KulturNorm - Kulturelle Orientierung und normative Bindung

Ein Schwerpunkt der Forschungsinitiative des Landes Rheinland-Pfalz
Portrait

Die kulturellen Tatsachen des Handelns, der Sprache, des Körpers und der gesellschaftlichen Ausdifferenzierung sowie Pluralisierung weisen eine innere Spannung zwischen faktischer Vorgegebenheit und normativem Anspruch auf, die sowohl die gesellschaftliche als auch die wissenschaftliche Diskussion herausfordert. Als Beispiele können die aktuellen Diskussionen um die Beschneidung, die Frage nach der Normierung von Sprache oder der Umgang mit Prozessen der gesellschaftlichen Ausdifferenzierung genannt werden. In all diesen Fällen finden Transformationsprozesse statt, die durch das Auseinandertreten oder auch Aufeinandertreffen von sozialen Vorgegebenheiten und Normativitätsansprüchen gekennzeichnet sind. Das Forschungsprojekt beschreibt diese Phänomene als Dimensionen der kulturellen Entwicklung und greift das angedeutete Spannungsfeld mit dem systematischen Ziel auf, die wissenschaftliche Theoriebildung in den beteiligten Disziplinen kooperativ weiterzuentwickeln und die gewonnenen Einsichten auch in die aktuellen gesellschaftlichen Debatten offensiv einzubringen. In diesem Sinne werden paradigmatische Fragestellungen der kulturellen Selbstverständigung (wie beispielsweise Ritualisierung und Identität, Bildung und Orientierung oder Sprache und Normierung) identifiziert, um sie in der interdisziplinären Diskussion zwischen Pädagogik, Philosophie, Theologie, Kulturwissenschaft sowie Literatur- und Sprachwissenschaft systematisch zu entfalten. Damit soll insbesondere ein adäquates Verständnis der normativen Dimension kultureller Erfahrung gewonnen und disziplinübergreifend konzeptualisiert werden.

 

 

Aktuelle Veranstaltungen
22.05.2019

Forschungsatelier: Protest und Kulturkritik – Differenzen, Übergänge, Schnittstellen

Gemeinsam mit der Universität Straßburg richtet das Cluster I des Forschungsschwerpunktes KulturNorm im Januar 2019 ein erster Forschungsatelier zum Thema "Protest und Kulturkritik" aus. Hier finden Sie nähere Informationen, das Programm und den dazugehörigen Call for Papers [DE/F].
Landau
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22.05.2019

Protest und Kulturkritik: Eröffnung mit K.-S. Rehberg und H.-G. Soeffner

Für die Eröffnung des Forschungsateliers "Protest und Kulturkritik - Differenzen, Übergänge, Schnittstellen" konnte der Forschungsschwerpunkt KulturNorm mit Prof. Dr. Rehberg und Prof. Dr. Soeffner zwei renommierte Forscher gewinnen, die sich in einem öffentlichen Vortrag dem Thema annehmen werden. Interessierte sind herzlich eingeladen!
Großer Konferenzraum, Campus Landau
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23.05.2019

Vortrag von Michael Großheim: Ironismus und politischer Existentialismus in modernen Protestbewegungen zwischen Deutschland und Frankreich

Im Rahmen des Forschungsateliers "Protest und Kulturkritik - Differenzen, Übergänge, Schnittstellen" des Forschungsschwerpunkts KulturNorm spricht Prof. Dr. Michael Großheim in einem öffentlichen Vortrag über "Ironismus und politischer Existentialismus in modernen Protestbewegungen zwischen Deutschland und Frankreich". Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Rote Kaserne, Raum 005
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24.05.2019

Vortrag von Andreas Pettenkofer: Die Unwahrscheinlichkeit egalitärer Proteste

Im Rahmen des Forschungsateliers "Protest und Kulturkritik - Differenzen, Übergänge, Schnittstellen" des Forschungsschwerpunkts KulturNorm spricht PD Dr. Andreas Pettenkofer in einem öffentlichen Vortrag über "Die Unwahrscheinlichkeit egalitärer Proteste". Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Rote Kaserne, Raum 005
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Weitere Termine

Meldungen:

Ankündigung: Workshops zum Thema "Transgressionen. Grenzüberschreitende Orientierungen und Normierungen in der kulturellen Öffentlichkeit"

Unter dem Dachkonzept „Transgressionen. Grenzüberschreitende Orientierungen und Normierungen in der kulturellen Öffentlichkeit“ veranstaltet das Cluster III (Neuhaus/Schaffers) in diesem Jahr 5 Workshops, die von DoktorandInnen und HabilitandInnen konzipiert wurden. Die Workshops widmen sich der Frage, inwiefern spezifische Themenbereiche in verschiedenen künstlerischen Medien einem kulturellen Normierungsprozess unterliegen. Weitere Informationen finden Sie hier [PDF].


Kooperation mit der "Groupe de recherche sur la Culture de Weimar"

Der Forschungsschwerpunkt "Kulturelle Orientierung und normative Bindung" und die "Groupe de recherche sur la Culture de Weimar" (Maison des sciences de l'homme, Paris) kooperieren seit 2017 in Forschung und Nachwuchsförderung.

Eine erste Veranstaltung fand im Januar 2018 in Paris zum Thema "Formen ziviler und politischer Repräsentation" statt. Einen Bericht hierzu finden Sie hier, weitere Veranstaltungen finden im Januar und Juni 2019 statt.


Nominierung Jürgen Goldsteins für den Bayerischen Buchpreis in der Kategorie Sachbuch:

Blau. Eine Wunderkammer seiner Bedeutungen (Matthes & Seitz)


Zielvereinbarung für Forschungsinitiative bis 2018 unterzeichnet

Am 11.07.2017 wurden die neuen Zielvereinbarungen zur Fortsetzung der Forschungsinitiative bis 2018 von den Präsidenten der Hochschulen und Wissenschaftsminister Konrad Wolf unterzeichnet.