"Televised Debates" im Rahmen der German Longitudinal Election Study (2009, 2013, 2017)

Projektmitarbeiter Landau: Dipl.-Sozialwiss. Berend Barkela

Das Projekt ist Teil der German Longitudinal Election Study (GLES)


Kurzbeschreibung

In Kooperation mit Kollegen an der Universität Mainz wird das TV-Duell zur Bundestagswahl 2017 zwischen Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Martin Schulz am 3. September 2017 untersucht. In den USA lange etabliert, haben sich TV-Duelle auch in Deutschland in der jüngeren Vergangenheit zum bedeutendsten Einzelereignis während eines Wahlkampfes entwickelt. Als ein abgegrenztes und zugleich weithin sichtbares Großereignis stellt das TV-Duell für die Wissenschaft eine herausragende Möglichkeit dar, mehr über Wahlkämpfe und deren Rezeption zu erfahren. Im Fokus stehen dabei insbesondere Prozesse der Informationsaufnahme und -verarbeitung. Hierfür erhebt die Studie Echtzeitreaktionen, die während der Debattenrezeption von Probanden dokumentiert werden. Ergänzt werden diese Echtzeitdaten durch ein vierwelliges Paneldesign rund um die Debatte. Aus der Verbindung der gesammelten Echtzeit- und Fragebogendaten lassen sich präzise Einblicke in Prozesse der Wahrnehmung politischer Objekte und der Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger (samt ihrer Dynamik) gewinnen.

Die TV-Duell Studie ist Teil des Projekts „The Dynamics of Voting: A Long-term Study of Change and Stability in the German Electoral Process”. Ziel des Gesamtprojekts ist es, Veränderungsprozesse in der bundesdeutschen Wählerschaft (einschließlich des Kontexts, in dem Wahlentscheidungen getroffen werden) in einer längsschnittlichen, die Bundestagswahlen 2009, 2013 und 2017 umfassenden Perspektive zu beschreiben und zu erklären.

Publikationen

Faas, T., Maier, J. & Maier, M. (Hrsg., 2016). Merkel gegen Steinbrück. Das TV-Duell 2013. Springer VS.

Maier, M., Maier, J. & Faas, T. (Guest Editors, 2015) Rezeption und Wirkung von TV-Debatten. Schwerpunktheft der Zeitschrift Politische Psychologie/Journal of Political Psychology, 2/2015.

Maier, J., Maier, M. (2013) Serving different Agendas. How Journalists, Candidates, and the Mass Media Failed to Meet Citizens’ Interests in the 2009 German Televised Debate. In: Czerwick, E. (Hrsg.) Politische Kommunikation in der repräsentativen Demokratie der Bundesrepublik Deutschland (S. 149-164). Wiesbaden: Springer VS.

Maier, J., Faas, T., Maier, M. (2013). Mobilisierung durch Fernsehdebatten? Zum Einfluss des TV-Duells 2009 auf die politische Involvierung und die Partizipationsbereitschaft. In Bernhard Weßels, Harald Schoen, Oscar W. Gabriel (Hrsg.), Wahlen und Wähler. Analysen aus Anlass der Bundestagswahl 2009 (S. 79-96). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Maier, M. & Strömbäck, J. (2009). Advantages and Limitations of Comparing Audience Responses to Televised Debates: Comparative Study of Germany and Sweden. In J. Maier, M. Maier, M. Maurer, C. Reinemann & V. Meyer (Hrsg.), Real-time response measurement in the social sciences. Methodological perspectives and applications (S. 97– 116). Frankfurt am Main: Lang.

Maurer, M., Reinemann, C., Maier, J. & Maier, M. (Hrsg.). (2007). Schröder gegen Merkel: Wahrnehmung und Wirkung des TV-Duells 2005 im Ost-West-Vergleich. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.