Forschung und Lehre

Schwerpunkte in Forschung und Lehre

 

  • Wissenssoziologie
  • Kultursoziologie
  • Mediensoziologie
  • Körpersoziologie
  • Visuelle Soziologie
  • Politische Soziologie
  • Phänomenologie
  • Philosophische Anthropologie
  • Interpretative Methoden der qualitativen Sozial- und Medienforschung

 

Auszeichnungen

 

  • Landeslehrpreis des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, Baden-Württemberg, 2004
  • Preis für ‚Hervorragende Lehre’, Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Universität Luzern, 2008

 

Forschungskooperationen

 

 

Aktuelles Forschungsprojekt

 

Dokumente – Erinnerungen – Geschichtsschreibung. Der zweite Theresienstadtfilm, seine Dokumentation und Rekonstruktion aus Perspektive der Überlebenden

Gefördert durch die VolkswagenStiftung (2018 bis 2020)

Gegenstand des Forschungsprojektes ist der nur noch in Fragmenten erhaltene NS-Propaganda- und SS-Schulungsfilm Theresienstadt. Eine Dokumentation aus dem jüdischen Siedlungsgebiet (auch bekannt unter dem zynischen Titel Der Führer schenkt den Juden eine Stadt). Der 1944 gedrehte Film stellt ein Dokument der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden während des zweiten Weltkrieges sowie der gesellschaftlichen Realisierung des Holocaust innerhalb der damaligen institutionellen, machtpolitischen und weltanschaulichen Strukturen und Handlungszusammenhänge dar. Die Bedeutung und Funktion dieses Films, der ein Konzentrationslager als soziales Idyll und ‚Mustersiedlung’ inszeniert, ist historisch bislang nur in Einzelaspekten geklärt: Propagandistisch scheint er an die jüdische Bevölkerung im Reichsgebiet (und damit an die potenziellen Opfer selbst) adressiert gewesen zu sein, ebenso an das Internationale Rote Kreuz und weitere europäische staatliche und nichtstaatliche Akteure. Möglich ist darüber hinaus, dass er für Schulungszwecke der SS produziert wurde.

Das Projekt setzt sich ein doppeltes Ziel: Die vorliegenden Filmfragmente werden historisch, soziologisch und medienwissenschaftlich ausgewertet und für die zukünftige Forschungen gesichert und aufbereitet. Hierzu werden (1) im Rahmen von Filminterpretationen die überlieferten Filmfragmente zusammengeführt, in ihrer Abfolge rekonstruiert und sodann unter Berücksichtigung von Bildsprache und Filmästhetik analysiert und mit anderen historischen Filmdokumenten systematisch verglichen. (2) Im Rahmen von qualitativen Interviews mit Zeitzeugen (‚oral history’) kommentieren Überlebende des Konzentrationslagers Theresienstadt die Fragmente des Filmes auf der Grundlage eigener Erinnerungen. Die Gespräche werden einerseits durch ARTE professionell audiovisuell aufgezeichnet und in eine (auch für Aufklärungs- und Lehrzwecke bestimmte) filmische Gesamtdarstellung eingearbeitet, die historische Filmsequenzen und Interviewpassagen kontrastierend zusammenstellt. Andererseits werden die Gespräche transkribiert und analysiert. Das Projekt leisten damit einen Beitrag a) zur Rekonstruktion der Geschichte des Konzentrationslagers Theresienstadt, b) zur Soziologie der medialen Darstellung und gesellschaftlichen Realisierung des Völkermords sowie c) zur Bereitstellung und Sicherung weiteren historischen Datenmaterials für zukünftige Forschungen.

Forschungsgruppe:

Prof. Dr. Ofer Ashkenazi, Hebrew University Jerusalem, Direktor des Koebner-Minerva Centers for German History

Dr. Ehrhardt Cremers, TU Dresden

Prof. Dr. Michael R. Müller, TU Chemnitz

Prof. Dr. Jürgen Raab, Universität Koblenz-Landau

Prof. Dr. Hans-Georg Soeffner, Forum Internationale Wissenschaft der Universität Bonn / KWI Essen

Prof. Dr. Yfaat Weiss, Hebrew University Jerusalem, Direktorin des Rosenzweig Instituts

Prof. Dr. Moshe Zimmermann, Hebrew University Jerusalem

Kooperierende Institutionen:

Gedenkstätte Terezin

Vereinigung der Überlebenden von Theresienstadt

Jüdisches Museum Prag

National Film Archiv Prag

Yad Vashem, The Holocaust Martyrs' and Heroes' Remembrance Authority