Anatevka

Unsere erste Produktion Anatevka wurde elfmal vor vollem  Haus in der ehemaligen Deidesheimer Synagoge gespielt.

 

Schriftliche Reaktionen aus dem Publikum: 

"Ich habe gelacht, habe geweint, hatte Gänsehaut und wär völlig überwältigt von der Inszenierung die Sie in der Synagoge präsentiert haben. Und die Studenten! Einfach unglaublich! Das Spiel hat mich tief berührt."

"Anatevka ist nun die erste Theaterproduktion dieses Studienganges. Das war zu spüren, alles wirkte sehr neu, sehr enthusiastisch, aber auch sehr professionell." (Die Rheinpfalz, Nr. 270.)

Plakat Anatevka

Anatevka (Jerry Bock/Joseph Stein/Sheldon Harnick)

Eine musikalische Reise in den alten Synagogen von Rheinland-Pfalz

„Jeder von uns ist ein „Fiedler auf dem Dach“. Jeder versucht, eine einschmeichelnde Melodie zu spielen, ohne sich dabei das Genick zu brechen. Nun werdet ihr fragen, warum wir hier bleiben, wo es doch so gefährlich ist? Wir bleiben, weil Anatevka unsere Heimat ist. Und was uns unser seelisches Gleichgewicht erhält, das ist mit einem Wort gesagt: Tradition!“

Mit seinem ersten Theaterprojekt vernetzt das Fach Darstellendes Spiel gleich mehrere Gesellschafts-, Sozial- und Bildungsebenen gleichzeitig miteinander, da das Musiktheaterstück nicht nur in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Schultypen sondern auch in Kooperation mit mehreren außeruniversitären Partnern erstellt wird, so freuen wir uns auf die enge Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis ehem. Deidesheimer Synagoge e. V.

Tradition? - zum Stückinhalt

Der Milchmann, der seine Töchter über alles liebt, gerät in Konflikt mit der „Tradition“ seines Dorfes und seiner Religion, als es um die Verheiratung seiner Töchter geht. Denn Tradition hält das Dorf zusammen und erhält das seelische Gleichgewicht der jüdischen Bewohner. Während Tewje zunehmend gezwungen wird, den Sinn der kulturellen wie religiösen „Traditionen“ immer wieder in Frage zu stellen, nehmen die Angriffe gegen ihn und sein jüdisches Volk stetig zu, bis alle Juden das Dorf verlassen müssen.

Anatevka siedelt die Spannungsfelder zwischen religiöse Tradition und Fortschritt, Armut und Macht, Flucht und Widerstand in ein weites, ukrainisches Dorf, Anfang des 20. Jahrhunderts an. Durch diese Distanz wirken die immer noch aktuellen Probleme plötzlich allgemeingültig und werden leichter behandelbar. 70 Jahre nach Kriegsende sind Themen, wie Vertreibung, Flucht, Ausgrenzung, Zwangsverheiratung, religiöse Unterschiede, leider immer noch aktuell. Die Sensibilisierung der jungen Generation für die Verbrechen des Faschismus wird jedoch immer schwieriger. Anatevka wird hautnah und mit Einbindung des Publikums inszeniert, so dass die ZuschauerInnen sich zwangsläufig mit den Bewohnern des Dorfes identifizieren, sich ihnen zugehörig fühlen und somit auch die Angriffe und Probleme am eigenen Leibe erleben.

Anatevka ist ein Musical der besonderen Art, mit eingängiger aber wenig bekannter, anspruchsvoller Musik, mit live spielendem Orchester und Gesang, mit mitreißenden Tanzszenen und Kämpfen. Es kann die SchülerInnen auf vielen sinnlichen Ebenen ansprechen und einen Zugang zu tabuisierten Themen verschaffen.

Verwaiste Synagogen – zur Konzeption

Ehemalige, verwaiste und wiederbelebte Synagogen des Landes Rheinland-Pfalz werden zu Spielorten des Stückes. Das Publikum wird so mit längst vergessenen Orten jüdischer Traditionen in seinem direkten Umfeld konfrontiert und erlebt an diesen historischen, ihrer Bedeutung brutal beraubten Gebäuden die Geschichte einer zur Vertreibung verurteilten Gemeinschaft. Die Synagogen verbinden die fiktive Ebene des Stückes auf eindringliche Art mit der aktuellen Realität: dass die meisten keine Gemeinde mehr zu bedienen haben, führt die Folgen der faschistischen Zeit schmerzlich vor Augen. Die Studenten lernen zudem Stücke und Themen in öffentlichen Räumen und performativ zu verorten und somit einem modernen Theaterbegriff gerecht zu werden.

 

Wir bedanken uns für die Unterstützung bei der LOTTO Stiftung sowie bei dem Freundeskreis ehem. Deidesheimer Synagoge e. V.

Lotto Stiftung Logo Kinderglück Logo

 

Foto Anatveka/TöchterFoto Anatevka/TevjeFoto Anatevka Golde und TerjeProjekte

Projekte 2

 

Begleitende Workshops für Schulklassen

 

Für Klassen, die das Stück ANATEVKA in der Deidesheimer Synagoge besucht haben, haben die Studierenden sowohl einen kurzen Vorbereitungsworkshop vor Ort wie auch einen längeren und intensiven Nachbereitungsworkshop angeboten.

Während die Vorbereitung (Svenja Lesch, Anna Eyskens) auf das Erleben von Gemeinschaft und auf die historischen Hintergründe des realen Spielortes abgezielt hat, beschäftigen sich die nachbereitenden Workshops (Markus Johann, Michelle List) mit den theatralen Stilmitteln und den Charakteren des Stücks.

Workshop an der IGS Mutterstadt (11. Klasse)

Workshopleitung: Markus Johann

 

IGS Mutterstadt

 

Workshop an der IGS Deidesheim

Workshopleitung: Michelle List

IGS Deidesheim

 

Besuche und Treffen mit unserer Partnergruppe an der Schlossschule Ludwigshafen (Schule mit Förderschwerpunkt Lernen)

 

Zwischen unserer Kooperationsgruppe, der Theatergruppe aus der Schlossschule Ludwigshafen, und den Studierenden entwickelte sich eine große Freundschaft, nachdem die Gruppe sich die Vorstellung ANATEVKA angeschaut hatte. Seit dem Nachbereitungsworkshop an der Schule besuchen immer wieder  Studierende die Schüler und Schülerinnen in Ludwigshafen und unterstützen diese bei ihrer Theaterarbeit.

 

Schlossschule 2

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