Forschungsaktivitäten

Die Forschungsaktivität im Fachbereich 8 wird von allen Einheiten des Fachbereichs getragen und umfasst Grundlagen- und Anwendungsforschung. Neben teildisziplinspezifischen Fragestellungen werden übergreifende Forschungsthemen (über Arbeitseinheiten und über Grenzen der Teildisziplinen hinweg) bearbeitet. Dieses Forschungsprofil skizziert übergreifende Themenkomplexe und unterliegt selbstverständlich Veränderungen. Alle fünf Arbeitseinheiten und das IKM werben erfolgreich kompetitive Drittmittel ein. Insgesamt belaufen sich die Drittmitteleinnahmen des Fachbereichs auf knapp 1 Mio EUR pro Jahr (davon ca. 2/3 DFG-Mittel). Infrastrukturelemente wie die psychotherapeutischen Ambulanzen und das seit 2018 aufgebaute psychophysiologische Zentrallabor tragen zur Forschung bei, ebenso wie zentrale Einrichtungen unter wissenschaftlicher Leitung von Mitgliedern des Fachbereichs (Methodenzentrum, Medienzentrum, Zentrum für Empirische Pädagogische Forschung).

 

MENSCH UND VERÄNDERUNG

Die Forschung des Fachbereichs Psychologie beschäftigt sich mit Veränderungsprozessen als Determinanten und Konsequenzen von individuellen und gesellschaftlichen Herausforderungen und gliedert sich in fünf Forschungsschwerpunkte.

Kommunikation, Medien, Politik – Media, Democracy, Citizens (MeDeCi)

Dieser Profilbereich untersucht die Vermittlung, Wahrnehmung und Verarbeitung politisch relevanter Diskurse. Traditionelle politische Kommunikationsforschung wird dabei um Aspekte der individuellen Wahrnehmung und Verarbeitung politischer Informationen sowie deren Veränderung durch neue interaktive Medien ergänzt. Das heißt, Kommunikationswissenschaft (FB 8), Politikwissenschaft (FB 6) und Psychologie (FB 8) greifen ineinander. Thematische Schwerpunkt liegen in den Bereichen „Citizenship and New Media Environments“, „Wissenschaftskommunikation“ sowie „politische Krisen und Terrorismus“ wodurch sich Querbeziehungen zum Profilbereich „Human Responses to Global and Societal Challenges“ ergeben.

Statistische Modellierung

Dieser Schwerpunkt zielt auf einen Brückenschlag zwischen inhaltlichen Fragestellungen in Grundlagen- und Anwendungsdisziplinen der Psychologie auf der einen Seite sowie neueren Entwicklungen im Bereich der statistischen Modellierung und Psychometrie (bspw. zur Analyse komplexer Daten aus experimentellen Studien oder intensiv-längsschnittlichen Studien) auf der anderen Seite. Ein besonderes Ziel besteht hierbei darin, Modellklassen, die bislang auf spezifische Forschungsgebiete beschränkt waren, für neue Anwendungsbereiche nutzbar zu machen (z.B. zur Modellierung von Veränderungsprozessen).

Selbstregulation

Im Schwerpunkt Selbstregulation werden Prozesse der Steuerung des Verhaltens und Erlebens untersucht. Es interessiert zum einen, welche Rolle Persönlichkeit (z.B. Perfektionismus) und Fähigkeiten (z.B. Selbstkontrolle) bei der Erreichung von Zielen spielen. Daneben liegt ein besonderer Fokus auf der Erforschung von Prozessen der Regulation von kognitiven und affektiven Zuständen (Emotionen, Stimmungen, Stressreaktionen). Affektregulation ist in vielen Lebensbereichen wichtig für die Gestaltung von positiven sozialen Beziehungen sowie die Aufrechterhaltung von Wohlbefinden. Außerdem stellt dysfunktionale Affektregulation einen zentralen Faktor der Entwicklung und Aufrechterhaltung verschiedener psychischer Störungen dar. Neben den kognitiven Grundlagen der Affektregulation stehen interindividuelle Unterschiede, neuronale Mechanismen, die Entwicklung über die Lebensspanne sowie Interventionen zur Veränderung von Affektregulationsprozessen im Mittelpunkt der Forschung.

(Psychische) Gesundheit über die Lebensspanne (BIOKLIN, ENTW, ZEPF)

 In diesem Forschungsschwerpunkt werden experimentelle Studien und Therapiestudien eingesetzt, um zentrale psychologische Mechanismen der Entstehung, Aufrechterhaltung, Behandlung und Prävention von psychischen und körperlichen Störungen in allen Altersgruppen besser zu verstehen. Beispielhafte Fragen aus diesem Feld: Welche Rolle spielen emotionale Kompetenzen bei der Entstehung psychischer Störungen bei Kindern und Erwachsenen? Welche Bedeutung hat die individuelle neuronale Verarbeitung affektiver Informationen für die Resilienz gegenüber stressbedingten Störungen? Wie kann Gesundheitsverhalten in verschiedenen Zielgruppen effektiv gefördert werden? Wie interagieren Körper und Psyche bei der Entstehung chronischer Schmerzen? Was genau macht medizinische und psychologische Behandlungen von Kindern und (älteren) Erwachsenen effektiv? Die psychotherapeutischen Ambulanzen und die psychotherapeutische (praktische) Aus- und Weiterbildung in Landau, das Zentrallabor sowie zahlreiche regionale und internationale Kooperationen schaffen sehr gute Bedingungen, um die genannten Fragen zu erforschen.

Human Responses to Global and Societal Challenges

Dieser Profilbereich ist stark multiperspektivisch und multidiziplinär geprägt.
Er umfasst Forschung zur menschlichen Wahrnehmung und Kommunikation von sozialen, gesamtgesellschaftlichen und globalen (speziell ökologischen) Herausforderungen sowie deren Überwindung durch Verhaltensänderung, veränderte Kommunikation und Kooperation. Zentrale Gegenstände sind Konflikt und Kooperation, Vorurteile, Ausgrenzung und Diskriminierung, Diversity, ökologisches, nachhaltiges und umweltbezogenes Handeln sowie Bedingungen individuellen und kollektiven Wandels. Neben Arbeitsgruppen des Fachbereichs sind Arbeitsgruppen aus anderen Fachbereichen beteiligt.