Mögliche Abschlussarbeiten

Weitere Themen sind in Absprache möglich 

1. Einfluss von Bodenschutzkalkungen auf die Vegetation im Bienwald. Zur Kompensation des (anthropogen verursachten) Säureeintrags werden in Wäldern in Rheinland-Pfalz und anderen Bundesländern Kompensationsmaßnahmen durchgeführt. Die Auswirkungen auf die Bodenchemie, Pflanzen, Tiere und Pilze werden teils seit Jahrzehnten begleitend erforscht. In diesem Teilprojekt in Kooperation mit der FAWF soll die Bedeutung der Kalkung für krautige Pflanzen durch Vegetationsaufnahmen erfasst werden und anschließend mithilfe von Daten weiterer Standorte oder Maßnahmen evaluiert werden. Die Feldarbeit findet im Sommersemester 2019 statt, möglich ist neben einer Abschlussarbeit auch ein Projektmodul. [Flyer[Kai Riess]

2. Phylogenie der Sebacinales. Mykorrhizapilze spielen eine herausragende Rolle für die Ernährung von Pflanzen in allen terrestrischen Ökosystemen. Während Arten wie Steinpilz oder Fliegenpilz lange als Symbionten bekannt sind, rückten die eher unscheinbaren Wachskrustenpilze (Sebacinales, Basidiomycota) erst durch die Fortschritte in der Molekularbiologie in den Fokus. Ziel dieses Projektes ist die Auswertung von Sequenzen, die Aufstellung von Hypothesen zur Verwandtschaft innerhalb dieser artenreichen Gruppe und die Verknüpfung von identifizierten Taxa mit Daten zur Ökologie oder Morphologie. Der Start ist zu jeder Zeit als Abschlussarbeit oder als Projektmodul möglich. [Kai Riess]

3. Verbreitung und Diversität von pflanzensymbiontischen Pilzen & phytophagen Insekten entlang eines Kupfergradienten. Zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus der Weinrebe (Plasmopara viticola) werden im Weinbau kupferhaltige Fungizide eingesetzt. In einem aktuellen Forschungsprojekt soll der Einfluss des Kupfergehalts im Boden auf symbiontische Pilze und phytophage Insekten in semaquatischen Lebensräumen untersucht werden. Dabei kommen verschiedene Techniken zur Anwendung: (a) Isolation von Pilzen aus Pflanzenwurzeln und Anlage von Reinkulturen, evtl. Test auf Kupfersensibilität dieser Kulturen; (b) DNA-Isolation und Sequenzierung von Pilzen in Pflanzenwurzeln; (c) Fang und Bestimmung von Insekten. [Verena Rösch, Kai Riess, Jens Schirmel]

4. Diversität symbiontischer Pilze in PIWI-Rebsorten. Pilzwiederstandfähige Rebsorten (PIWI) zeichnen sich durch Resistenzen gegen bestimmte Pilzkrankheiten aus, daher kann der Einsatz von Fungiziden reduziert werden. In Kooperation mit dem Julius Kühn-Institut (JKI) in Siebeldingen soll der Einfluss reduzierter Pflanzenschutzmaßnahmen auf die Diversität symbiontischer Wurzelpilze mit molekulargenetischen Methoden analysiert werden. [Kai Riess]

5. Einfluss reduzierter Mahd auf die Biodiversität im Stadtgebiet. Die meisten innerstädtischen Grünflächen und privaten Gärten werden überdüngt und zu häufig gemäht. Diese homogenen Rasen sind botanisch artenarm und bieten Tieren nur wenig Nahrung und Rückzugsraum. In diesem Projekt soll der Einfluss reduzierter Mahd auf unterschiedliche Organismengruppen wie z.B. Pflanzen und Insekten untersucht werden. [Kai Riess]

6. Bedeutung von Bodenschutzkalkungen für Mykorrhizapilze in Wäldern. Um der Versauerung von Böden und Grundwasser durch Luftschadstoffe entgegenzutreten, werden auf Versuchsflächen in Rheinland-Pfalz Puffersubstanzen ausgebracht ("Waldkalkung"). In Kooperation mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt soll untersucht werden, wie sich Bodenschutzkalkungen quali- und quantitativ auf Mykorrhizapilze auswirken. [Kai Riess]

7. Der Einfluss der Urbanisierung auf die Biodiversität soll entlang in einer Freilandstudie in städtischen Grünflächen entlang eines Urbanisierungsgradienten durchgeführt werden. Mögliche Zielorganismen sind u.a. Laufkäfer, Heuschrecken, Tagfalter oder Zikaden. Die Untersuchungen können in Landau oder auch anderen Städten durchgeführt werden. [Jens Schirmel]

8. Which spiders are afraid of ants? Spider antipredator behaviour in response to ant cues
The ecology of fear solves the paradox why predators have far-reaching effects on prey populations while killing only a few individuals. Predator presence triggers changes in prey morphology, physiology and behaviour that minimise predation risk. These varied predator effects are known as non-consumptive effects (NCE) and affect virtually each individual in the population at some point. So far, research has basically focused on NCE of predators on herbivore populations, but for a better understanding of the impact of NCE in community structure, intraguild interactions (predators vs. predators) as well as species and individual traits need to be considered. We use behavioural experiments with spiders (prey) and ants (predator) to investigate how environmental trade-offs influence habitat choice by spiders when confronted to the risk of predation and to understand the role of personality (consistent between-individual differences) on spider antipredator behaviour and its ecological implications. [Laia Mestre]

9. Biodiversity and Ecosystem Services in Viticulture. In the European project SECBIVIT, we are studying effects of local management and landscape structure on the flora and fauna of vineyards. Our aim is to differentiate between functional diversity (pests, natural enemies, decomposers) that provide ecosystem services and conservation value (endangered species). Studied groups include soil microorganims and arthropods, earthworms, vegetation, spiders and birds. [Martin Entling]

10. Predatory arthropods along freshwater ecosystems, and their reliance on aquatic prey. In preparation of the graduate school SYSTEMLINK, we are studying spiders and ground beetles along streams and ponds in southern Palatinate. We will characterize communities along different types of freshwater ecosystems and determine their reliance on aquatic prey with DNA-based methods (gut content analysis). [Martin Entling]

11. Diet and movement of an aphid predator. Green lacewings (Chrysoperla carnea) are important predators of aphids and other pests in agriculture. We study the use of floral resources by green lacewings to explore opportunities for landscape management for biological pest control. Pollen found in the lacewings will also be used as a natural marker to estimate their movement in agricultural landscapes. [Martin Entling]

12. Ecology of pollinators in agricultural landscapes. Solitary bees and bumblebees provide important pollination services to agricultural crops. We study the diet of different wild bee species, and how the availability of floral resources in agricultural landscapes determines their population sizes and fitness. [Martin Entling]

13. Effects of innovative management on arthropods in viticulture. In collaboration with the Julius-Kühn Institut in Sibeldingen, we study effects of reduced fungicide applications and minimal pruning on arthropods. Our main focus is the leaf mesofauna (predatory and pest mites) and the control of grape berry moth by their natural enemies. [Martin Entling]

14. Der Einfluss von invasiven Pflanzen auf Tiere ist häufig unbekannt. Diesbezügliche Untersuchungen sind für verschiedene Pflanzen in Rheinland-Pfalz möglich [Jens Schirmel]

15. Nationalpark Schwarzwald: Ökologische Grundlagen für den Naturschutz. Liste mit mehreren Themen [Jörn Buse, Martin Entling]

16. Auswirkung verschiedener Kulturmaßnahmen auf einen Befall mit der Kirschessigfliege im Weinbau. Die Arbeiten finden im Rahmen des Drosophila suzukii Projektes am Julius Kühn-Institut Siebeldingen, Institut für Pflanzenschutz in Obst-und Weinbau, statt. Ziel des Projektes ist es, ein integriertes Management der Kirschessigfliege im ökologischen Gesamtkontext zu entwickeln. Hierbei müssen noch offene Fragen zur Biologie und zum Schadenspotenzial von D. suzukii im Weinbau geklärt werden; z.B. in welchem Zustand der Reife bzw. der Mazeration für einzelne Rebsorten die Anfälligkeit einsetzt. Weinbauliche Kulturmaßnahmen können dazu dienen, die Fäulnisanfälligkeit der Beeren zu reduzieren und damit die Bedingungen für D. suzukii zu verschlechtern. Der Einfluss verschiedener Kulturmaßnahmen auf den Befall mit KEF muss anhand diverser Parameter analysiert werden. Praktische Arbeiten zwischen August und Oktober. [Martin Entling]

17. Untersuchungen zur chemischen Ökologie des Traubenwicklers. Im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes soll zur Kontrolle des Traubenwicklers im Weinbau eine Eiablagekarte geschaffen werden, welche den tatsächlichen Schädlingsbefall im Weinberg reflektiert. Hierzu werden synthetische Duftstoffe hinsichtlich ihrer Fernlock- und Nahlockwirkung als auch eiablagestimulierenden Eigenschaften beurteilt. Die Arbeiten finden im Rahmen des M-OVICARD-Projektes am Julius Kühn-Institut Siebeldingen, Institut für Pflanzenschutz in Obst-und Weinbau, statt. [Martin Entling]

18. Zikaden als potentielle Überträger  von Rebenpathogenen in unbewirtschafteten Arealen und Rebflächen. Zikaden sind Überträger phloem- und xylembesiedelnder bakterieller Rebenpathogene. Aktuell stehen zwei Quarantäneorganismus im Fokus, das Flavescence dorée-Phytoplasma und Xylella fastidiosa, der Erreger der Pierce’s Disease der Rebe und des Olivensterbens in Italien. Die Pathogene werden von phloem- bzw. xylemsaugenden Zikaden übertragen.  In Zusammenarbeit mit dem Julius Kühn-Institut in Siebeldingen soll die Zikadenfauna an Erlen und Clematis vitalba untersucht werden, zwei Wirtspflanzenarten von eng mit der Flavescence dorée verwandten Phytoplasmen. Daneben sollen Auftreten und relative Häufigkeit von xylemsaugenden Zikaden (Cercopidae, Aphrophoridae, Cicadellinae) in und um Weinberge sowie an krautiger Vegetation und Gehölzen untersucht werden. Die Untersuchungen werden im Rahmen des INTERREG Projekts „InvaProtect“ durchgeführt und sollen zu einer besseren Einschätzung der Einschleppungs- bzw. Ausbreitungsrisiken der Krankheiten beitragen. Die Untersuchungen sollten im Zeitraum Juni-September durchgeführt werden. [Martin Entling]

19. Fressen Otter invasive Krebse?  Invasive Krebse sind eine immer stärker werdende Bedrohung für unsere aquatische Fauna. Zu ihren potenziellen Feinden zählt der Otter (Lutra lutra). Dieser ist in vielen Bereichen Deutschlands ausgestorben, er breitet sich aber gerade von Osten nach Westen wieder aus. Dass der Otter gerne den Louisinana-Sumpfkrebs frisst, ist aus Spanien bekannt und so ist zu erwarten, dass er sich auch von Signalkrebsen und möglicherweise auch von Kalikokrebsen ernährt. Ziel der Arbeit soll sein, in Kooperation mit dem Otterzentrum in Hankensbüttel das Fraßverhalten des Otters und seine potenziell bestandsregulierende Funktion für invasive Krebsarten zu erforschen. Dazu sollen u.a. Wahlversuche und Beobachtungen im Freiland angestellt werden. [Jürgen Ott]

20. Wie weit sind invasive Krebse in pfälzischen Bächen verbreitet und gibt es Konkurrenz zwischen den Arten ? In Rheinland-Pfalz leben mittlerweile mehrere invasive Krebsarten, wobei aktuell besonders der Signal- und der Kalikokrebs aus Arten- und Naturschutzsicht problematisch sind.  Die Pfalz ist aktuell sicher eine "Kampfzone", da diese beiden Arten in denselben Gewässern aufeinandertreffen. Es soll bei dieser Arbeit die aktuelle Verbreitung der Arten im Längsverlauf mehrerer Bäche - Lauter, Otterbach, Queich, Speyerbach, Isenach, Pfrimm - untersucht werden, die Bäche und deren Fauna charakterisiert werden und ggf. auch einige Laborversuche zur Einnischung der beiden Arten durchgeführt werden. [Jürgen Ott]

21. Die Libellenfauna der Erdekaut - Artenspektrum in Abhängigkeit von Bewirtschaftungsform und -intensität: Die Erdekaut bei Hettenleidelheim besteht aus verschieden großen und unterschiedlich genutzten Sekundärgewässern, die beim Tonabbau in der Region entstanden sind. Dort laufen seit etlichen Jahren verschiedene Naturschutzprojekte, u.a. auch zur Umweltbildung. Einige der Gewässer werden nicht mehr genutzt, andere zu Naturschuzzwecken oder zum Angelsport. Libellen sind ein gute Indikatorgruppe und hier sollen die Libellengemeinschaften der unterschiedlichen Gewässer untersucht und diese dann damit bewertet werden, sowie Managementvorschläge abgeleitet. [Jürgen Ott]

22. Fließwasserlibellen am Rhein - Artenspektrum und Bewertung von Auenbiotopen mit Libellengemeinschaftent: Der Rhein war lange Zeit infolge seiner Verschmutzung und struktureller Defizite nur sehr eingeschränkt als Lebensrraum für Libellen geeignet. Dies hat sich in den letzten 10-15 Jahren deutlich geändert und es haben interessante Wiederbesiedlungsprozesse stattgefunden. Im Bereich der rheinland-pfälzischen Rheinstrecke ist hierzu aber noch sehr wenig bekannt. Diese Daten wären aber sowohl für FFH-Bewirtschaftungspläne, als auch die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie von großem Interesse. Im Zuge dieser Arbeit sollen an mehreren Probestellen die Libellengemeinschaften erfasst werden und dann auch verschiedene Bewertungsverfahren (OHI etc.) getestet werden. [Jürgen Ott]