Aktuelle Projekte und Forschung

Lehrerbildung und Unterrichtsentwicklung

DiAmant M (Diagnose und Adaptation medial analysieren und nachhaltig trainieren Auswirkungen von diagnostischer Kompetenz auf die prozessuale Unterrichtsqualität am Beispiel der Motivierung)

Im Projekt DiAmant M wird untersucht, inwieweit die diagnostische Kompetenz von angehenden Lehrpersonen (Studierende der Fächer Chemie, Mathematik, Physik) in Bezug auf das Unterrichtsqualitätskriterium Motivierung ausgeprägt ist und wie sich die diagnostische Kompetenz auf die Unterrichtsgestaltung auswirkt. Zur Verbesserung der diagnostischen Kompetenz wird ein Training konzipiert und durchgeführt. Zum Zwecke der Messung der diagnostischen Kompetenz und zum Zwecke des Trainings werden Videovignetten produziert, in welchen Indikatoren eines (de)motivierenden Unterrichts deutlich sichtbar werden. Diese Videovignetten und das Trainingsprogramm sollen im Anschluss an das Projekt für die Lehre in einem multimedialen Tool zur Verfügung gestellt werden, um die universitäre Lehre praxisnäher gestalten zu können.

Das Projekt startet im Februar 2016 im Rahmen der Graduiertenakademie Bildung-Mensch-Umwelt und ist eines von vier Förderprogrammen von Profile3. Nähere Informationen finden Sie hier.

Eva-Prim (Evaluation im Primarbereich - Sprachförderung in alltäglichen und fachlichen Kontexten)

Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Universität Regensburg und der Universität Koblenz-Landau. Es wird durch das BMBF gefördert.

Das Evaluationsvorhaben untersucht die alltagsintegrierte Sprachförderung des BISS-Moduls P1 (Sprachförderung in alltäglichen und fachlichen Kontexten). Der besonderer Fokus liegt auf der Sprachförderung im Mathematikunterricht der Klassen 3 und 4. Aber auch die sprachsensible Gestaltung außerunterrichtlicher Angebote (z.B. Hortangebote) und anderer Fächer (z.B. Deutsch, HSU) sowie niedrigerer Jahrgangsstufen werden Gegenstand der Evaluation sein. Neben einer Beschreibung der Entwicklung ist die Identifikation von Gelingensbedingungen und Best-Practice-Beispielen wesentliches Ziel.

Das Projekt ist noch in der Startphase. Erste Resultate und Implikationen werden voraussichtlich Anfang 2017 berichtet.

EuLe (Entwicklung der Planung, Durchführung und Reflexion von Sachunterricht in der zweiten Phase der Lehrerbildung)

Zentrale Kompetenzen, die angehende Lehrkräfte in der zweiten Ausbildungsphase entwickeln müssen, sind Planungs-, Handlungs- und Reflexionskompetenz in Bezug auf Unterricht (MSW NRW, 2012). Für den Sachunterricht ist wie auch für viele andere Fächer weitgehend ungeklärt, mit welchen Kompetenzen Lehramtsanwärter starten und wie sich die Kompetenzen weiterentwickeln. Genau hier setzt das Projekt EuLe an.

Das Projekt EuLe untergliedert sich in drei Teilprojekte, die zunächst getrennt die Planung (Promotion von Anna Hasenkamp), die Durchführung (Promotion von Sarah Rau) und die Reflexion (Teilprojekt von Anna Windt in Kooperation mit Gerlinde Lenske, siehe auch Windt & Lenske, 2015) von Sachunterricht in den Blick nehmen, Messinstrumente entwickeln und angehende Lehrkräfte längsschnittlich über den Verlauf der zweiten Ausbildungsphase verfolgen. Da die drei Teilprojekte auf dieselbe Stichprobe zurückgreifen, lassen sich im Gesamtprojekt auch Abhängigkeiten zwischen den drei Bereichen Planung, Durchführung und Reflexion untersuchen.

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier: https://www.uni-due.de/isu/forschung

Resultate und Implikationen

Es deutet sich an, dass Lehramtsanwärter zu Beginn im Rahmen ihrer Reflexion bei ca. 60% der von ihnen angesprochenen Aspekte nicht über Stufe 2 hinauskommen. Das bedeutet, der Reflexionsprozess stockt hier nach dem Beschreiben oder dem Bewerten der angesprochenen Aspekte. Gründe für die Bewertung werden nicht genannt und das Erwägen von Alternativen sowie das Ableiten von Konsequenzen bleibt außen vor (Windt, Hasenkamp, Rau, Lenske & Rumann, 2015). So scheint es ratsam im Rahmen der Praktika sowie der universitären Lehre das Reflektieren über Unterricht noch gezielter zu fördern. Hierbei können wissenschaftlich fundierte Reflexionsinstrumente, wie beispielsweise die Instrumente EMU und LDK, eine Hilfe sein (Helmke, Helmke & Lenske, 2014; Helmke & Lenske, 2013; Lenske & Mayr, 2015). Beide Instrumente werden zu diesem Zweck an der Universität Koblenz-Landau (Campus Landau) im Rahmen der Einführungsveranstaltung zu den Praktika vorgestellt.

LKK & LDK (Linzer Konzept der Klassenführung, Linzer Diagnosebogen zur Klassenführung)

Der Lehrerberuf zählt zu den psychisch belastendsten Berufen überhaupt, wobei die wichtigste Quelle für Belastungen Konflikte mit Schüler/innen darstellen. Vor diesem Hintergrund starteten in den 1980er Jahren Walter Fartacek und Johannes Mayr (beide damals an der Pädagogischen Akademie Linz tätig) in Zusammenarbeit mit Ferdinand Eder (damals Universität Linz), später auch mit Gerlinde Lenske (Universität Koblenz-Landau, Zentrum für Lehrerbildung), Barbara Pflanzl und anderen Kolleg/innen ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum Thema Klassenführung. Ziel dabei war und ist es, Lehramtsstudierenden und Lehrkräften Hilfestellungen für eine erfolgreiche Klassenführung anzubieten sowie Lehrerbildner/inne/n, Mentor/inne/n und Schulleitungen im pädagogischen Bereich praktikable Konzepte und Materialien zur Verfügung stellen zu können.

Resultate und Implikationen

Aus diesem Projekt heraus sind das Linzer Konzept der Klassenführung und der Linzer Diagnosebogen zur Klassenführung entstanden (Lenske & Mayr, 2015). Der Linzer Diagnosebogen wird mittlerweile sowohl im Rahmen der Lehrerbildung als auch zu Forschungszwecken häufig eingesetzt.

Im Rahmen der Forschungsarbeiten konnte beispielsweise gezeigt werden, dass die Qualität der Klassenführung in erster Linie von der Lehrkraft und weniger von der Klasse abhängt. Darüber hinaus konnte anhand von Cluster-Analysen festgestellt werden, dass Lehrkräfte mit einer guten Klassenführung unterschiedliche Führungsstile aufweisen können, wobei sie alle in Bezug auf die einzelnen Handlungsstategien des LDK noch in einer gewissen Bandbreite liegen (eine Zusammenfassung der wesentlichen Befunde sowie Hinweise zur Arbeit mit dem LKK finden Sie bei Lenske & Mayr, in Druck).

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier: (https://ius.uni-klu.ac.at/projekte/ldk/). Die neue Homepage wird voraussichtlich zum 01.01.2016 verfügbar sein.

Aktuell wird erforscht, ob es geschlechtsspezfische Unterschiede in der Selbstwahrnehmung in Bezug auf die Klassenführungsqualität bzw. die Führungsstile gibt.

ProKo (Professionelle Kompetenz von Deutsch-, Fremdsprachen- und Herkunftssprachenlehrkräften)

Wesentliches Ziel des Projektes ProKo ist es, erstmals die professionelle Kompetenz von Deutsch-, Fremdsprachen- und Herkunftssprachenlehrkräften zu erfassen und Rückschlüsse für die Lehrerbildung mit besonderem Fokus auf Heterogenität, Mehrsprachigkeit und Inklusion zu ziehen. Hierzu werden neben dem fachlichen, dem fachdidaktischen und dem pädagogisch-psychologischen Professionswissen auch die Überzeugungen und Ziele sowie die motivationalen Orientierungen der Lehrkräfte untersucht und zueinander in Beziehung gesetzt. In Bezug auf das pädagogisch-psychologische Proessionswissen wird angesichts der steigenden Anzahl an Migranten und der nach wie vor bestehenden Bildungsbenachteilung von Migranten in Deutschland die Facette des interkulturellen Wissens verstärkt in den Blick genommen.

Um über die Zusammenhänge der Teilkompetenzen hinaus auch deren Effekte auf das Lehrhandeln bzw. die prozessuale Unterrichtsqualität und auf die Entwicklung der SchülerInnen zu erforschen, werden ausgewählte Merkmale prozessualer Unterrichtsqualität sowie das Selbstkonzept der SchülerInnen als abhängige Variablen erhoben.

Das Projekt ProKo liefert erstmals empirische Daten zum Stand der Professionalisierung verschiedener Gruppen von Sprachlehrkräften und trägt damit wesentlich zur Profilbildung der Universität Koblenz-Landau im Bereich Bildung, insbesondere Lehrerbildung, bei.

Das Projekt startet im Februar 2016 im Rahmen der Graduiertenakademie Bildung-Mensch-Umwelt und ist eines von vier Förderprogrammen von Profile3 . Nähere Informationen finden Sie hier.

ProwiN (Professionswissen in den Naturwissenschaften)

Das Projekt ist ein Verbundprojekt mehrerer Universiäten und wird über das BMBF gefördert.

Im Rahmen des Projekts ProwiN wird untersucht, ob sich das fachspezifische und das fächerübergreifende Professionswissen von Lehrkräften als Teil professioneller Kompetenz auf die prozessuale Qualität des Unterrichts und  - darüber vermittelt – auf die Schülerleistung (Produktqualität) auswirkt. Hierzu wurden in der ersten Phase des Projekts Testinstrumente zur Erfassung des Professionswissens entwickelt und validiert. Im Rahmen der zweiten Phase des Projekts wird nun unter Verwendung dieser Instrumente die Bedeutung des Professionswissens untersucht. Die Qualität des Unterrichts wird über Videoratings erfasst und die Produktqualität über fachspezifische Schülerwissenstests.

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier: https://www.uni-due.de/prowin/studie.shtml

Resultate und Implikationen

Aktuelle Befunde der ProwiN-Studie in Bezug auf das pädagogisch-psychologische Wissen weisen auf die Bedeutsamkeit des fächerübergreifenden Professionswissens sowohl für die Prozessqualität und die Produktqualität hin (Lenske, Wagner, Wirth, Thillmann, Cauet, Liepertz & Leutner, eingereicht). Der im Projekt entwickelte und validierte Test zum pädagogisch-psychologischen Wissen (Lenske, Thillmann, Wirth, Dicke & Leutner, 2015), wurde bzw. wird durch das Zentrum für Lehrerbildung in modifizierter Form im Rahmen der Lehrevaluation eingesetzt.

Evaluation und Qualitätssicherung

EvaPra (Evaluation der Praktika)

Die Evaluation der Praktika zu den Orientierenden Praktika und zum Vertiefenden Praktikum Bachelor umfasst folgende Aspekte:

Organisation
Anmeldung
Schule

Akzeptanz/Integration
Betreuung (durch die Lehrkraft/Fachleitung)
Gebotene Lernchancen & erreichte Lernziele
Arbeit mit dem Praktikumsbuch
Reflexion & Feedback
Vorbereitung durch die Universität (BiWi, Fächer)
Die Ergebnisse werden aktuell noch ausgewertet und in Kürze veröffentlicht.

Eva-Prim (Evaluation im Primarbereich - Sprachförderung in alltäglichen und fachlichen Kontexten)

Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Ludwig-Erhardt-Universität München und der Universität Koblenz-Landau. Es wird durch das BMBF gefördert.

Das Evaluationsvorhaben untersucht die alltagsintegrierte Sprachförderung des BISS-Moduls P1 (Sprachförderung in alltäglichen und fachlichen Kontexten). Der besonderer Fokus liegt auf der Sprachförderung im Mathematikunterricht der Klassen 3 und 4. Aber auch die sprachsensible Gestaltung außerunterrichtlicher Angebote (z.B. Hortangebote) und anderer Fächer (z.B. Deutsch, HSU) sowie niedrigerer Jahrgangsstufen werden Gegenstand der Evaluation sein. Neben einer Beschreibung der Entwicklung ist die Identifikation von Gelingensbedingungen und Best-Practice-Beispielen wesentliches Ziel.

Das Projekt ist noch in der Startphase. Erste Resultate und Implikationen werden voraussichtlich Anfang 2017 berichtet.

Unterricht & Motivation

Um Lehrkräften grundlegende Theorien und effektive Strategien zur Motivierung von Schülerinnen und Schülern im Unterricht zu bieten, hat der Lehrstuhl für Psychologie der Universität Augsburg (Leitung: Prof. Dr. Markus Dresel) unter dem Titel „Unterricht und Motivation“ ein innovatives Trainingsprogramm entwickelt. Dieses Trainingsprogramm basiert auf den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Motivationspsychologie sowie dem Erfahrungsschatz von Lehrkräften. In dem Programm geht es insbesondere darum, die Motivation der Schülerinnen und Schüler zu fördern, aber auch um Möglichkeiten der Selbstmotivation. Dabei werden Motivationsstrategien erarbeitet und erprobt, welche ohne großen Arbeitsaufwand in den beruflichen Alltag integriert werden können. Nach einer Pilotierung wurde das Programm in Kooperation mit dem Zentrum für Lehrerbildung (Campus Landau) weiterentwickelt und in Koblenz sowie in Landau durchgeführt (Flyer: https://www.uni-koblenz-landau.de/de/landau/zlb/aktuelles/Flyer%20Unterricht%20-%20Motivation.pdf).

Das Trainingsprogramm besteht aus drei Präsenztagen sowie Praxisphasen in der Schule. Es umfasst beispielsweise die praktische Erprobung von Trainingselementen, die Analyse von Unterrichtsvideos, die Zusammenarbeit in selbst gewählten Lehrer-Tandems (gegenseitige Unterrichtshospitationen) sowie die Auseinandersetzung und Reflexion mit Schülerfeedback.

Die Konzeption des Trainings und die wissenschaftliche Überprüfung seiner Wirksamkeit werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Resultate und Implikationen

Erste Resultate werden in Kürze publiziert. Des Weiteren folgt eine Veröffentlichung des Trainingsprogramms.

Kooperationsprojekte mit Schulen und Studienseminaren

CampusSchule

CampusSchule verbindet die universitäre Lehre und Forschung mit den Herausforderungen der schulpädagogischen Praxis. In interdisziplinärer Zusammenarbeit kooperieren darin seit 2011 Lehrkräfte mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, um wissenschaftliche Erkenntnisse im Rahmen einer modernen Lehrerbildung sowie in pädagogisch-praktischen Problemlösungen zu gewinnen wie auch einzubeziehen.

Die Leitidee von CampusSchule ist es, vor dem Hintergrund zunehmender Heterogenität in der Gesellschaft, ein allgemeines und konkret anwendbares Modell für die Verknüpfung von universitärer Forschung und Lehre mit der Praxis öffentlicher Schulen zu entwickeln. Dafür werden zunächst langfristige institutionalisierte Kooperationen mit Campus-Schulen verschiedener Schularten auf- und ausgebaut. Perspektivisches Ziel ist der Aufbau eines Netzwerkes CampusSchule, d.h. eines Verbundes aller Campus-Schulen und weiterer interessierter öffentlicher Schulen im südpfälzischen Raum, in denen CampusSchule-Projekte im Rahmen gemeinsamer, wissenschaftlich fundierter Forschung sowie Schul- und Unterrichtspraxis durchgeführt werden.

 

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