Professionelle Kompetenzen von Biologielehrkräften

Auf den Lehrer kommt es an: In der aktuellen Diskussion über Biologieunterricht und dessen Qualität tritt die Lehrkraft in den Fokus. Handlungsleitend und ausschlaggebend für die Gestaltung von Unterricht ist die professionelle Kompetenz von Lehrkräften, die verschiedene Facetten beinhaltet (z.B. Wissen und Überzeugungen der Lehrkraft). Insbesondere die Entwicklung dieser Kompetenzen über die Berufslaufbahn beginnend mit dem Studium ist von besonderem Interesse. Leitend für die Projekte in diesem Bereich sind die folgenden Fragen:

  • Welche Faktoren machen eine „gute“ Biologielehrkraft aus?
  • Wie können relevante Kompetenzen bereits im Studium entwickelt und gefördert werden?
  • Wie entwickeln sich diese Kompetenzen im Berufsleben weiter?

 

„Ich kann das, auch wenn es schwierig ist…“ - Selbstwirksamkeitserwartungen von Biologielehrkräften

Selbstwirksamkeitserwartungen (SWE) beeinflussen ständig unser Handeln, auch im Berufsleben. Hierunter versteht man die subjektive Gewissheit, eine neue oder schwierige Aufgabe auch dann erfolgreich bearbeiten zu können, wenn sich Widerstände in den Weg stellen (Schmitz & Schwarzer 2000). Als Bestandteil der motivationalen Orientierungen lassen sich die Selbstwirksamkeitserwartungen in das Konstrukt der professionellen Kompetenz von Lehrkräften (nach Baumert & Kunter 2006) einordnen. Für das Lehramt konnte empirisch belegt werden, dass SWE einen entscheidenden Einfluss auf die Unterrichtsplanung und -durchführung nehmen. Zum Beispiel neigen Lehrkräfte mit geringen SWE eher dazu „konventionelle“ und „einfache“ Unterrichtsangebote zu konzipieren, während sich Lehrer mit höheren SWE im Unterrichtsalltag auch innovative und komplexe Unterrichtsplanungen zutrauen. Gleichzeitig wirken sich SWE auch auf die psychische Konstitution von Lehrkräften aus. Beispielsweise konnten Zusammenhänge zwischen der Ausprägung der SWE von Lehrkräften und dem Auftreten von Burnout gezeigt werden. Eine Anpassung von SWE soll daher zu einer Steigerung der Unterrichtsqualität führen. Unser Ziel ist die Entwicklung eines Instruments, mit dem sich die SWE von Biologielehrkräften fachspezifisch erfassen lassen. Darauf aufbauend werden Strategien entwickelt und untersucht, die zur optimalen Bildung von SWE bei Studierenden, Referendaren und Lehrkräften beitragen sollen. Bei Interesse können Sie an diesem Forschungsprozess partizipieren und im Rahmen Ihrer Abschlussarbeit einen Teil zum Fortschritt unserer Vorhaben beitragen.

 

Literatur – Ein erster Überblick

  • Baumert, J. & Kunter, M. (2006). Stichwort: Professionelle Kompetenz von Lehrkräften. Zeitschrift für Erziehungswissenschaften 9 (4), 469-520.
  • Schwarzer, R., & Jerusalem, M. (2002). Das Konzept der Selbstwirksamkeit. Zeitschrift für Pädagogik, Beiheft 44, 28–53.
  • Schmitz, G. S., & Schwarzer, R. (2000). Selbstwirksamkeitserwartung von Lehrern: Längsschnittbefunde mit einem neuen Instrument. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 14(1), 12–25.
  • Schmitz, G., & Schwarzer, R. (2002). Individuelle und kollektive Selbstwirksamkeitserwartung von Lehrern. Zeitschrift für Pädagogik, Beiheft 44, 192–214.
  • Schmitz, G. (1998). Entwicklung der Selbstwirksamkeitserwartungen von Lehrern. Unterrichtswissenschaft. Zeitschrift für Lernforschung, 26(2), 140–157.

 

Bei Interesse: milius@uni-landau.de