Fallzahl Landau: 0 (Warnstufe Grün) Maßnahmenkonzept

Forschungsschwerpunkte

Themenübersicht:

 

Genderforschung

Ansprechpartner*innen: Melanie SteffensFranziska EhrkeSven Kachel, &  Carolin Scheifele

Auch in unserer Genderforschung spielen die Basisdimensionen der Personenwahrnehmung eine wichtige Rolle. Hierbei untersuchen wir, welche traditionellen Vorstellungen von der typischen Frau/dem typischen Mann auch heute noch zu finden sind und inwiefern eine Veränderung unseres geschlechterstereotypen Verständnisses zu beobachten ist. Damit einhergehend interessieren wir uns dafür, worauf Geschlechterstereotype zurückzuführen sind und wie sie sich verändern lassen. Besonderes Augenmerk richten wir dabei auf implizite Kognitionen, also solche Denkinhalte, die Personen entweder selbst nicht bewusst sind oder die sie, typischerweise aufgrund von sozialen Erwünschtheitsprozessen, vor anderen nicht zugeben wollen.

In einem weiteren Schwerpunkt beschäftigen wir uns mit den Faktoren der sog. „Gläsernen Decke“, dem Phänomen, dass Frauen auf ihrem Karriereweg ab einem gewissen Punkt an eine unsichtbare Barriere stoßen, die sie an einem weiteren Aufstieg behindert. Hierbei interessieren wir uns sowohl für hemmende Faktoren, die auf Seiten (potentieller) weiblicher Führungskräfte anzusiedeln sind, als auch für solche, die ihrer Umwelt zuzuschreiben sind. Ein wichtiges Merkmal unserer Arbeit ist es, die bereits vorliegenden Erkenntnisse sozialpsychologischer Forschungsarbeiten sowie die Ergebnisse unserer laufenden Projekte auf den Arbeitskontext anzuwenden, konkrete Handlungsanweisungen für die Praxis zu entwickeln und diese Akteuren aus Wirtschaft und Politik zugänglich zu machen.

Des Weiteren interessieren wir uns für die Frage, wie wir über Geschlecht und Geschlechtsunterschiede sprechen (vgl. u. Forschungsschwerpunkt "Kommunikation über soziale Gruppen", Ansprechpartnerin Susanne Bruckmüller) und wie dadurch Kognitionen wie z.B. Geschlechtertereotype sowie Einstellungen zu Geschlechterthematiken beeinflusst werden. Ein aktuelles Beispiel ist die Untersuchung der Auswirkung von Metaphern wie der "Gläsernen Decke" (s.o.). Beeinflusst die Verwendung solcher sprachlicher Bilder, wie wir über Geschlechter(un)gleichheit am Arbeitsplatz denken? Und hat das ganz konkrete Auswirkungen darauf, welche Maßnahmen wir unterstützen würden und welche nicht?

 

Sozialer Ausschluss

Ansprechpartnerin: Selma Rudert 

Sozialer Ausschluss und Ausgrenzung sind alltägliche Vorkommnisse in vielen verschiedenen Kontexten und Institutionen, wie etwa in Schulen, aber auch in wirtschaftlichen Organisationen und auf gesamtgesellschaftlicher Ebene. Da Ausschluss sich jedoch negativ auf die Leistung wie auch das Wohlbefinden auswirkt, kann sozialer Ausschluss hohe individuelle wie volkswirtschaftliche Schäden verursachen.

Im Fokus dieser Forschungsschwerpunkts steht zum einen die Frage, warum Menschen andere ausschließen. Hierbei untersuchen wir den Einfluss verschiedener Motive, Persönlichkeitseigenschaften und sozialer Kontexte, die Ausschlussverhalten fördern. Zum anderen untersuchen wir, wie Menschen sozialen Ausschluss begreifen und erleben – sowohl wenn sie selbst ausgegrenzt werden als auch wenn sie beobachten, wie andere ausgeschlossen werden. Diese unterschiedlichen Perspektiven tragen dazu bei, die Ursachen für sozialen Ausschluss zu verstehen und zu ergründen, wie sich sozialer Ausschluss und die damit zusammenhängenden negativen Konsequenzen verhindern lassen.

Ausgewählte Publikationen:

Rudert, S. C., Keller, M. D., Hales, A. H., Walker, M., & Greifeneder, R. (2020). Who gets ostracized? A personality perspective on risk and protective factors of ostracism. Journal of Personality and Social Psychology. doi: 10.1037/pspp0000271

Rudert, S. C., Janke, S., & Greifeneder, R. (2020). The experience of ostracism over the adult life span. Developmental Psychology, 56(10), 1999–2012. https://doi.org/10.1037/dev0001096

Rudert, S. C., Sutter, D., Corrodi, V. C., & Greifeneder, R. (2018). Who’s to Blame? Dissimilarity as a Cue in Moral Judgments of Observed Ostracism EpisodesJournal of Personality and Social Psychology, 115(1), 31-53. doi: 10.1037/pspa0000122

 

Wahrnehmung von Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung

Ansprechpartner*innen: Claudia Niedlich, Melanie SteffensSven Kachel & Elena Ball

Neben der Kategorie Geschlecht interessieren wir uns für weitere soziale Dimensionen, die Prozessen der Diskriminierung im Arbeitskontext zugrunde liegen können, wie beispielsweise die sexuelle Orientierung einer Person. Uns interessiert, ob heterosexuellen und homosexuellen Personen mit gleichen Qualifikationen auch gleiche Chancen zugeschrieben werden, eine ausgeschriebene Stelle zu erhalten und beruflich aufzusteigen.

Diese Urteile stehen in Wechselwirkung mit Vorstellungen von traditioneller Weiblichkeit und Männlichkeit und beeinflussen, wie Personen wahrgenommen werden. Da sich diese Bilder in einem permanenten Wandel befinden, untersuchen wir auch Veränderungen in der Wahrnehmung und in den Einstellungen gegenüber Lesben und Schwulen.

 

Diversity-Forschung

Ansprechpartnerinnen: Franziska EhrkeMelanie Steffens & Selma Rudert

In unserer Diversity-Forschung beschäftigen wir uns mit der Frage, wie sich die Wahrnehmung von Vielfalt auf die Beziehungen zwischen verschiedenen sozialen Gruppen auswirkt. Unser Ziel ist es, vielfaltsbasierte Interventionsstrategien zur Verbesserung von Intergruppeneinstellungen zu identifizieren und auf die Entwicklung von Diversity-Maßnahmen anzuwenden. So beschäftigen wir uns vor allem mit der Konzeption und Evaluation von Diversity-Trainings - eine der am häufigsten praktizierten Maßnahmen im Diversity Management. Dabei wollen wir auch verschiedene Zielgruppen berücksichtigen. Beispielweise untersuchen wir, wie man verhindern kann, dass sich privilegierte Gruppen durch die Wahrnehmung von Vielfalt und die Anwesenheit von benachteiligten Minderheitengruppen bedroht fühlen. Von zentraler Bedeutung für unsere Diversity-Forschung ist der Transfer unserer Forschungsergebnisse auf die Praxis von Diversity-Maßnahmen. Deshalb interessieren wir uns für Kooperationen mit Projekten und Organisationen, welche Anti-Vorurteilsmaßnahmen durchführen, um so die externe Validität unserer Forschung zu erhöhen.

Ein zweiter wichtiger Schwerpunkt betrifft die Bedeutung sozialer Vielfalt im Bereich der Politik, z.B. für  Vertrauen in Parteien sowie in Politikerinnen und Politiker. Außerdem ist es ein Anliegen unserer Diversity-Forschung auch mit anderen relevanten psychologischen Schwerpunkten zu verknüpfen, wie mit Gerechtigkeitsforschung (z.B. Ungerechtigkeitssensibilität)