern wirken sich lebensgeschichtliche Erfahrungen auf die Entwicklung von professionellen Orientierungen im Fach Politik aus?

            Während die Lehrerbiographieforschung inzwischen auf eine lange Tradition zurückblickt, sind immer noch solche Arbeiten selten, die explizit Fachlehrende untersuchen (Kunze/Stelmaszyk 2004). So sind aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive vorwiegend diejenigen Fachkulturen in den Blick genommen worden, von denen gemeinhin die engsten Verbindungen zu lebensgeschichtlichen Erfahrungen angenommen werden (Hansmann 2001, Fehlhaber 2003, Volkmann 2008). Gleichzeitig fragen auch politikdidaktische Arbeiten allenfalls nach subjektiven Überzeugungen und Grundhaltungen (Klee 2008), ohne dabei eine gesamtbiographische Perspektive einzunehmen und damit Aussagen darüber zu ermöglichen, wie die spezifischen Vorstellungen und Handlungsmuster von Politiklehrenden biographisch rückgebunden sind.

            Um die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Lebensgeschichte und Professionswissen zu beantworten, werden narrative Interviews um eine leitfadengestützte Befragung ergänzt. Von besonderem Interesse sind dabei die politischen Sozialisationswege und der damit verbundene Versuch, unterschiedliche historische Identitäten von Politiklehrerinnen- und lehrern zu rekonstruieren.

            Die Suche nach solchen Identität erscheint aus drei Gründen lohnenswert: erstens lassen die politischen Generationserfahrungen dieser Lehrerschaft Wechselwirkungen zwischen Lebensgeschichte und Professionswissen geradezu erwarten, zweitens fehlt ihnen weitgehend die fachdidaktische Ausbildung und drittens bewegt sich politische Bildung traditionell in einem diffusen Feld zahlreicher Bezugsdisziplinen, so dass vermehrte Rückbezüge auf biographische Erfahrungen aber auch individuelle Schwerpunktsetzungen wahrscheinlich sind.

 

Busch, Matthias/Grammes, Tilman (2018): Wenn das Fach sein Gedächtnis (wieder-)entdeckt. Warum eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der politischen Bildung lohnt. In: POLIS, 02/2018, S. 7–11.

Detjen, Joachim (2013): Politische Bildung: Geschichte und Gegenwart in Deutschland. Oldenburg.

Fehlhaber, Axel (2003): Bewährung und Religion. Rekonstruktive Fallanalysen als Beitrag zur (Religions-)Lehrerforschung. Oldenburg.

Klee, Andreas (2008): Entzauberung des politischen Urteils. Eine didaktische Rekonstruktion zum Politikbewusstsein von Politiklehrerinnen und Politiklehrern. Wiesbaden.

Kunze, Katharina/Stelmaszyk, Bernhard. (2004): Biographien und Berufskarrieren von Lehrerinnen und Lehrern. In: Helsper, Werner/Böhme, Jeanette (Hrsg.): Handbuch Schulforschung. Wiesbaden, S. 795-812.

Volkmann, Vera (2008): Biographisches Wissen von Lehrerinnen und Lehrern. Der Einfluss lebensgeschichtlicher Erfahrungen auf berufliches Handeln und Deuten im Fach Sport. Wiesbaden. 

 

 

2020

„50 mein Jahr. Und ich war erst 19“ / „Im Dienste der Wissenschaft“. Nachwendeautobiographien eines Staatsbürgerkundelehrers der DDR-Gründungsgeneration – Virtueller Quellenworkshop „Geschichte der Praxis des (Fach-)Unterrichts. Zur Nutzung neuer Quellengattungen in der Historischen Bildungsforschung“ der BBF des DIPF / Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation Berlin und der Ruhr-Universität Bochum, 25. bis 26. Juni 2020.

 

2019

„Ich komme aus einem schwarzen Haus“ / „Mein Vater ist Jahrgang 1880“ Über die Fälle zweier ehemaliger Sozialkundelehrer – Bildung und Demokratie im 20. Jahrhundert, Perspektiven bildungsgeschichtlicher Fachunterrichtsforschung, Interdisziplinäre Tagung Universität Trier, 8. bis 9. November 2019.

Vizualization of political Arguments of Civics Courses in the former GDR – ECER 2019 „Education in an Era of Risk – the Role of Educational Research for the Future“ Universität Hamburg, 2. bis 6. September 2019.

Discretionary space in citizenship education in the former GDR – International Standing Conference for the History of Education (ISCHE) 41, Spaces and Places of Education. University of Porto, 16. bis 20. Juli 2019.