Veralteter Link
Die Adresse des Inhalts, den Sie erreichen wollten, hat sich geändert. Sie wurden automatisch zu der neuen Adresse weitergeleitet. Sollten Sie über ein Lesezeichen oder einen Link hierhin gelangt sein, denken Sie bitte daran diesen zu aktualisieren.

Das Manifest

MENSCHENRECHTSBILDUNG

im Fachbereich 6: KULTUR- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN

am Campus Landau

 

MANIFEST

 

Bildung an Universität und Schule ist dem Aufbau von Kompetenzen verpflichtet, die sich über ein rein fachliches Wissen hinaus grundlegend der Sicherung des Humanum in Freiheit und Solidarität verpflichtet wissen müssen. Getragen wird dies in der vernetzten Welt des 21. Jahrhunderts von den Menschenrechten, denen der Status einer verbindenden Klammer zwischen Kulturen, Gesellschaften und Religionen zukommt.

Menschenrechtsbildung in den Kultur- und Sozialwissenschaften am Campus Landau...

... macht die Würde des Menschen – ihre Herleitung und Fundierung – zum Mittelpunkt ihrer Arbeit und sucht nach Wegen, sie zu wahren.

... muss Bildung über Menschenrechte sein, also die Fähigkeit, Menschenrechte benennen und ihre Bedeutung darlegen zu können.

... muss Bildung durch gelebte Menschenrechte sein, indem sie partizipative Lernwege zwischen freien Menschen – Studierenden und Lehrenden – zulässt, unterstützt und einfordert, und weiß, dass Menschenrechtsbildung nur dann realisiert werden kann, wenn sie ihr Programm im Bildungsgeschehen selbst einlöst.

… muss Bildung für Menschenrechte sein, nämlich die Bereitschaft implizieren, sich diesem Anspruch im eigenen Handeln immer wieder zu stellen.

... weiß sich inspiriert von den „Hambacher Ideen“ – jenen freiheitlich-demokratischen Aufbrüchen in der Pfalz – am 27. Mai 1832 ertrotzt und heute Kernbestand republikanischer Verfassungen. So will sie den „brüderlichen Geist“ insbesondere der Meinungs- und Redefreiheit fördern, der die prinzipielle Gleichwertigkeit der Menschen verwirklicht.

... nimmt die „Ideen von Hambach“ – unweit von Landau einst entworfen – zum Anlass, diese jedes Jahr aufs Neue an den Tagen um den 27. Mai am Campus Landau in das Bewusstsein von Lehrenden, Studierenden sowie Schülerinnen und Schülern zu heben und nach der Bedeutung in der Gegenwart zu fragen.

... ist sich der unmenschlichen Abgründe von Faschismus, Nationalsozialismus und Holocaust bewusst, die 1948 den Hintergrund der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte bilden, und ist deshalb „erinnerungsgeleitet“. Jene Barbarei – bisheriger Tiefpunkt der Menschheit – wird als Impuls und Auftrag zur tätigen Mitleidenschaft angesichts aktueller Verfolgungs- und Entrechtungstendenzen verstanden.

... nimmt eine kritische Haltung ein und zeigt entschieden Widerstand gegenüber jenen Bestrebungen, Tendenzen und Entwicklungen, die Menschenrechte unterdrücken – seien sie politisch, wirtschaftlich, kulturell, sozial oder religiös motiviert.

... fokussiert das Bildungsgeschehen am Campus Landau in den Kultur- und Sozialwissenschaften auf ausgewählte menschenrechtliche Problemstellungen mit drängender Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung.

... regt die im Fachbereich tätigen wissenschaftlichen Disziplinen an, ihren spezifischen kulturellen Bezug zu den Menschenrechten markant offenzulegen und das ergründete, gefundene Potential in den Bildungsprozess kritisch-konstruktiv einzubringen.

... bildet wechselnde Allianzen über Fächergrenzen hinweg und macht so offensichtlich, dass Menschenrechtsbildung ein gemeinsamer übergreifender Auftrag ist und sein muss. Dieser verdient entsprechende Anstrengungen und kann niemals delegierbar sein.

 

Menschenrechtsbildung initiiert und realisiert so ein multiperspektivisch verankertes Bildungsgeschehen, das sich der Trias von „Mensch – Bildung – Umwelt“ verpflichtet weiß. Sie orientiert universitäre wie schulische Arbeit grundlegend und legitimiert fachspezifische Kompetenzen. In dem Bewusstsein, dass die Würde eines jeden Menschen unantastbar ist, gleichwohl diese Unantastbarkeit geschützt und die Bedeutung der Menschenrechte von nachfolgenden Generationen immer wieder neu verstanden werden muss, erschließt sich die Verantwortung jedes am Bildungsgeschehen beteiligten Menschen.

 

Gegeben am Tag der Menschenrechte,

den 10. Dezember 2015

 

von Professorinnen und Professoren,

wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

des Fachbereichs 6 am Campus Landau

 

Eine von Prof. Tina Stolt künstlerisch gestaltete Fassung des Manifests finden Sie als Druckvorlage hier.