Südwestdeutsche Medientage

Die sechsten Südwestdeutschen Medientage werfen einen Blick auf die zunehmende Bedeutung direkter Kommunikation ohne den Zwischenschritt medialer Gatekeeper – und auf die Folgen für Journalismus, Politik, Gesellschaft, Kirchen und andere Organisationen. Zu Gast sind unter anderem die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken und Prof. Dr. Christoph Neuberger.

Öffentliche Akteure, Politiker*innen, Regierungen, zivilgesellschaftliche Akteure, auch Unternehmen und Kirchen haben es heute viel leichter als früher, Adressat*innen auf direktem Wege zu erreichen. Social Media-Kanäle und elektronische Kommunikation machen’s möglich. Der mühsame und nicht immer von Erfolg gekrönte Weg über etablierte Medien scheint entbehrlich. Agenda-Setting wird selbst gemacht. Friedrich Merz hat diese Entwicklung 2020 bei der Talk-Runde eines Karnevalsvereins auf den Punkt gebracht: „Wir brauchen die nicht mehr. Und das ist das Schöne. Sie können heute über Ihre eigenen Social Media-Kanäle, über YouTube, Sie können ein Publikum erreichen, das teilweise die Öffentlich-Rechtlichen, auch die privaten institutionalisierten Medien nicht mehr erreichen.“ Was Merz für eine „gute Nachricht der Digitalisierung“ hielt, hatte im Blätterwald, im Äther und teils auch im Netz einen Sturm der Entrüstung zur Folge.

Die Südwestdeutschen Medientage werfen einen kritischen Blick auf die zunehmende Bedeutung direkter Kommunikation ohne die Vermittlung öffentlich-rechtlicher und privater Medien – aus wissenschaftlicher, journalistischer, politischer Sicht. Und sie fragen ethisch: Was an der Entwicklung ist tatsächlich »gut« und was ist »schlecht«. Welche Herausforderung ergeben sich für Medienhäuser und Verlage? Wie verändert sich der Beruf de*r Journalistin. Welche Rückwirkungen ergeben sich für öffentliche Akteure, wenn sie sich nicht mehr dem Gatekeeping des professionellen Journalismus stellen, sondern Thema, Meinungsmacher*in, Produzent*in und Gatekeeper in einer Person sind.

Das ganze Programm finden Sie unter www.suedwestdeutschemedientage.de/startseite

 

Sie haben zwei Möglichkeit, an den Medientagen teilzunehmen:

Sie können an der gesamten zweitägigen Tagung teilnehmen. Melden Sie sich hierzu bitte unter www.suedwestdeutschemedientage.de/startseite an. Die Teilnahme ist kostenlos - lediglich für eine Unterkunft wird bei Bedarf ein Beitrag erhoben.

Alternativ können Sie nur an der öffentlichen Abendveranstaltung am 29.6. um 19 Uhr auf dem Hambacher Schloss, Neustadt an der Weinstraße teilnehmen. Hier diskutieren wir zum Thema "Twitter statt Tagesschau? - Politische Kommunikation im digitalen Wandel" mit Saskia Esken (Bundesvorsitzende der SPD) und Thomas Dauser (Direktor Innovationsmanagement und Digitale Transformation des SWR). Auch hierzu bitten wir Sie, sich unter www.suedwestdeutschemedientage.de/startseite anzumelden.

 

Die Südwestdeutschen Medientage sind eine Kooperationsveranstaltung des Frank-Loeb-Instituts, der Evangelischen Akademie der Pfalz und der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Sie werden gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung. Wir arbeiten zudem zusammen mit der Rheinpfalz, dem Mannheimer Morgen und dem Deutschen Journalistenverband Rheinland-Pfalz.

Wann 29.06.2022 13:00 bis
30.06.2022 13:00
Wo Butenschoen-Haus (Landau) und Hambacher Schloss (Neustadt an der Weinstraße)
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