Wie sollten Lernmaterialien in Inklusionsklassen gestaltet sein? - Empirische Untersuchung von Arbeitsprozessen in Abhängigkeit von Instruktionsmaterialien

Wie sollten Lernmaterialien in Inklusionsklassen gestaltet sein? - Empirische Untersuchung von Arbeitsprozessen in Abhängigkeit von Instruktionsmaterialien
Zeitraum: 01.10.2015 - 31.01.2019
Status: abgeschlossen

Im Rahmen des Projekts soll untersucht werden, welche Gestaltungselemente von Arbeitsaufträgen einen positiven Einfluss auf die Performanz von Schüler/innen bei der Lösung mathematischer Aufgaben haben. Das Ziel einer inklusiven Bildung für alle wird sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene als ein zentrales Leitbild unserer heutigen Gesellschaft postuliert (KMK 2011; UNESCO, 1994). Des Weiteren zeigen verschiedene Studie, dass inklusiver Unterrichtung einen positiven Effekt auf die Leistungsentwicklung sowie die soziale Teilhabe von Schüler/innen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf haben kann (Markussen, 2004; Myklebust, 2002). Um dieses Ziel ,alle Schüler/innen unabhängig von ihren physischen, intellektuellen, sozialen, emotionalen, sprachlichen oder anderen Fähigkeiten zu inkludieren, erreichen zu können, müssen jedoch zunächst die pädagogischen Bedingungen angepasst werden. Ein wesentlicher Schritt in diese Richtung besteht darin, allen Kindern die Lesbarkeit der Arbeitsaufträge zu ermöglichen. Hierzu können Kriterien der Textvereinfachung angewendet werden, wie beispielsweise die Regeln leichter Sprache (vgl. Netzwerk leichte Sprache unter http://leichtesprache.org). Des Weiteren können zur Verständniserleichterung Texte mit Piktogrammen verknüpft werden. Inwiefern das Anreichern von Texten mit Piktogrammen das Textverständnis erhöht, wurde bisher jedoch nur wenig empirisch untersucht. Obwohl theoretische Überlegungen für eine positive Wirkung durch die Verknüpfung von Texten mit Piktogrammen sprechen (vgl. Mayer 2009, Schnotz 2005), sind die Ergebnisse der wenigen vorhandenen Studien nicht eindeutig (vgl. Jones, Long & Finlay 2007, Poneclas & Murphey 2007, Southerland & Isherwood, 2016). Verbessert die Verwendung von Leichter Sprache sowie der Einsatz von Piktogrammen die Performanz bei der Bearbeitung mathematischer Aufgaben? Diese Forschungsfrage soll im Rahmen des Projekts beantwortet werden. In den Aufgaben, die in dieser Studie zum Einsatz kommen, geht es um die Einführung von Bruchzahlen. Im Rahmen einer qualitativen Studie wird zunächst untersucht wie Schülerinnen und Schüler mit und ohne Förderbedarf auf den Einsatz von Piktogrammen und Leichter Sprache reagieren. Eye-Tracking-Daten sowie Think-Aloud-Protokolle werden erhoben. Des Weiteren schließt sich an die Bearbeitung der Aufgaben ein Interview-Setting an. In einer quantitativen Studie mit Experimental- und Vergleichsgruppen-Design wird anschließend analysiert, wie die Anwendung Leichter Sprache und die Verknüpfung von Text mit Piktogrammen die Performanz bei der Bearbeitung mathematischer Aufgaben beeinflusst.


Projektpartner

Anna Noll
Markus Scholz
DFG-Graduiertenkolleg Unterrichtsprozesse

Mitarbeitende