SS 2012

Die Vorträge des Kolloquiums "Mathematik und ihre Didaktik" finden im Sitzungszimmer
(CI blauer Treppenaufgang, EG, Eingang Richtung Hörsaal) statt. (Lageplan)

Hier können Sie das aktuelle Programm als PDF-Dokument herunterladen. 

 

 

Montag, den 23.04.2012, 16 Uhr c.t.:

Prof. Dr. Bernd Wollring, Universität Kassel

Handlungsleitende Diagnostik zum Mathematikunterricht für die Grundschule

 

Kurzfassung:
Ausgehend von der Analyse nach E. Moser-Opitz (2010) erläutern wir das Ausbildungskonzept zur fachdidaktischen Diagnostik, mit dem in Kassel Studierende des Lehramts an Grundschulen im Pflichtfach Mathematik ausgebildet werden. Wir unterscheiden verortende Diagnostik von handlungsleitender Diagnostik. Werkzeuge verortender Diagnostik sind etwa der DEMAT, der ZAREKI und der OTZ. Ein Beispiel handlungsleitender Diagnostik ist das EMBI, ein interviewbasiertes Verfahren, das von Lehrkräften selbst durchzuführen ist und anstrebt, das Entwickeln von Unterricht und individuellem Fördern zu unterstützen. Die Ambivalenz der Unterscheidung wird in der Diskussion der bundesweit obligatorischen VERA deutlich, die anstreben verortende Diagnostik für Entscheidungsträger und handlungsleitende Diagnostik für Lehrkräfte zu verbinden.

Handout zum Vortrag

 


 

Montag, den 14.05.2012, 16 Uhr c.t.:

Prof. Dr. Hans-Georg Weigand, Universität Würzburg

Fünf Thesen zum Einsatz digitaler Technologien im zukünftigen Mathematikunterricht

 

Kurzfassung:

Vor- und Nachteile des Einsatzes digitaler Technologien und speziell des Einsatzes von Computer Algebra Systemen (CAS) im Mathematikunterricht werden weltweit kontrovers diskutiert. In dem Vortrag wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutung digitale Technologien in den nächsten Jahren und Jahrzehnten bekommen werden oder könnten. Es wird insbesondere gefragt, auf welche aktuellen Erkenntnisse sich eine vorausschauende Antwort aufbauen lässt, und es soll schließlich auch die Frage nach einer Vision für zukünftige Entwicklungen gestellt werden.

Dabei werden zum einen Entwicklungen zum Einsatz digitaler Technologien seit Mitte des letzten Jahrhunderts analysiert und durch Beispiele aus dem M3-Projekt in Bayern erläutert. Bei diesem Projekt "Modellprojekt Medieneinsatz im Mathematikunterricht" geht es um den Einsatz von Taschencomputern ab der 10. Klasse an bayerischen Gymnasien. Persönliche Erfahrungen des Autors führen zu (wahrscheinlich) fünf Thesen zum Einsatz digitaler Technologien im zukünftigen Mathematikunterricht.

Vortragsfolien

 


 

Montag, den 02.07.2012, 16 Uhr c.t.:

Prof. Dr. Hans-Stefan Siller, Universität Koblenz-Landau

(Mathematisches) Modellieren als zentrale Idee – am Beispiel Blockabfertigung

 

Kurzfassung:

Seit einiger Zeit erfreut sich mathematisches Modellieren im Mathematikunterricht an österreichischen Schulen großer Beliebtheit. Auch die Fachdidaktik setzt sich intensiv damit auseinander und entwickelt Vorschläge für die schulpraktische Umsetzung. Im Vortrag wird die Bedeutung des mathematischen Modellierens als eine zentrale Idee für den Mathematikunterricht herausgearbeitet und anhand eines (erprobten) realitätsbezogenen Problems – der Blockabfertigung – erläutert. Ein (möglicher) Einsatz von Technologie sowie verschiedene Zugangsweisen innerhalb der Problemstellung werden diskutiert. Daraus ergeben sich tiefergehende mathematische Reflexionen und Einsichten, wie etwa geeignete Berechnungsverfahren, die schrittweise Verbesserung der Modellierung und das Reflektieren der erzielten Lösungen.