Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2018/19

Epiktet: Handbüchlein der Moral

Inhalt

Epiktets Leben und Lehre sind ungewöhnlich. Er wurde ca. 50 n. Chr. als Sohn einer Sklavin geboren und lebte selbst lange Zeit als Sklave in Rom, wo er zum ersten Mal in Kontakt mit der Philosophie kam. Nach seiner Freilassung gründete er eine eigene Philosophenschule, die für ihre besonders ärmlich ausgestatteten Räumlichkeiten bekannt war. Es sind keine Schriften Epiktets überliefert, dafür jedoch eine ganze Reihe von Überlegungen und Gesprächsauszügen, die von seinen Schülern im sogenannten Handbüchlein der Moral festgehalten wurden. Auch wenn das Handbüchlein zunächst wie eine lose Zusammenstellung von mal kürzeren, mal längeren Textabschnitten erscheint, zieht sich doch ein gemeinsamer Gedanke durch sämtliche Passagen: Die Frage nach dem guten Leben. Im Seminar wollen wir versuchen, Epiktets Überlegungen zum guten Leben zu verstehen und darüber einen der bekanntesten Vertreter der jüngeren Stoa kennenlernen.

 

Textgrundlage

Epiktet, Handbüchlein der Moral, übers. und hrsg. von Kurt Steinmann, Stuttgart: Reclam, 1992.
ISBN: 978-3150087886

 

Sekundärliteratur

  • Maximilian Forschner, Über das Glück des Menschen, Darmstadt 1993.
  • Christoph Horn, Antike Lebenskunst, München 2014.
  • Georg Wöhrle, Epiktet für Anfänger: Eine Lese-Einführung, München 2002.

 

Wilhelm von Ockham: Erkenntnistheorie und Wissenschaft

Inhalt

Wilhelm von Ockham gilt als einer der herausragenden Denker des Mittelalters. Der Einfluss, den seine Lehren auf die Wissenschaften sowie die Politik hatten, ist bis heute spürbar, und Ockham wird daher immer wieder als einer der "Wegbereiter der Moderne" bezeichnet. Im Seminar werden wir uns v.a. mit Ockhams Überlegungen zur Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie beschäftigen. Wir folgen dabei den zentralen Fragen Ockhams: Wie können wir mit Gewissheit etwas über die Dinge der Welt wissen? Wie genau beziehen wir uns eigentlich in unserem Denken auf Dinge, die außerhalb von uns liegen? Was ist überhaupt Wissenschaft, womit beschäftigt sie sich und wie hängt sie mit unserem Erkennen zusammen? In seinen kleinschrittigen und schwierigen Analysen bietet uns Ockham Antworten auf diese Fragen. Das Seminar setzt daher die Bereitschaft voraus, sich auf Ockhams detaillierte Gedankengänge einzulassen und Texte zu lesen, deren Stil und Aufbau uns heute fremd erscheinen mögen.

 

Textgrundlage

Wilhelm von Ockham, Texte zur Theorie der Erkenntnis und der Wissenschaft, übers. und hrsg. von Ruedi Imbach, Stuttgart 1996
ISBN: 978-3150082393

 

Sekundärliteratur

  • Jan P. Beckmann, Wilhelm von Ockham, München ³2014.
  • Jürgen Goldstein, "Ockhams Beitrag zur modernen Rationalität", in: Zeitschrift für philosophische Forschung 53.1 (1999), S. 112-130.
  • Volker Leppin, Wilhelm von Ockham: Gelehrter, Streiter, Bettelmönch, Darmstadt 2003.
  • Dominik Perler, Theorien der Intentionalität im Mittelalter, Frankfurt a. M. ²2004.

 

SoSe 2018

  • Augustinus: Über das Glück
  • Kant: Träume eines Geistersehers

 

WiSe 2017/18

  • Anselm von Canterbury: Proslogion
  • Kant: Kritik der ästhetischen Urteilskraft
  • Petrus Abaelard: Die Ethik

 

SoSe 2017

  • Frege: Funktion, Begriff, Bedeutung - Fünf logische Studien
  • Locke: Ein Versuch über den menschlichen Verstand