"Langzeitleseprojekt zur Förderung der individuellen Medien- und Informationskompetenz von Auszubildenden"

Mangelnde Lesekompetenz und geringes Allgemeinwissen als Auslöser schlechterer persönlicher Zukunftsperspektiven und gesellschaftlicher Desintegration

Bildungsstudien wie z.B. IGLU oder PISA belegen, dass die Lesekompetenz von rheinland-pfälzischen Schüler/innen, trotz erster Erfolge bildungspolitischer Maßnahmen, nach wie vor nicht zufrieden stellend ist. Insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen bestehen erhebliche Defizite. Schwierigkeiten bestehen vor allem bei komplexeren Verstehensprozessen, bei denen auf eigenes Welt- und Hintergrundwissen zurückgegriffen werden muss. Die Folgen mangelnder Lesekompetenz sind vielschichtig: schlechtere Erfolgschancen in Schule und Beruf, geringere Kenntnisse über Politik und Gesellschaft, Politikverdrossenheit, niedrigere Wahlbeteiligung, größere Bereitschaft zur Wahl von Protestparteien.
Defizite in der Lesekompetenz können einerseits durch Maßnahmen abgebaut werden, die das Lesen und Erschließen von informierenden Texten fördern. Andererseits wird der Aufbau von Motivation, sich mit Printprodukten auseinanderzusetzen, als ein wesentlicher Schlüssel zur Entwicklung von Lesekompetenz gesehen.

 

Das Förderprojekt ZeiLe für Auszubildende

Das Heranführen der jungen Menschen an Printmedien ist Gegenstand zahlreicher Projekte – etwa Zeitungsleseprojekten, die v.a. in Grundschulen durchgeführt werden. Vergleichbare Initiativen an berufsbildenden Schulen existieren hingegen nicht – das hier vorgestellte Projekt schließt deutschlandweit erstmalig diese Lücke.

 

Forschungsdesign

Das Projekt folgt einem quasiexperimentellen Design. Einerseits gibt es Auszubildende, die von ihrem Unternehmen ein kostenloses Abonnement ihrer lokalen Tageszeitung zur Verfügung gestellt bekommen. Über speziell entwickelte Instrumente werden Anreize zur regelmäßigen Lektüre der Zeitung gesetzt. Diese Gruppe bezeichnen wir als Experimentalgruppe (EG). Verglichen wird diese Gruppe mit Auszubildenden, die weder eine Tageszeitung noch Leseanreize erhalten. Diese Gruppe wird als Kontrollgruppe (KG) bezeichnet. Wirkungen der Tageszeitung können durch den Vergleich von Kompetenzentwicklungen in den beiden Gruppen sichtbar gemacht werden.