Forschungsprojekte [research projects with grants]

Im folgenden sind größere Drittmittelprojekte aufgelistet, an denen die Mitglieder der Arbeitseinheit Politische Kommunikation als Primärforscher beteiligt sind/waren [Please find below a list of research projects funded with grant money in which the current/former members of the research unit "Political Communication" are/were involved as principal investigators].

Zeitung Lesen macht Azubis fit! Langzeitleseprojekt zur Förderung der individuellen Informations- und Medienkompetenz von Auszubildenden (ZeiLe)

Inhalt: Ausbildungsbetriebe beklagen oft die mangelnde Ausbildungsreife junger Menschen. Damit sind im Kern ein zu geringes Allgemeinwissen und Defizite im Bereich der Sprachkompetenz gemeint. Gleichzeitig nutzen Jugendliche immer seltener die Lokalzeitung. Die Politik wiederum beklagt eine wachsende Abkehr junger Erwachsener von der Politik und ein immer geringeres Verständnis politischer Prozesse. Das Projekt untersucht, welchen Zusammenhang es zwischen der Rezeption der regionalen Tageszeitung, Wissenserwerb, Lese- und Sprachkompetenz, Mediennutzungsgewohnheiten und staatsbürgerschaftlichen Orientierungen besteht. Im Rahmen eines quasi-experimentellen Designs wird der Effekt der regelmäßigen Printmedienrezeption auf Auszubildende untersucht und mit den Entwicklungen in einer Kontrollgruppe verglichen.

Projektnehmer: Prof. Dr. Jürgen Maier, Prof. Dr. Michaela Maier (Universität Koblenz-Landau)

Projektträger: Die Rheinpfalz, regionale Unternehmen (2006-2009); Verband der Zeitungsverleger in Rheinland-Pfalz und Saarland (2009-2019), Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz (2009-2019), Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr Saarland (2009-2015), Europäischer Sozialfond (2011-2013)

Projektlaufzeit: 8/2006 - 7/2019

Politische Kenntnisse in der Bundesrepublik Deutschland: Verteilung, Struktur, Determinanten, Konsequenzen, 1949-2006

Inhalt: Das Wissen der Bevölkerung über Politik ist in Deutschland bislang kaum erforscht. Ergebnisse aus den USA zeigen jedoch, dass individuelle politische Kenntnisse für die Stabilität des politischen Systems und die Qualität des deomokratischen prozesses überaus wichtig sind. Ziel des Projekts ist es, die Verteilung, die Struktur, die Determinanten und die Konsequenzen von politischen Kenntnissen in der deutschen Wählerschaft zu untersuchen. Zu diesem Zwecke werden alle bei GESIS eingestellten repräsentativen Bevölkerungsumfragen aus den Jahren 1949 bis 2006, in denen Wissensfragen enthalten sind, in zeitlich vergleichender Perspektive auf der Aggregat- und der Individualebene ausgewertet.

Projektnehmer: Prof. Dr. Jürgen Maier

Projektträger: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Laufzeit: 4/2008 - 3/2010

Analyse der TV-Debatten 2009, 2013 und 2017

Inhalt: Ziel des Projekts ist es, Inhalt, Verarbeitung und Wirkung von Informationen in TV-Duellen zu untersuchen. Das Projekt ist Teil der German Longitudinal Election Study (GLES) und umfasst

  • eine Inhaltsanalyse des TV-Duells
  • Experimentaldaten zur Wahrnehmung und Wirkung des TV-Duells (Pretest-Posttest-Design mit Kontrollgruppe plus zwei weiteren Befragungswellen nach dem TV-Duell)
  • Real-Time-Response-Messung (RTR) für Teilnehmer des Experiments
  • Inhaltsanalyse relevanter Medien im Umfeld des TV-Duells (nur 2009)

Die Daten sind via GESIS kostenlos verfügbar.

Projektnehmer: Prof. Dr. Jürgen Maier, Prof. Dr. Frank Brettschneider (Universität Hohenheim, nur 2009), Prof. Dr. Thorsten Faas (Universität Mainz), Prof. Dr. Michaela Maier (Universität Koblenz-Landau)

Projektträger: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) / Deutsche Gesellschaft für Wahlforschung (DGfW)

Laufzeit: 5/2009 - 12/2009, 1/2013 - 12/2014, 7/2017 - 12/2017

Kandidatenstrategien in Fernsehdebatten

Inhalt: Fernsehdebatten sind zwischenzeitlich ein fest etablierter Bestandteil bundesdeutscher Wahlkämpfe. Obwohl das erste TV-Duell bereits 1997 im Rahmen einer Landtagswahl ausgestrahlt wurde, beschäftigt sich die Forschung erst seit den im Rahmen der Bundestagswahl 2002 durchgeführten Fernsehdebatten mit diesem Thema. Die Forschung fokussiert dabei a) fast ausschließlich auf Fernsehdebatten bei Bundestagswahlen und b) auf die Frage der Wirkung von TV-Duellen. Ergebnisse zum Inhalt von TV-Debatten und Befunde zu Landtagswahlen sind hingegen Mangelware. Ziel des Projekts ist es, alle Fernsehdebatten im Zeitraum 1997-2012 inhaltsanalytisch zu erfassen und die Strategien der Spitzenkandidaten zu erforschen. Dabei soll der Fokus insbesondere auf die Rolle von Individual- (Sozialstruktur, politisches Profil der Kandidaten) und Kontextmerkmalen (Debattenformat, strategische Ausgangssituation) untersucht werden. Das Projekt ist eingebettet in den Forschungsschwerpunkt "Kommunikation - Medien - Politik" der Universität Koblenz-Landau. Die Transkripte der Fernsehdebatten können kostenlos heruntergeladen werden.

Projektnehmer: Prof. Dr. Jürgen Maier

Projektträger: Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur im Rahmen der Forschungsinitiative Rheinland-Pfalz

Projektlaufzeit: 1/2012 - 12/2013

Einflüsse von Koalitionspräferenzen und Vertrauen auf die Wahrnehmung von Koalitionssignalen

Inhalt: Das Projekt untersucht die Wirkung von Koalitionspräferenzen und des Vertrauens in den Sender eines Koalitionssignals sowie des allgemeinen Vertrauens in Politiker/innen auf die Wahrnehmung und Verarbeitung von Koalitionssignalen anhand eines Umfrageexperiments. Hierfür werden Ansätze aus der Wahl- und der politischen Kommunikationsforschung kombiniert, um die Frage beantworten zu können, wie Wähler/innen mit Informationen, die für ihre Wahlentscheidung relevant sei können, umgehen und welche Rolle Vertrauen in politischen Kommunikationsprozessen spielt. Das Projekt ist eingebettet in den Forschungsschwerpunkt "Kommunikation - Medien - Politik" der Universität Koblenz-Landau.

Projektnehmer: Dr. Evelyn Bytzek

Projektträger: Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur im Rahmen der Forschungsinitiative Rheinland-Pfalz

Projektlaufzeit: 7/2012 - 12/2013

Die Bedeutung emotionaler Botschaften für die politische Urteilsbildung

Inhalt: Kernanliegen des Projekts ist die Analyse von Informationsverarbeitungsprozessen von Medieninhalten und der Einstellungsbildung von Bürgern. Im ersten Projektteil wird mittels einer quantitativen Inhaltsanalyse deutscher Fernsehnachrichten und Diskussionsrunden das Kommunikationsverhalten politischer Akteure sowie deren Darstellung in unterschiedlichen Medienformaten erfasst. Mit Hilfe dieser visuellen Medieninhaltsanalyse wird u.a. analysiert, inwiefern medientechnische Emotionalisierungsstrategien wie die Verwendung bestimmter Kamerawinkel oder Einstellungsgrößen zum Einsatz kommen. Im zweiten Teil des Projekts wird eine umfangreiche Online-Umfrage durchgeführt, die auf das Medienverhalten, die Rezeption und die Medienwirkung politischer Talkshows und Nachrichten für eine internet-repräsentative Bevölkerung abzielt.

Projektnehmer: Prof. Dr. Oscar W. Gabriel (Universität Stuttgart/Universität Trier), Prof. Dr. Jürgen Maier [zur Homepage des Projekts an der Universität Trier]

Projektträger: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Projektlaufzeit: 10/2013 - 9/2016  

Die spontane Beurteilung von Politikern durch TV-Zuschauer

Inhalt: Das Projekt soll Erkenntnisse über psychologische Prozesse der Entstehung von politischem Vertrauen durch die Aufnahme nur weniger Informationen von Politikern, die im Fernsehen auftreten, liefern. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auf automatische Prozesse gelegt werden, dass heißt die spontane und automatische Wahrnehmung von Vertrauenswürdigkeit von Politikern. Im Kern geht es dabei um die Frage, wie Rezipienten bereits minimale Signale, die von Politikern gesendet werden, im Hinblick auf dessen Vertrauenswürdigkeit verarbeiten und welche Merkmale (Rezipienteneigenschaften, Politikereigenschaften, Merkmale der Botschaft) die Informationsverarbeitung moderieren. Das experimentell angelegte Projekt geht in zweifacher Weise über die bisherige Forschung auf diesem Gebiet hinaus: Erstens wird das Konzept der thin slices of behavior erstmals auf den Bereich der Beurteilung politischer Akteure angewendet. Zweitens wird das thin slices-Konzept auf die Untersuchung von sozialen Interaktionen übertragen.

Projektnehmer: Dr. Johanna Pretsch, Jun.-Prof. Dr. Anna Baumert, Prof. Dr. Jürgen Maier

Projekträger: Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur im Rahmen der Forschungsinitiative Rheinland-Pfalz

Projektlaufzeit: 1/2014 - 12/2015

Der Einfluss von Fernsehdebatten auf politisches Vertrauen

Inhalt: Trotz der umfassenden Forschung zur Wirkung von TV-Debatten gibt es bislang kaum Befunde zu ihrer (dys-)funktionalen Wirkung für das politische System. Das Projekt fokussiert deshalb auf die Frage, welchen Einfluss Fernsehdebatten auf das Institutionenvertrauen und das Vertrauen in die dort auftretenden Politiker hat. Damit wird die Frage nach dem (Wieder-)Aufbau bzw. Verlust von Vertrauen seitens der Wähler durch Aussagen und Auftreten von Politikern im wichtigsten Einzelereignis modernen Wahlkämpfe im Rahmen des tauschorientierten Vertrauensansatzes in den Mittelpunkt des Projekts gerückt. Vor diesem Hintergrund werden alle relevanten und verfügbaren Umfrage- und Experimentaldaten für Deutschland ausgewertet.

Projektnehmer: Prof. Dr. Jürgen Maier, Jun.-Prof. Dr. Anna Baumert

Projektträger: Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur im Rahmen der Forschungsinitiative Rheinland-Pfalz

Projektlaufzeit: 1/2014 - 11/2017

Wirkungen von Wahlversprechen auf das Vertrauen in Politiker und die Wahlentscheidung der Bürger

Inhalt: Zu Wahlkämpfen gehört es, dass Politiker und Parteien Versprechen dazu abgeben, was sie im Falle eines Wahlsiegs nach der Wahl umsetzen werden, mit dem Ziel, hierdurch Wählerstimmen zu erhalten. Erstaunlicherweise wurde die Wirkung von Wahlversprechen auf die Wahlentscheidung der Bürger bislang jedoch selten politik- oder kommunikationswissenschaftlich untersucht. Hier gibt es also eine große Lücke zwischen der populären Annahme, dass Wahlversprechen eine Wirkung auf Wahlentscheidungen haben, und der wissenschaftlichen Forschung, die diese angenommene Beziehung bislang nicht empirisch untersucht hat und auch nicht einbezieht, welche Folgen die Leistung der Regierung im Hinblick auf Wahlversprechen hat. Zusätzlich muss beachtet werden, dass die Wirkung von Wahlversprechen auch von Merkmalen der Wähler/innen abhängen dürfte. Das Projekt untesucht daher anhand experimenteller Designs folgende Fragestellungen: 1. Welche Aussagen werden von den Wähler/innen als Wahlversprechen wahrgenommen? 2. Wie wirken sich gegebene Wahlversprechen auf politische Einstellungen und Entscheidungen aus? 3. Welchen Effekt haben gebrochene vs. gehaltene Wahlversprechen auf das Vertrauen in den politischen Akteur und das politische System allgemein?

Projektnehmer: Dr. Evelyn Bytzek, Prof. Dr. Melanie C. Steffens, Dr. Frank M. Schneider (externer Partner, Universität Mannheim)

Projektträger: Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur im Rahmen der Forschungsinitiative Rheinland-Pfalz

Projektlaufzeit: 1/2014 - 12/2015

Deutschland 2014 - 25 Jahre friedliche Revolution und Deutsche Einheit (Teilprojekt Medieninhaltsanalyse)

Inhalt: Das Projekt untersucht in einer langfristigen Perspektive (1990-2014), wie die deutsche Presse über die Deutsche Einheit/Wiedervereinigung bzw. das Verhältnis Ost- und Westdeutschland/ost- und westdeutscher Bevölkerung berichtet. Zu diesem Zweck werden vier überregionale Tageszeitungen (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, taz, Bild-Zeitung) sowie zwei Berliner Regionalzeitungen (Berliner Zeitung, Tagesspiegel) inhaltsanalytisch ausgewertet. Ziel ist es in längsschnittlicher und zeitungsvergleichender Perspektive Aussagen über Umfang und Inhalt der Medienberichterstattung zu diesem Thema zu treffen. Der Schwerpunkt wird dabei auf die mit der deutschen Einheit in Verbindung stehenden Themen und Probleme sowie die Bewertungen des Einheitsprozesses und die an diesen Prozess gerichteten Erwartungen gelegt. Das Projekt ist eingebettet in eine Metaanalyse von Bevölkerungsumfragen zu diesem Thema, die am Zentrum für Sozialforschung Halle durchgeführt wird. [Endbericht]

Projektnehmer: Prof. Dr. Jürgen Maier, Prof. Dr. Michaela Maier, Dr. Melanie Leidecker

Projektträger: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie / Die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer

Projektlaufzeit: 3/2014 - 2/2015

E-Democracy - Teilprojekt "Politisch relevante Online-Diskurse"

Inhalt: Das Projekt analysiert die Online-Kommunikation von politischen Entscheidungsträgern, Journalisten und Bürgern. Anhand ausgewählter Diskurse wird das soziale und politische Profil, die Motivationen und Zielsetzungen der relevanten Akteure sowie die Wirkung ihrer Kommunikation untersucht. Das Projekt ist eingebettet in den interdisziplinären Forschungsschwerpunkt "E-Democracy". Dieser untersucht aus verschiedenen Perspektiven politische Kommunikation, politische Partizipation und politische Entscheidungsfindung in Deutschland in Zeiten von Digitalisierung und Big Data.

Projektnehmer: Prof. Dr. Jürgen Maier

Projektträger: Ministerium für Bildung im Rahmen der Forschungsinitiative Rheinland-Pfalz

Projektlaufzeit: 3/2017-12/2019

"Wir versprechen Vollbeschäftigung bis 2025" - Zur Wirkung von Wahlversprechen auf Wahlbeteiligung und Wahlentscheidung

InhaltWahlversprechen stellen eines der wichtigsten Wahlkampfinstrumente dar, ihre Wirkung auf die Wahlbeteiligung und Wahlentscheidungen ist bislang jedoch unerforscht. Dies ist erstaunlich, denn Wahlversprechen erfüllen eine wichtige demokratische Funktion: Sie geben Auskunft über das politische Angebot und legen den Maßstab fest, anhand dessen man das Regierungshandeln der letzten Jahre bewerten kann. Wahlversprechen spielen daher in Wahlkämpfen eine wichtige Rolle und können die Wählerinnen und Wähler in zweierlei Hinsicht beeinflussen: zum einen die Entscheidung, überhaupt zur Wahl zu gehen, da Wahlversprechen programmatische Unterschiede zwischen den Parteien aufdecken können, die mobilisierend wirken. Zum anderen sollte es den Wählerinnen und Wählern durch Wahlversprechen erleichtert werden, sich für eine zu ihren politischen Wünschen passende Partei zu entscheiden. Die Forschungsfragen des vorliegenden Projekts lauten: Welche Wirkung haben Wahlversprechen der Parteien auf die Wahlbeteiligung und auf Wahlentscheidungen? Zur Beantwortung dieser Fragen wenden wir ein interdisziplinäres Vorgehen an, indem wir politikwissenschaftliche und psychologische Ansätze kombinieren. Im Vordergrund stehen experimentelle Studien, zusätzlich wird eine Studie über einen längeren Zeitraum hinweg durchgeführt, die den dynamischen Informationskontext während eines Wahlkampfes abbildet.

Projektnehmer: Dr. Evelyn Bytzek, Prof. Dr. Melanie C. Steffens

Projektträger: Fritz Thyssen Stiftung

Projektlaufzeit: 7/2018-6/2020