Feedback-Vorlagen in OLAT

Dr. Ina Mittelstädt

Vielleicht geht es Ihnen wie mir – Sie haben Ihr Semester "asynchron" gestartet und fragen sich nun: Wie ist es angekommen bei den Studierenden? Reicht es schon, wenn ich nicht unzählige Beschwerdemails bekomme? Hat alles geklappt, war es machbar? 

Normalerweise sehen wir die Studierenden, und auch wenn sie nichts sagen, können wir uns doch von ihrem Gesichtsausdruck und ihren Augen einen Eindruck verschaffen, ob sie aufmerksam sind oder nicht, ob sie mit unserer Lehre etwas anfangen können oder nicht. Bei einem OLAT-Kurs geht das nicht. Gar keine Rückmeldung zu bekommen, kann sehr verunsichernd sein. Häufig wissen wir selbst gar nicht genau, was wir eigentlich gut machen und den Studierenden wirklich hilft – aber übersehen häufig auch, was es den Studierenden schwer macht und was sie stört, Und wenn Studierende ihren Frust nur in sich hineinfressen, brechen sie den Kurs irgendwann ab (und wozu dann die ganze Arbeit?) oder sie lassen ihm in der Evaluation freien Lauf. Wenn Sie sich regelmäßig Feedback holen, können Sie viel davon abfangen und ein besseres Verhältnis zu den Studierenden aufbauen – auch digital.

Deshalb habe ich Ihnen bei OLAT eine Vorlage für einen Feedback-Fragebogen vorbereitet. Er enthält eine ganze Reihe von erprobten Feedback-Fragen, aus denen Sie die auswählen können, die Sie gerade interessieren:

Sie können den Fragebogen direkt in Ihren Kurs kopieren. Löschen Sie dann alle Fragen löschen, die Sie nicht nutzen möchten, und schreiben Sie noch einen kurzen Einladungstext an die Studierenden. Weisen Sie dann Ihre Studierenden darauf hin, dass Sie sich Feedback von Ihnen wünschen.

Erfahrungsgemäß geben mehr Studierende Feedback (und ist dieses auch fairer), wenn sie…

  • freundlich darum gebeten werden
  • ihnen gesagt wird, warum Sie Feedback möchten
  • sie den Eindruck haben, dass sie damit vielleicht tatsächlich etwas verändern können. Es ist dabei auch völlig ok, wenn Sie dann wiederum zurückmelden, warum sich bestimmte Dinge nicht ändern lassen. Oft schlagen Studierende jedoch sehr sinnvolle und machbare Dinge vor. (Aber machen Sie sich trotzdem vorher klar, wo Ihre Grenzen sind und warum bestimmte Wünsche nicht erfüllbar sind.)

Das kann dann z.B. so klingen (sollten Sie natürlich an Ihren Stil anpassen):

Hier haben Sie die Möglichkeit, mir Feedback zu geben, damit ich das Seminar besser machen kann! Manchmal wird man betriebsblind, deshalb helfen mir Ihre Hinweise. (Über Lob freue ich mich natürlich auch). Geht ganz schnell!

oder 

Nutzen Sie die Möglichkeit, das Seminar mitzugestalten! Hier ein paar Vorschläge, wozu Sie mir Feedback geben können. Füllen Sie das aus, was Ihnen gerade passend und wichtig erscheint (diesen Fragebogen gibt es jede Woche). Gern versuche ich, im Rahmen des Möglichen auf Ihre Wünsche einzugehen. Natürlich können Sie mich auch anders kontaktieren, wenn es Probleme gibt. Ich werde immer versuchen, Lösungen zu finden – oder immerhin zurückmelden, wenn und warum sich etwas vielleicht gerade nicht ändern lässt. Sie dürfen mir natürlich auch positive Rückmeldung geben ;)

Versuchen Sie außerdem, irgendwie auf das Feedback einzugehen. Danken Sie in der nächsten Woche für die Rückmeldungen und gehen Sie ganz kurz auf die wichtigsten Kritikpunkte ein. Sagen Sie, wenn Sie etwas umsetzen können, aber begründen Sie auch kurz, wenn etwas nicht geht. Das alles erhöht die Bereitschaft der Studierenden, mit Ihnen zusammenzuarbeiten und auch Schwierigkeiten besser auszuhalten, die Sie ihnen zumuten.

Geschlossene Fragen gehen zwar schnell, haben aber häufig – wie Sie aus der Lehrveranstaltungsevaluation wissen – wenig Aussagekraft.

Der Fragebogen enthält deshalb eine Vielzahl von Vorschlägen für 'schnelle' offene Fragen: Dinge, die sich schnell beantworten und schnell lesen lassen und die trotzdem die wichtigen Einblicke bringen, die Sie brauchen. 

Kombinieren Sie Kritik- und Lobfragen, da Sie damit die Studierenden dazu bringen, auf beide Seiten zu schauen – und (fast) jeder Kurs hat seine guten Seiten.

Ich gebe den Studierenden jede Woche die Möglichkeit, Feedback zu geben. In der Regel wird das am Anfang des Semesters häufiger genutzt und verläuft sich dann etwas. Dennoch ist es sinnvoll, weil die Studierenden wissen, dass Sie mir immer Rückmeldung geben können und das Unzufriedenheit vorbeugt.

Wenn Sie viele Rückmeldungen haben möchten, setzen Sie den Fragebogen gezielter ein (zwei oder dreimal im Semester z.B.) und räumen Sie extra Zeit für das Ausfüllen ein.