Ringvorlesung: Prof. Dr. Frank Lipowsky (Universität Kassel) - Lernen durch Kontrastieren und Vergleichen

Lernen durch Kontrastieren und Vergleichen

 

Der Aphorismus „Wer nur England kennt, kann England nicht kennen“ drückt aus, wie wichtig Aktivitäten des Kontrastierens und Vergleichens für Erkenntnisprozesse im Allgemeinen sind. Bezogen auf die Verarbeitung schulischer Inhalte stellen Kontrastieren und Vergleichen wirkmächtige Prinzipien des Lernens dar, welche häufig mit kognitiv anspruchsvollen Aktivitäten und Prozessen einhergehen.

Im Vortrag werden Befunde der Lehr- und Lernforschung zum Thema "Lernen durch Kontrastieren und Vergleichen" vorgestellt. Einen Schwerpunkt bildet hierbei die Präsentation einer Studie zum sogenannten verschachtelten Lernen (interleaved practice) im Mathematikunterricht der Grundschule. Beim verschachtelten Lernen werden Inhalte abwechselnd behandelt, während das herkömmliche Verfahren im Unterricht in der Regel die geblockte und sequentielle Behandlung von Inhalten vorsieht.

Die experimentelle Studie ging der Frage nach, wie adaptiv und flexibel Grundschülerinnen und -schüler des 3. Schuljahres Subtraktionsstrategien anwenden, wenn sie diese verschachtelt vs. geblockt lernen. In der verschachtelten Bedingung wurden die Lernenden dazu angeregt, die abwechselnd präsentierten Strategien miteinander zu vergleichen und über ihre Anwendungsbedingungen zu reflektieren. Das Vorgehen in der Kontrollbedingung entsprach dagegen dem geblockten Vorgehen: Die Strategien wurden nacheinander eingeführt und geübt, bevor die nächste Strategie behandelt wurde. Der Vortrag berichtet über erste Ergebnisse der Studie und ordnet diese in den Zusammenhang ein.

Wann 09.07.2018
von 16:15 bis 17:45
Wo Konferenzraum (blauer Aufgang), Gebäude CI, Fortstraße 7
Name Prof. Dr. Frank Lipowsky (Universität Kassel)
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