Universitätspreis für digital unterstützte Lehre

Digitalisierung gehört zu den großen Herausforderungen im Bildungswesen. Die Universität Koblenz-Landau möchte deshalb Lehrende würdigen, die sich dieser Herausforderung stellen und sinnvolle Konzepte für den Einsatz digitaler Tools in der Lehre oder für die Digitalisierung ihrer Lehre entwickeln und als Vorbild für andere Lehrende wirken können. Dafür vergibt sie jedes Jahr den UNIVERSITÄTSPREIS FÜR DIGITAL UNTERSTÜTZTE LEHRE.

Der Preis ist mit 500 € dotiert und wird gemeinsam vergeben von:

  • der Vizepräsidentin für Studium, Lehre und wissenschaftlichen Nachwuchs (Prof. Dr. Gabriele E. Schaumann)
  • der Hochschuldidaktischen Arbeitsstelle, 
  • dem Team Digitalisierung. 

Der oder die Gewinner*in(nen) werden vom Steering Committee für Studium und Lehre auf Grundlage des Bewerbungsschreibens sowie den Ergebnissen einer von der Hochschuldidaktischen Arbeitsstelle durchgeführten Befragung der Studierenden ausgewählt.

Die nächste Ausschreibung gibt es im Wintersemester in Landau.


LorbeerkranzBisherige Preisträger*innen:

(für nähere Informationen auf den Namen klicken)

2020

Koblenz (Sommersemester)

Shortlist:

Dr. Maximilian Dehling
Dr. Regula Krapf
Stacy Mae Weiss

Gewinner:

Zusammengefasst:

Wahlpflichtveranstaltung für angehende Lehrer*innen im Grenzgebiet zw. Botanik und Zoologie als Ersatz für sonst sehr praxisorientierte Veranstaltungen (Laborarbeit, Exkursionen…)

Digitales Referate-Seminar mit ausgeprägten Feedback- und Vertiefungsschleifen

Digitale Elemente:

Erstellen von Screencast-Referaten oder Erklärvideos als Studienleistung; Chat-Diskussionen; einzelne Videokonferenzen

Gründe für Digitalisierung:

  • Stärkung von eigenständigem Lernen
  • Lernen am Modell (für digitale Lehre) für künftige Lehrer*innen

Pro:

  • Gelungene, verbessernde Digitalisierung eines Referateseminars
  • Asynchronität ermöglicht intensivere Auseinandersetzung mit den Inhalten und Diskussion von Inhalten – Verbesserung der Studierendenbeiträge (Input + Feedback)
  • Feedback des Dozenten und Studierenden sowie Online-Präsenztermine geben Sicherheit und erhöhen Lernerfolg

Aus den Studierendenrückmeldungen:

Beste Bewertungen (im Vergleich mit den anderen Bewerbungen) für (Schulnoten 1-5):

„Die Inhalte der Veranstaltung sind interessant“: 1,00 (trotz fast ausschließlichen Inputs durch Studierende)

„Ich nehme gern an der Veranstaltung teil“: 1,08 (trotz hohen Aufwands)

„In dieser Veranstaltung lerne ich nicht nur Fakten, sondern verstehe auch etwas anders/besser“: 1,31

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Für die Shortlist ausgewählt:

Zusammengefasst:

Vorlesung + Übung + Tutorium für Studienanfänger*innen in Lehramts- und Informatikstudiengängen, Mischung aus synchron und asynchron

Digitale Elemente:

5- bis 15-minütige Vorlesungsvideos mit Lückenskripts + obligat. Multiple-Choice-Fragen mit Lösungen und Feedbacks, Musterlösungsvideos, Übungsblätter, moderiertes Forum + synchrone Termine (BBB) mit Arbeit an digitalen Whiteboards

Gründe für Digitalisierung:

nachhaltig Präsenzzeit entlasten und mehr Zeit für aktivierende Lehrmethoden freiräumen

Pro:

  • Aktivierung der Studierenden trotz Vorlesungsformat und Asynchronität
  • Beweisvideos ermöglichen – anders als ‚Life‘-Tafelvorrechnen –, auf alle Einzelschritte einzugehen
  • Gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis: ist nachhaltig (lässt sich auch zukünftig nutzen)
  • Vorlesung, Übung + Tutorium gut aufeinander abgestimmt

Aus den Studierendenrückmeldungen (häufig wiederholte Punkte):

  • gerade in Mathematik hilft Möglichkeit, Arbeitstempo bei Vorträgen selbst bestimmen zu können
  • Lückenskript, Quizfragen mit Rückmeldung sowie Aufteilung der Inhalte auf kurze Videos sehr hilfreich
  • gute Struktur und Abstimmung der Einzelveranstaltungen
  • Gruppenarbeit ermöglicht „Erstis“ Kennenlernen trotz Kontaktbeschränkungen

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Zusammengefasst:

Kurs, der wissenschaftliches Schreiben auf Englisch lehrt/schult

Digitale Elemente: Hyperdocs (Übersicht über Schreibprozess, Fristen, Links zu Ressourcen, Checkliste), Google Docs (Kollaboration), Google Forms (Automatisierte Übungen); Kaizena (für Einreichung der Essays + Feedback); Screencast-o-Matic (für Erstellung von Feedback- und Lernvideos)

Gründe für Digitalisierung:

  • Zeitersparnis (z.B. Feedback im Tool statt in der Sitzung)
  • Individuellerer Zuschnitt möglich (z.B. Arbeiten im eigenen Tempo und an eigenen Problemen)
  • Steigerung der Selbstwirksamkeit (z.B. durch digitales, aber audiovisuelles Feedback)

Pro:

  • gelungene Theorie-Praxis-Verknüpfung
  • zeigt, dass Gemeinschaftsgefühl und Zusammenarbeit auch in digitalen Umgebungen entstehen und funktionieren kann

Aus den Studierendenrückmeldungen:

Beste Platzierung für: „In der Veranstaltung lerne ich nicht nur Fakten, sondern verstehe auch etwas besser/anders.“ (1,21 von 5)

Zweitgrößte Steigerung des Interesses: + 1,14 (von 5) zum Vorinteresse

ca. ¾ der Studierenden finden die Veranstaltung besser als andere Veranstaltungen

Sehr positive offene Rückmeldungen (zusammengefasst):

  • sehr motivierend
  • vermittelt nicht nur praktische Fähigkeiten, sondern regt auch zu Auseinandersetzung mit Inhalten an
  • Feedback sehr hilfreich
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 2019

Koblenz (Sommersemester)

(erste Verleihung, noch ohne Shortlist)

Gewinnerin:

Zusammengefasst:

Interdisziplinäre Lehrveranstaltung im Themenfeld E-Health, in der Studierende in realitätsnahen Projekten digitale Organisationsformen und Tools des Berufsfeldes erlernen; Themenbereiche:„Medizinische Bildverarbeitung“ und „Biomechanische Computersimulation“

Digitale Elemente:

  • GitLab als Tool zur digitalen Projektzusammenarbeit und Versionskontrolle
  • Slicer (Open-Source-Software-Projekt für die Verarbeitung dreidimensionaler medizinischer Daten)
  • Wikis
  • Gestaltung sowie Nutzung von Video-Tutorials 

Gründe für Digitalisierung:

  • Praxisbezug: Digitales Arbeiten und virtuelle Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Tools und Softwares entspricht Herausforderungen im Berufsfeld
  • Verbesserung der Digitalkompetenz; Erlernen des Umgangs mit neuen Softwares
  • gemeinsames lösungsorientiertes Arbeiten in interdisziplinären Teams in Echtzeit ermöglichen
  • Vernetzung von Lehrenden und Studierenden
  • Transparenz über Arbeitsfortschritt und Möglichkeit zur schnellen Rückmeldung an Studierende 

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 Landau (Wintersemester)

Shortlist:

Josefine Zemla
Sebastian Kinsler
Dr. Michael Lenz

 

Gewinnerin:

Zusammengefasst:

Bildungswiss. Seminar mit dem Ziel der Sensibilisierung künftiger Grundschullehrkräfte für die Herausforderungen von Übergangssituationen

Digitale Elemente:

Verschiedene Umfrage- und Quiztools (PINGO, Kahoot, Mentimeter); ein Tool für Kollaboration (Padlet)

Gründe für Digitalisierung:

  • Senken der Hemmschwelle (aus Scham, Angst) für Beteiligung und bessere Antwortqualität bei Reflexion persönlicher oder brisanter Themen durch Anonymisierung der Beiträge 
  • Auflockerung, an ‚digitale Lebenswelt‘ der Studierenden anknüpfen
  • Zeit- und Ressourcenersparnis: Automatisches Protokollieren von Arbeitsergebnissen; Verzicht auf Papiermaterialien

Begründung des Steering Committee für die Auszeichnung:

  • überzeugendes didaktisches Konzept
  • schlüssige Begründung des Mehrwerts der digitalen Komponenten
  • sinnvoller ergebnisorientierter Einsatz digitaler tools und kluge methodische Einbettung
  • potenziell hoher Vorbildcharakter durch Rückgriff auf relativ "einfach" digitale Tools
  • sehr positive Studierendenrückmeldungen, die den didaktischen Mehrwert der Tools zeigen

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Shortlist:

Zusammengefasst:

Studierende lernen multiperspektivische Betrachtung von Fällen der pädagog. Praxis in steigender Komplexität (PBL, Fallbesprechungen mit Masterstudierenden, Fallwerkstatt mit Praktiker*innen)

Digitale Elemente: 

Fallvideos, Bearbeiten von Fällen in OLAT

Gründe für Digitalisierung:

  • Ersetzen eines früheren, zu zeitintensiven Konzepts und dadurch Öffnung der LV für mehr Studierenden sowie mehr Kapazitäten für Rückmeldung
  • Bearbeiten von digitalen Fällen als Vorbereitung für die Arbeit mit realen Fällen

Zusammengefasst:

Gamification-Konzept als Methoden-Selbsterfahrung für spätere Schulpraxis. Nutzt und reflektiert den Einsatz verschiedener Medien und übt die Erstellung von Unterrichtsmaterialien

Digitale Elemente:

Lernvideos, Nutzung von OLAT, animierte Präsentationen, Online-Lerntagebuch

Gründe für Digitalisierung:

Ressourcenschonende Herstellung einer authentischen Atmosphäre für das Gamification-Setting; Verbesserung der Medienkompetenz bei den Studierenden

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