Abschlussarbeiten

Klinische Psychologie und Psychotherapie des Erwachsenenalters

 

Laura Brinskelle

„Placebomechanismen: Die Rolle der Interozeption bei der Placebohypoalgesie – Welche Rolle spielt die Fähigkeit zur Schmerzeinschätzung bei Placeboeffekten?“

Studien zeigen, dass sich oft ein erheblicher Teil des Therapieerfolges – teils über 60% des Therapieeffekts – auf unspezifische Placeboeffekte zurückzuführen lässt und sich somit nicht durch den spezifischen Wirkmechanismus (z. B. den Arzneimittel-Wirkstoff) erklärt. Diese potenten Placeboeffekte finden sich bei diversen Therapieformen, wie z. B. Pharmakotherapien, Schmerztherapien als auch bei psychotherapeutischen Interventionen!

Die Durchführung einer Therapie geht im Allgemeinen mit einer Manipulation der Erwartung an die Therapie einher – so z. B. durch verbale Suggestionen oder Konditionierungseffekte. Diese Erwartungen manifestieren sich subjektiv (z. B. durch Interpretation einer wahrgenommenen Schmerzreduktion) als auch physiologisch (z. B. eine vermehrte Ausschüttung „schmerzlindernder“ endogener Opioide), d. h. in sogenannten Placeboeffekten. Es gibt jedoch große interindividuelle Unterschiede hinsichtlich der Ansprechbarkeit auf Placeboeffekte. Ein besseres Verständnis der Placebomechanismen ist daher bedeutsam, v. a. in Hinblick auf die individuelle Vorhersage des Therapieerfolgs als auch der Möglichkeit den Therapieerfolg über Placeboeffekte zu steigern. Im Rahmen des Forschungsprojekts betrachten wir Placeboeffekte im Kontext der endogenen Schmerzmodulation (Placebohypoalgesie). Insbesondere soll es um den Einfluss der subjektiven und objektiven Fähigkeit zur Wahrnehmung von Schmerz (Interozeptionsvermögen für Schmerz) auf die Placebohypoalgesie gehen. In zwei aufeinander aufbauenden Studien soll zunächst an gesunden Stichproben der Einfluss der Interozeption auf die Stärke der Placebohypoalgesie untersucht werden.

Die Abschlussarbeit umfasst primär folgende Tätigkeiten:

  • Rekrutierung und das Management von ProbandInnen (z. B. Terminabsprachen, Verwaltung der ProbandInnen-Datenbank)
  • experimentelle Arbeiten im Labor (z. B. Einsatz psychophysikalischer Messmethoden)
  • Datenerhebung und Datenauswertung (mit R Studio).

Im Rahmen der zwei Studien sind ab Januar 2022 Bachelorarbeiten und Masterarbeiten zu vergeben. Eine Zusammenarbeit bei der Erhebung bietet sich an. Die Abschlussarbeiten können sowohl im Tandem als auch einzeln verfasst werden. Ein Forschungspraktikum, an welches die Abschlussarbeit nahtlos anschließen kann, empfiehlt sich, stellt jedoch keine Voraussetzung für die Auswahl dar. Es können auch eigene Fragestellungen im Rahmen der geplanten Experimente umgesetzt werden.

Bei Interesse melden Sie sich gerne per E-Mail bei Herrn Dr. Christopher Milde oder Frau M. Sc. Psych. Laura Brinskelle (brinskelle@uni-landau.de).

 

Alexandra Späth

Die Veränderung negativer Erwartungen bei depressiven Erkrankungen. Ein Eyetracking-Experiment.

Dysfunktionale Erwartungen spielen bei der Entstehung und Aufrechterhaltung depressiver Erkrankungen eine wichtige Rolle (Kube et al., 2018). Mehrere Vorarbeiten haben bereits gezeigt, dass Personen mit depressiver Symptomatik häufig trotz neuer positiver Erfahrungen an negativen Erwartungen festhalten (Kube et al., 2019). Um die Robustheit dieser Ergebnisse zu erhöhen, möchten wir nun zusätzlich zu selbstberichteten Daten psychophysiologische Maße erheben. Dabei interessiert uns insbesondere die Pupillenerweiterung infolge unerwartet positiver Informationen.

Wir führen derzeit ein Eyetracking-Experiment mit Personen mit depressiven Symptomen und einer gesunden Kontrollgruppe durch, bei dem die Proband*innen Beschreibungen verschiedener sozialer Situationen mit unterschiedlichem Ausgang erhalten. Es wird einerseits erfasst, wie die Proband*innen die beschriebenen Situationen interpretieren; andererseits werden die Pupillenweite und Blickbewegungen mithilfe eines Eyetracking-Geräts gemessen.

Im Rahmen dieses Experiments ist ab sofort eine Masterarbeit zu vergeben.

Inhalt: Die Arbeit umfasst die Unterstützung bei der Rekrutierung von Versuchspersonen, der Durchführung von Laboruntersuchungen am Eyetracker und bei der Datenauswertung.

Ein zweites Eyetracking-Experiment mit dem Schwerpunkt Belohnungslernen ist derzeit noch in der Planung. Es soll aber ebenfalls an einer depressiven und einer gesunden Stichprobe durchgeführt werden. Eine Masterarbeit wäre auch im Rahmen dieses Experiments denkbar.

Wenn Sie Interesse haben und mehr über unser Forschungsprojekt erfahren möchten, melden Sie sich gerne bei Alexandra Späth.

 

Edith Stadlmeier

Der Einfluss von Erwartungsverletzungen unter Berücksichtigung der aktuellen Stimmung bei Menschen mit depressiver Symptomatik

Mehrere Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass depressive Störungen mit Schwierigkeiten bei der Anpassung dysfunktionaler Erwartungen einhergehen. Konkret bedeutet das, dass Menschen mit depressiver Symptomatik dazu neigen, auch dann an dysfunktionalen Erwartungen festzuhalten, wenn sie positive Ereignisse erleben, die im Widerspruch zu diesen Erwartungen stehen. In einer aktuellen Studie wurde gezeigt, dass dieser Effekt durch das Vorliegen von negativer Stimmung verstärkt wird (Kube et al., 2021). Daran anknüpfend wollen wir nun untersuchen, welche Mechanismen hierfür verantwortlich sind, also warum negative Stimmung einen solchen Einfluss auf die Persistenz dysfunktionaler Erwartungen hat.

Im Rahmen einer experimentellen Studie soll daher an einer depressiven Stichprobe der Einfluss von erwartungsverletzendem Feedback in Kombination mit der momentanen Stimmung auf die Anpassung von Erwartungen genauer untersucht werden. Hierzu sollen die Valenz von Leistungsfeedback (unerwartet positiv vs. unerwartet negativ) und die momentane Stimmung (Heiterkeit vs. Traurigkeit) variiert werden.

Inhalt: Rekrutierung von Versuchspersonen, Durchführung von diagnostischen Interviews (SKID-I), Begleitung des Experiments (Datenerhebung) und Datenauswertung.

Im Rahmen dieses Experiments ist ab Anfang 2022 eine Masterarbeit zu vergeben.

Die Aufgaben werden mit anderen MasterandInnen geteilt. Die Abschlussarbeiten sind einzeln zu verfassen.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Edith Stadlmeier.