Gefährdete Tierarten im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Vosges du Nord – Pfälzerwald

Tiere kennen keine politischen Grenzen und daher ist es wichtig, auch über die Grenzen der Bundesländer/Kantone und Ländergrenzen hinweg für den Artenschutz zusammen-zuarbeiten. Die EU stellt für die Arbeit über Ländergrenzen hinweg Gelder zu Verfügung (Interreg Projekte).

Am Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau hat im Juli 2020 solch ein Projekt begonnen.

Ziel ist es 4 bedrohte Tierarten gemeinsam auf französischer Seite in den Nordvogesen und auf deutscher Seite im Pfälzerwald zu schützen. Projektträger ist der SYCOPARK in Frankreich unter Beteiligung von 13 weiteren Partnern auf beiden Seiten der Grenze. Die betreffenden Arten sind der Steinkrebs, der Dunkle- und der Helle Wiesenkopf-Ameisenbläuling und das Große Mausohr.

Das Institut für Umweltwissenschaften in Landau ist in diesem Projekt für den Schutz vom Steinkrebs auf deutscher Seite verantwortlich. Auf der französischen Seite werden bereits Steinkrebse gezüchtet und Gewässer wieder mit der seltenen Flusskrebsart besetzt. Dies ist auch das langfristige Ziel auf deutscher Seite. Leider weiß man im Pfälzerwald bisher nicht viel über den Steinkrebs. Daher müssen auf deutscher Seite zunächst Steinkrebse kartiert und Altnachweise überprüft werden. Die Kartierungen führen Sascha Schleich (Büro für Freilanderfassung und Artenschutz) und der Masterstudent Magnus Leschner durch. Von den Steinkrebsen werden genetische Verwandtschaftsanalysen durchgeführt, um das Verwandtschaftsverhältnis zu den Steinkrebsen aus Frankreich, dem Süden von Deutschland und den anderen Ländern aufzuschlüsseln. Im ungünstigsten Fall ist von den alten Nachweisen nicht mehr viel übrig. In den letzten Jahren haben sich die amerikanischen Flusskrebse im Pfälzerwald, wie fast überall auch, weiter stark ausgebreitet und somit weitere Populationen von Stein- und Edelkrebs gefährdet und ausgelöscht.

Noch sind wir aber optimistisch, im Projektgebiet Steinkrebse zu finden. Und dann freuen wir uns von den Erfahrungen der Kollegen aus anderen Ländern- und Bundesländern zu lernen und die seltenen Steinkrebse zu schützen sowie im optimalen Fall zu züchten und in geeigneten Gewässer wieder zu besetzen. Bis dahin wird es aber noch ein langer Weg sein.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter:

https://www.interreg-oberrhein.eu/projet/bedrohte-tierarten/

 

Contact

Anne Schrimpf

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