Wie man beim Lernen ein prinzipienbasierendes Verständnis (nicht) fördern kann

Prof. Dr. Alexander Renkl (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

Wenn bei Lernenden tiefes Verstehen der einem Lernstoff zugrundeliegenden Prinzipien gefördert werden soll, findet man in der Lehr-Lern-Forschung nicht selten in etwa folgende Position: Erstens sollte man eine Lehr-Lern-Form wählen, die eher (sozio-) konstruktivistischen Ansätzen zuzuordnen ist, da diese eine aktive Auseinandersetzung der Lernenden mit dem Lernstoff fördern. Zweitens orientiert man sich bei der Auswahl der konkreten Methode am besten an der empirischen Befundlage (z.B. Ergebnisse von Meta-Analysen), um so eine effektive Lehr-Lern-Form einzusetzen. Drittens, da Lernende bei (sozio-) konstruktivistischen Lehr-Lern-Formen zwar Möglichkeiten der aktiven Auseinandersetzung geboten bekommen, diese aber nicht immer gut nutzen, ist es wichtig, die Lernenden bei der aktiven Auseinandersetzung mit dem Lernstoff zu unterstützen (z.B. mit Prompts oder Vorgehensskripts). Es wird aufgezeigt, dass die obigen drei Annahmen jeweils "den Nagel nicht auf den Kopf treffen" und damit auch keine guten Leitlinien bilden, wenn es darum geht, tiefes Verstehen zu fördern. Im Kern wird argumentiert, dass man mit ganz unterschiedlichen Lehr-Lern-Formen, so sie denn angemessen ausgestaltet (implementiert) werden, das Verstehen fördern kann. Wichtig bei der konkreten Ausgestaltung möglicher Lehr-Lern-Formen ist dabei, dass die Lernprozesse auf die zentralen Konzepte und Prinzipien fokussiert werden. Nimmt die letztgenannte Position ein, hat dies grundlegende Konsequenzen für die theoretische Erörterung und die praktische Gestaltung effektiven Unterrichts.

Wann 12.06.2013
von 14:00 bis 16:00
Wo Fortstraße 7, Seminarraum 260, Gebäude CIV (gelber Aufgang)
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